von Vincent Tiberj
Veröffentlicht am 25. Oktober 2007.
in: DGAPanalyse Frankreich Nr. 1 Oktober 2007, 16 Seiten
Der Wahlsieg von Nicolas Sarkozy am 6. Mai 2007 fiel mit 53,32 Prozent der Stimmen deutlich aus. Dieser Sieg ist deshalb bemerkenswert, da er nach fünf schwierigen Jahren für die bürgerliche Regierung (CPE-Krise, Ablehnung des Europäischen Verfassungsvertrags, Unruhen in den Vorstädten) und dem schlechten Abschneiden des konservativen Lagers bei den Regionalwahlen 2004 für die Linke greifbar nahe schien. Wie lässt sich vor diesem Hintergrund der klare Sieg von Sarkozy erklären?
Nicolas Sarkozy griff im Wahlkampf bewusst die Themen auf, die ihm zunächst nicht zu liegen schienen, anstatt ihre Entwicklung dem Zufall zu überlassen. Mit dieser Strategie konnte er der Debatte insbesondere im wirtschafts- und sozialpolitischen Bereich eine neue Wendung zu seinen Gunsten geben. Als erfahrener ehemaliger Innenminister scheute er sich nicht, auch sensible Themen wie Kriminalität, Immigration und Integration auf seine Wahlkampfagenda zu setzen und sie nicht dem Front National zu überlassen. Dabei konnte er es sich zunutze machen, dass die Debatte in der französischen Gesellschaft seit dem 11. September 2001 zunehmend um diese Themen kreiste. Zu seinem Wahlsieg verhalf ihm letztlich auch seine Fähigkeit, die Medien geschickt zu instrumentalisieren, indem er gezielt Tabus verletzte, um selbst den Rhythmus des Wahlkampfs zu bestimmen.
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