Publikationen: DGAPanalyse Frankreich

Zwei Wirtschaftssysteme in der Bewährungsprobe: Die deutsch-französische Debatte über die Wirtschaftskrise

von Christophe Blot und Stefan Kooths
Veröffentlicht am 22. Dezember 2009.

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Obwohl die Rezession und die Wiederaufnahme der wirtschaftlichen Aktivitäten in Deutschland und Frankreich synchron verliefen, gab es Unterschiede im Ausmaß der Krise. Warum hat Deutschland (zusammen mit Japan) unter allen Industriestaaten den stärksten Rückgang des Bruttoinlandsproduktes zu verzeichnen? Warum gehört hingegen Frankreich zu den Ländern, die am Wenigsten betroffen sind? Wie lässt sich erklären, dass die Zunahme der Arbeitslosigkeit bis zum heutigen Tag in Frankreich wesentlich gravierender ausfällt, obwohl in Deutschland der Wachstumseinbruch stärker ist? Neben einer Analyse der von Berlin und Paris eingesetzten Maßnahmen zur Wiederbelebung der Konjunktur, fragen sich die Autoren, ob beide Länder angemessene Wachstumsstrategien verfolgen und ob diese gegebenenfalls verbesserungswürdig sind.

Einzigartig und widersprüchlich: Die Neudefinition der französisch-chinesischen Beziehungen

von Valérie Niquet
Veröffentlicht am 04. Dezember 2009.

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Trotz einzelner Krisen erfuhren die französisch-chinesischen Beziehungen seit Beginn der achtziger Jahre eine stetige Intensivierung, die um die Jahrtausendwende zur Begründung einer »strategischen Partnerschaft« zwischen beiden Ländern führte. Ein wachsendes Ungleichgewicht zwischen beiden Volkswirtschaften belastet jedoch die Beziehungen heute – ebenso wie die aggressive Technologietransferpolitik Chinas oder die Asymmetrien zwischen beiden Staaten bezüglich der Investitionen ins Partnerland und der Öffnung ihrer Märkte.

Die Europäisierung des EADS-Konzerns

von Kai Behrens und Louis-Marie Clouet
Veröffentlicht am 17. November 2009.

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Bei seiner Gründung im Jahr 2000 prägte den EADS-Konzern das Prinzip der Gleichberechtigung zwischen deutschen und französischen Partnern und Aktionären. Auf der Managementebene kam dieses Prinzip insbesondere im System des Doppelmanagements zum Ausdruck. Unterschiedliche Unternehmens- und Aktionärskulturen sowie Produktionsschwierigkeiten durch inkompatible Produktionsprozesse an den europäischen Standorten, führten zu Spannungen im Unternehmen, die sich mit der Wachstumskrise 2006/2007 verschärften. Die Konzernleitung reagierte auf wirtschaftliche Probleme und konzerninterne Differenzen mit der Abschaffung des Doppelmanagements und den Rationalisierungsplänen »Power 8« und »Power 8+«, die Stellenabbau, Standortverlagerung und eine teilweise Produktionsausgliederung vorsehen.

Die französische Familienpolitik: ein Erfolgsmodell unter Reformdruck

von Anne Salles
Veröffentlicht am 21. Oktober 2009.

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Häufig wird Frankreich in deutschen familienpolitischen Debatten auf Grund der hohen Geburtenrate und der hohen Erwerbstätigenquote bei Frauen als Vorbild angeführt. Zentrale Ziele der französischen Familienpolitik sind die Ermöglichung einer freien Wahl zwischen familiärer und außerhäuslicher Kinderbetreuung, die Förderung der Chancengleichheit aller Kinder sowie der Gleichstellung von Männern und Frauen. Ein vielfältiges Betreuungsangebot und unterschiedliche Formen finanzieller Unterstützung für Familien sollen diese Ziele fördern. Doch der Mangel an Betreuungsplätzen sowie widersprüchliche Fördermaßnahmen zur Verbesserung der Vereinbarkeit von Beruf und Familie stellen die Umsetzung der familienpolitischen Ziele in Frage. Angekündigte familienpolitische Reformen, beispielsweise eine Kürzung des Erziehungsurlaubs, sind umstritten. Wie andere Maßnahmen zeigt sich auch eine Initiative zur Schaffung neuer Betreuungsplätze dem Zwang zur Kostenminimierung unterworfen und birgt damit das Risiko einer sinkenden Qualität des Betreuungsangebots.

Die Auswärtige Kulturpolitik als Instrument der französischen Außenpolitik

von Volker Steinkamp
Veröffentlicht am 13. August 2009.

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Traditionell nutzt Frankreich seine Auswärtige Kulturpolitik als wichtiges Element der Außenpolitik für seine Positionierung innerhalb der internationalen Staatengemeinschaft. Aktuell befindet sich die französische Kulturdiplomatie in einer Krise, die nicht nur auf die finanziellen Einschränkungen, sondern besonders auch auf eine sinkende Bedeutung der französischen Kultur und Sprache in der multipolaren Welt zurückgeht. Eine Reform sieht daher im Jahr 2010 eine grundlegende Neustrukturierung der Kulturpolitik durch die Gründung einer zentralen Einrichtung und die Entwicklung neuer geografischer Schwerpunkte in Asien sowie im Nahen und Mittleren Osten vor.