von Jean-Pierre Froehly
Veröffentlicht am 08. Juni 2001.
in:
Bezüglich der Zukunft der EU scheinen sich innerhalb Europas zwei Lager gegenüber zu stehen, die "Föderalisten" (D, I, NL, B) und "Intergouvernementalisten" (F, GB, skandinavische Länder). Die Fronten sind aber keineswegs verhärtet, deutsch-französische Initiativen in der Europapolitik weiterhin möglich.
"Unser Ausgangspunkt ist, dass die Union in der Tat
bereits eine Föderation von Nationalstaaten ist. Sie
kombiniert föderale Elemente, die am stärksten im
Euro Ausdruck finden werden, und souveräne Staaten, die
nicht verschwinden sollen".
Außenminister Hubert Védrine vor dem Ausschuss
für Europäische Angelegenheiten des Deutschen
Bundestages, 9.5.2001
In den ersten Monaten des Jahres 2001 haben die
europäischen Debatten über die mit dem
Post-Nizza-Prozess assoziierten Überlegungen zur
politischen Finalität der Europäischen Union neue
Impulse erhalten.1) Doch trotz der zahlreichen auch
deutsch-französischen Kontakte auf der Ebene der Parteien
und der Forschungsinstitute scheint eine
deutsch-französische Abstimmung auf höchster
politischer Ebene noch nicht in Gang gekommen zu sein. Trotz
und wegen der aktuellen, auch innenpolitisch bedingten
französischen Zurückhaltung, sich mit eigenen
substanziellen Vorschlägen und Reaktionen an den Debatten
zu beteiligen, lässt sich jedoch bereits heute absehen,
dass es zwischen Paris und Berlin grundlegende Unterschiede bei
der Frage geben wird, welche Aufgaben die künftige EU zu
übernehmen und wie das institutionelle Gleichgewicht der
EU in der Zukunft auszusehen habe.
Ultimative Kernfragen werden hier die Rolle der Nationalstaaten
im Brüsseler Entscheidungsprozess (insbesondere die Rolle
des Rates im Institutionengefüge) sowie die Zukunft des
redistributiven Charakters (Struktur- und Agrarpolitik) der EU
sein. Ferner werden bei den Überlegungen zur Zukunft der
EU in Paris stets auch die Ergebnisse von Nizza mit beachtet,
die in französischer Perzeption umfangreiche
Zugeständnisse an Deutschland beinhalten. Zu diesen Fragen
ist heute mehr denn je eine substanzielle
deutsch-französische Konzertation notwendig, denn trotz
der Normalität, die in die deutsch-französische
Sonderbeziehung einzukehren scheint, bleibt eine
Übereinstimmung zwischen den beiden Staaten für die
Zukunft des Europäischen Einigungswerks unerlässlich.
Deshalb wäre es sinnvoller, gemeinsame Ansätze statt
einseitiger Vorschläge zu entwickeln.
Erst am 11. April hatten Chirac und Jospin in einer gemeinsamen
Erklärung offiziell einen innerfranzösischen
Diskussionsprozess eingeleitet, der die im Zus atzprotokoll des
Vertrages von Nizza genannten Fragen (Kompetenzabgrenzung
zwischen der Union und den Mitgliedstaaten; Rolle der
nationalen Parlamente; Vereinfachung der Verträge; Status
der Europäischen Grundrechtecharta) aufgreifen und in
einem breiten zivilgesellschaftlichen Rahmen (Abgeordnete,
Sozialpartner, Wissenschaftler, Verbände) debattieren
soll. Auf regionaler Ebene sollen die Präfekten
Koordinatorenfunktion für Foren und Kolloquien
übernehmen, die ab Juni organisiert werden sollen. Unter
Vorsitz von Europaminister Pierre Moscovici wurde des Weiteren
eine Arbeitsgruppe eingerichtet, die die Ergebnisse der
landesweiten Debatten aufgreifen und vor dem Europäischen
Rat von Laeken synthetisieren soll. Mitglieder der Gruppe sind
der Hohe Beamte Guy Braibant, der Intellektuelle Jean-Claude
Casanova, die Journalistin Françoise Crouigneau ("Les
Echos"), die Völkerrechtsprofessorin Mireille
Delmas-Marty, die Industriellen Jean Gandois und Henri
Lachmann, der Journalist Philippe Lemaître ("Le Monde"),
der Wissenschaftler Jean Nestor (Association Notre Europe), die
Gewerkschaftlerin und Mitglied des Conseil économique et
social
Evelyne Pichenot sowie der auf europäische Integration
spezialisierte Professor Jean-Louis Quermonne. Offen bleibt, zu
welchen konkreten Ergebnissen der Diskussionsprozess gelangen
und ob dieser geeignet sein wird, dem offiziellen
französischen Entscheidungsprozess neue Impulse zu
geben.
Die Rede von Bundesaußenminister Joschka Fischer war
deshalb in Frankreich auf reges Interesse gestoßen, da
sie einerseits die auch von französischen Politikern
vertretenen Konzepte einer "Föderation der
Nationalstaaten" und einer "Avantgarde" aufgegriffen,
andererseits jedoch in der Frage des
EU-Institutionengefüges verschiedene Optionen offen
gelassen und somit Spielraum für deutsch-französische
Abstimmungen geschaffen hatte.
Das am 30. April 2001 durch das Wochenmagazin "Der Spiegel" an
die Öffentlichkeit gelangte Papier der SPD "Verantwortung
für Europa"2) hat kurz vor dem Parteitag der
Sozialdemokratischen Partei Europas (SPE) am 7. Mai in Berlin
die französische Europapolitik weiter unter Zugzwang
gesetzt. Von der deutschen Seite wurde somit ein Konzept zur
Zukunft der EU vorgelegt, das sich hinsichtlich des
EU-Institutionengefüges im Gegensatz zur Fischer-Rede
eindeutig zu einem weitreichenden föderalen Ansatz
bekennt. Insbesondere fordert die SPD "bei Wahrung des
Grundsatzes von Bürgernähe und Solidarität
zwischen den Mitgliedsstaaten der EU, dass die Transparenz der
Entscheidungswege auf europäischer Ebene durch Ausbau der
Kommission zu einer starken europäischen Exekutive, durch
die weitere Stärkung der Rechte des Europäischen
Parlaments mittels Ausweitung der Mitentscheidung und volle
Budgethoheit sowie durch den Ausbau des Rates zu einer
europäischen Staatenkammer gestärkt werden". Bereits
in seiner Rede vor dem Europäischen Parlament am 4.4.2001
hatte sich Bundespräsident Johannes Rau für die
Umwandlung des bisherigen Europäischen Parlamentes in eine
"Bürgerkammer" sowie die Umwandlung des bisherigen Rates
in eine "Staatenkammer" ausgesprochen.
Festzuhalten ist, dass es sich bei dem Papier lediglich um
einen ersten Entwurf handelt, der auch neue Fragen aufwirft
beziehungsweise alte offen lässt. Neben den
föderalistisch geprägten Vorschlägen zum
Institutionengefüge, setzt sich das Papier für eine
umfassende Kompetenzabgrenzung, für die
Rückführung von EU-Politiken auf die
nationalstaatliche Ebene (insbesondere im Bereich der Agrar-
und Strukturpolitiken) sowie für weitere Liberalisierungen
ein. Das Papier erfuhr in Frankreich ein reges Presseecho und
wurde in Paris sogleich als das "Schröder-Projekt" ("Le
Figaro"3)) sowie als eine Forderung nach den "Vereinigten
Staaten von Europa" ("Le Monde"4)) bezeichnet. Ein Jahr vor den
Präsidentschafts- und Parlamentswahlen hat sich somit der
innenpolitische Druck auf Premierminister Lionel Jospin
erhöht, sich europapolitisch zu positionieren.
Für Jospin dürfte es zum einen darum gehen, sich
von Staatspräsident Jacques Chirac und den
Verfassungsvorschlägen der Gaullisten Jacques Toubon und
Alain Juppé abzugrenzen. Der Staatspräsident hatte
bereits auf seiner Rede vor dem Deutschen Bundestag im Juni
2000 Stellung bezogen, während das Konzept Juppés
und Toubons bereits im deutsch-französischen Kontext,
nämlich auf einem von der CDU/CSU-Bundestagsfraktion
organisierten Kolloquium am 13.12.2000, prominent diskutiert
wurde. Zum anderen muss Jospin zwischen den
gegensätzlichen Europapositionen der einzelnen Flügel
des linken Regierungsbündnisses vermitteln. Der
Mehrheitsflügel des PS hat sich, angeführt von
Europa-Minister Pierre Moscovici und Verteidigungsminister
Alain Richard, bereits auf dem Parteitag in Grenoble im Oktober
2000 sowie auf einem Kolloquium im Februar 2001 für einen
moderat-föderalistischen Ansatz ausgesprochen und die
intergouvernementalen Ansätze der Gaullisten als
"rückwärtsgewandt" kritisiert.
Auch von Seiten der sozialistischen Mitglieder des
Europäischen Parlamentes ist der Druck auf Jospin in den
letzten Monaten gewachsen. Doch insbesondere der linke
Flügel des PS sowie das MDC um den ehemaligen
Innenminister Jean-Pierre Chevènement nehmen aus ihrer
souveränistischen Position heraus eine euroskeptische
Haltung ein. Jospin dürfte darauf bedacht sein, es nicht
zu einer Konfrontation mit den Souveränisten kommen zu
lassen, die sich dann eher für die gaullistischen
Vorschläge aussprechen könnten, was Chirac im
Wahlkampf dienlich sein würde. Nachdem eine substanzielle
Stellungnahme auf dem PSE-Kongress ausblieb, ist es
wahrscheinlich, dass sich der Premierminister nunmehr Anfang
Juni, noch vor der für den 13.6. angesetzten
Parlamentsdebatte zur Ratifizierung des Vertrages von Nizza,
zur Zukunft der Europäischen Union äußern
wird.
Selbst für den pro- europäischen Flügel des PS,
der sich, angeführt von Moscovici, mit dem noch vagen
Konzept Jacques Delors' und Joschka Fischers einer
"Föderation der Nationalstaaten" angefreundet zu haben
schien, gehen die SPD-Vorschläge zu weit. Moscovici hatte
sich in Deutschland bereits am 1.2.2001 vor dem
Deutsch-Französischen Institut in Ludwigsburg zur Zukunft
der EU geäußert und sich für den Erhalt des
Dreiecks Kommission, Parlament und Rat ausgesprochen: Der
Kommissionspräsident soll vom EP gewählt werden,
während der Rat seine Rolle als das die europäischen
Räte vorbereitende Organ zurück erhalten soll. Einer
Stärkung des EP soll das Auflösungsrecht durch Rat
und Kommission gegenüber stehen.
Entsprechend seinem Ansatz reagierte Moscovici
zurückhaltend auf das SPD-Papier. In einem Interview mit
dem Radiosender "France Inter" am
2. Mai 2001 sprach er sich dafür aus, das Verhältnis
zwischen dem intergouvernementalen und dem gemeinschaftlichen
Element der EU "ausgewogener" zu gestalten und ersterem
stärker Rechnung zu tragen. Eine Föderation, so die
persönliche Meinung des Europaministers, müsse
unbedingt eine "Föderation von Nationalstaaten"
darstellen, wobei er sich explizit gegen die Umwandlung des
Rates in eine Staatenkammer wendet. Ferner spricht er sich
für die europaweite Einrichtung von Europaministerien aus,
die von den Außenministerien unabhängig sein
sollten.
In seinen Ausführungen vor dem Ausschuss für
Europäische Angelegenheiten des Deutschen Bundestages hat
Außenminister Hubert Védrine diese Ansicht
bekräftigt und so erahnen lassen, wie sich die
französische Regierung in den kommenden Monaten
positionieren könnte: "Ich weise jedoch darauf hin, dass
er (der SPD-Plan) ganz klar das Gleichgewicht zu Lasten des
Rats und der Mitgliedstaaten stören würde. Ich
dagegen bin überzeugt, dass alle europäisc hen
Institutionen gestärkt werden müssen. Wenn man nur
eine oder zwei Spitzen dieses Dreiecks stärken würde,
würden wir die Effizienz eines Systems
beeinträchtigen, das sich bewährt hat, und es
würde sehr wahrscheinlich zu einer Blockade zwischen den
Fünfzehn kommen. Ich denke, je mehr wir das Parlament und
die Kommission stärken, desto weniger müssen wir den
Rat auf die Rolle einer zweiten Kammer zurückschneiden.
Wir werden ihn vielmehr stärken und modernisieren
müssen, aus Gründen der Legitimität, der
politischen Repräsentanz, der Demokratie und auch der
Effizienz."
Angesichts der unterschiedlichen Reaktionen auf die neuesten
deutschen Vorschläge kann nicht ausgeschlossen werden,
dass sich innerhalb Europas zwei Lager bilden werden, in denen
sich "Föderalisten" (Deutschland, Italien, Niederlande,
Belgien) und "Intergouvernementalisten" (Frankreich,
Großbritannien, skandinavische Länder)
gegenüber stehen. Zwei Vorwürfe werden aus Frankreich
und seitens anderer europäischer Partner an das
Schröder-Papier gerichtet: Zum einen der Vorwurf,
Deutschland wolle nach dem für Berlin erfolgreichen
Vertrag von Nizza die nunmehr "dominierten" Institutionen
weiter nach deutschem, föderalen Modell ausbauen. Zum
anderen der Vorwurf von Integrationsskeptikern, die deutschen
föderalen Ansätze würden letztlich in einen
europäischen "Super-Staat" münden.
Hinzu kommt der im Schröder-Papier explizit formulierte
deutsche Wunsch nach einer Renationalisierung der Agrar- und
Strukturpolitiken der EU. Letztere möchte vor allem auch
Spanien erhalten, wie auf dem Gipfel von Nizza deutlich wurde.
Der Wunsch nach einer Neudefinition des redistributiven
Charakters der EU dürfte besondere Schwierigkeiten
für Jospin bereiten, der sich gegen ein "liberales Europa"
wendet und der Vision eines "europäischen Sozialmodells"
verbunden ist. Gerade die französischen Sozialisten,
angeführt von François Hollande, legen inhaltlich
Wert auf die soziale europäische Komponente, die mit
weiteren deutschen Vorschlägen, wie die Liberalisierung
der europäischen "services publics", inkompatibel zu sein
scheint: "Lorsque Gerhard Schröder écarte de
l'Union européenne des compétences comme la
politique agricole commune, comme les fonds structurels, et
évoque une libéralisation du service public
à l'horizon 2005, ce n'est, pour nous, pas
acceptable".5)
Föderalistische Europa-Ansätze sind in Frankreich
jedoch nicht ohne politische Lobb y. Insbesondere die
Zentristen um die UDF, die im kommenden Jahr mit
François Bayrou einen eigenen
Präsidentschaftskandidaten stellen werden, treten für
eine Stärkung der Bürgerunion ein. Auf einer
Veranstaltung der Deutschen Gesellschaft für
Auswärtige Politik (DGAP) am 12. Januar 2001(6) in Berlin
wurde dies durch Bayrou sowie die Europaabgeordneten Jean-Louis
Bourlanges und Alain Lamassoure nochmals bekräftigt. Wie
Lamassoure hervorhob, stelle die "Bürgerunion" das Herz
der Europäischen Integration dar, die neue
europäische Legitimität müsse sich über
ihre Stärkung vollziehen. Dies findet Ausdruck in der
konsequenten Ausdehnung der Mehrheitsentscheidungen, in der
Umwandlung des Ministerrates in eine Staatenkammer sowie in der
Wahl der in eine Exekutive umgewandelten Kommission, die in
einem ersten Schritt durch einen Parlamentarierkongress, in
einem zweiten Schritt durch Direktwahl gebildet werden
würde. Die Überwachung der Kompetenzabgrenzung
würde dem in ein Verfassungsgericht umgewandelten EUGH
zukommen.
Als bemerkenswert ist hervorzuheben, dass Bourlanges - trotz
seiner europäisch-föderalen Grundhaltung - dem
Schröder-Papier tendenziell skeptisch gegenübersteht
und sich den Befürchtungen eines deutschen
Übergewichtes nach Nizza anzuschließen scheint:
"Avec l'introduction d'un filet démographique pour les
votes à la majorité qualifiée au Conseil
qui rompt l'égalité des grands Etats, les
nouveaux sièges dont les eurodéputés
allemands vont bénéficier au Parlement et la
réforme de la Commission qui va permettre à tous
les Etats, quelle que soit leur taille, de
bénéficier d'un représentant, l'Allemagne
gagne à renforcer des institutions, qu'elle domine
désormais."7) Auch die französischen
Föderalisten dürften durchaus anerkennen, dass - wie
Bundespräsident Rau hervorhebt - "eine Föderation
dadurch charakterisiert ist, dass jeder Mitgliedstaat über
sein Verfassungsmodell und über seinen Staatsaufbau
souverän entscheidet". Doch angesichts der Ergebnisse von
Nizza scheinen hier die Bedenken zu überwiegen.
Das Konzept der Gaullisten, das bereits im Jahr 2000 diskutiert
wurde, tritt im Unterschied zu den Föderalisten für
eine Stärkung der Staatenunion gegenüber der
Bürgerunion ein. Intergouvernementale Zusammenarbeit -
dargestellt in der starken Stellung des Rates sowie in einer
zweiten, die nationalen Parlamente repräsentierenden
Kammer - ist nach gaullistischer Auffassung am ehesten
geeignet, das Demokratie- und Effizienzdefizit der EU zu
überwinden, ohne Rückschritte in der Integration
hinzunehmen: "Nous pensons que le moyen le plus efficace et le
plus démocratique (le moins démagogique) pour
faire progresser l'Union passe d'abord par une repolitisation
des processus de décision et, corrélativement,
par la responsabilisation des institutions
inter-gouvernementales (en premier lieu le Conseil
européen)...[La] défiance envers les
possibilités de la dynamique intergouvernementale ne
nous semble pas justifiée et semble plutôt
démentie par le passé de l'Union."8)
Die französischen Befürchtungen eines "deutschen Europa" sind unbegründet, und es gilt heute für die deutsche Seite, diesbezügliche Ängste abzubauen. Die Vorschläge Schröders reihen sich in die Tradition der deutschen Europapolitik ein und werden auch von der CDU grundsätzlich begrüßt. Selbst die integrationsskeptische britische Wochenzeitung "The Economist" hebt zu Recht hervor: "In any event, non-German Europeans should not be frightened by the sight of Germany taking the lead in Europe. Under the rubric of a European Germany rather than a German Europe, Mr. Schröder and his party strategists are perfectly entitled to try to mould Europe in their country's own image".9) Das Konzept der Avantgarde, das sich im Institut der "Verstärkten Zusammenarbeit" widerspiegelt, sollte aber aus deutscher Sicht nicht aus den Europakonzepten gestrichen werden, auch wenn konkrete Implementierungsfelder zum heutigen Zeitpunkt noch nicht eindeutig definiert werden können. Es könnte jedoch ein wichtiges, auch symbolisches Signal an den französischen Partner darstellen, dass Deutschland auch weiterhin deutsch-französische Initiativen in der Europapolitik für möglich hält.
Jean-Pierre Froehly ist Leiter der Arbeitsstelle
Frankreich/deutsch-französische Beziehungen in der
Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik (DGAP),
Berlin; Politikberater.
1) Vgl. zu den Grundlagen des Prozesses Jean-Pierre Froehly:
Nizza - und wie geht es weiter? Paris, Berlin und das
politische Europa, in: DOKUMENTE, Nr. 1/2001.
2) Das Papier soll dem SPD-Bundesparteitag in Nürnberg am
19.-23. November 2001 vorgelegt werden.
3) Pierre Bocev: Réserves contre le projet
Schröder, in: "Le Figaro", 2.5.2001.
4) Arnaud Leparmentier/Laurent Zecchini: Gerhard Schröder
propose une relance de l'Union européenne aux antipodes
des thèses françaises, in: "Le Monde",
3.5.2001.
5) Henri de Bresson/Arnaud Leparmentier: M. Hollande critique
le projet de M. Schröder, in: "Le Monde", 8.5.2001.
6) Vollständiges Protokoll auf www.dgap.org
6) Berlin devance Paris sur la réforme des institutions
européennes, in: "La Tribune", 2.5.2001.
7) So die Juppé-Beraterin Vanessa Wisnia-Weill, in:
France Moderne/Club 89 Quelle constitution pour l'Europe -
Actes du Colloque du 28 juin 2000, S. 101.
9) Schröder's Europe, in: "The Economist", 5.5.2001.
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Vereinigung für Politische Wissenschaft (DVPW) vom 16. bis 18. Oktober 2008
in Hamburg präsentierte Josef Braml sein Papier zum Thema „Defizitäre
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