Publikationen: Deutschland

Die Gipfeltreffen der G8 und G20 in Kanada: Große Herausforderungen, geringe Erwartungen

von Katharina Gnath und Claudia Schmucker
Veröffentlicht am 21. Juni 2010.

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Ende Juni 2010 finden in Kanada zwei Gipfel der Staats- und Regierungschefs statt: Am 25. und 26. Juni treffen sich die Chefs der G8-Staaten – Kanada, USA, Japan, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien und Russland – in Muskoka. Am darauffolgenden Tag versammeln sich die G201 in Toronto. Die Herausforderungen sind groß: Das G20-Treffen findet vor dem Hintergrund der anhaltenden Wirtschafts- und Finanzkrise statt, die sich in den vergangenen Monaten zu einer Schuldenkrise entwickelt hat. Von beiden Gipfeln sind jedoch keine wegweisenden Entscheidungen zu erwarten, und daher ist vom Gipfelenthusiasmus der letzten Jahre nicht viel übrig geblieben.

Strategie statt Bürokratie: Worauf es beim Aufbau des Europäischen Auswärtigen Dienstes ankommt

von Almut Möller
Veröffentlicht am 20. Mai 2010.

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Ende April 2010 hat Lady Ashton ihren Entwurf für den Aufbau des Europäischen Auswärtigen Dienstes (EAD) vorgelegt. Ihr Job war von Anfang an die Quadratur des Kreises. Denn die gegenwärtige Debatte um den Aufbau und die Zuständigkeiten des neuen europäischen diplomatischen Dienstes folgt einer bürokratischen Logik, bar jeglicher strategischer Ambitionen. Dabei bestehen die Chance und die Notwendigkeit, Visionäres zu leisten. Die Europäische Union und ihre Mitglieder haben jetzt Gelegenheit, ihre außenpolitischen Interessen in Zukunft weltweit deutlich schlagkräftiger zu vertreten. Die EUMitglieder müssen deshalb jetzt die Debatte um den EAD völlig neu führen und zügig zu einer Einigung über den neuen EAD kommen. Sonst laufen sie Gefahr, außenpolitisch weiter aufs Abstellgleis zu geraten.

Wie krisenanfällig ist die Automobilindustrie? Eine Analyse am Beispiel des französischen Automobilmarkts

von Bernard Jullien
Veröffentlicht am 06. April 2010.

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Die aktuelle Situation der Automobilindustrie lässt sich auf die gesamte französische Volkswirtschaft übertragen. So spielen der Automobilsektor sowie seine wirtschaftliche und soziale Entwicklung seit 2008 eine entscheidende Rolle in der Debatte über die Wirtschaftskrise und ihre Bewältigung. Die Krise im Automobilsektor beruht auf einer schwachen Nachfrage nach Neuwagen, einem steigenden Interesse an den Segmenten günstiger Fahrzeuge und einer zunehmenden Lohnkonkurrenz auf internationaler Ebene aus, die durch die europäische Integration noch verstärkt wird.

Dranbleiben in Afghanistan

von Henning Riecke
Veröffentlicht am 26. Januar 2010.

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Alle Zeichen stehen auf Abzug. Deutschland beschäftigt sich endlich entschlossen mit Afghanistan, fragt aber nur: »Wann und wie kommen wir da wieder raus?« Darum geht es der Bundesregierung bei der Londoner Konferenz über Afghanistan, und um die Vermeidung von Kampfeinsätzen für die Bundeswehr. Ein Blick auf die Perspektiven der Afghanistan-Mission zeigt, dass die schnelle Festlegung auf einen vollständigen Abzug zwar der innenpolitischen Unterstützung in Deutschland dient, aber nicht ihren ursprünglichen Zielen. Besser wäre es, Regierung und Opposition würden gemeinsam und nüchtern über das Erreichbare debattieren und dann die Mittel einsetzen, die dafür notwendig sind. Eine langfristige Begleitung der afghanischen Staatlichkeit ist sinnvoll – für die NATO und für Deutschland. Zurzeit droht noch ein Ende der Mission, ohne Stabilität erreicht zu haben.

Zwei Wirtschaftssysteme in der Bewährungsprobe: Die deutsch-französische Debatte über die Wirtschaftskrise

von Christophe Blot und Stefan Kooths
Veröffentlicht am 22. Dezember 2009.

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Obwohl die Rezession und die Wiederaufnahme der wirtschaftlichen Aktivitäten in Deutschland und Frankreich synchron verliefen, gab es Unterschiede im Ausmaß der Krise. Warum hat Deutschland (zusammen mit Japan) unter allen Industriestaaten den stärksten Rückgang des Bruttoinlandsproduktes zu verzeichnen? Warum gehört hingegen Frankreich zu den Ländern, die am Wenigsten betroffen sind? Wie lässt sich erklären, dass die Zunahme der Arbeitslosigkeit bis zum heutigen Tag in Frankreich wesentlich gravierender ausfällt, obwohl in Deutschland der Wachstumseinbruch stärker ist? Neben einer Analyse der von Berlin und Paris eingesetzten Maßnahmen zur Wiederbelebung der Konjunktur, fragen sich die Autoren, ob beide Länder angemessene Wachstumsstrategien verfolgen und ob diese gegebenenfalls verbesserungswürdig sind.