von Frank Umbach
Veröffentlicht am 01. Juli 2007.
in: Lutz Kleinwächter, "Deutsche Energiepolitik", Brandenburgische Landeszentrale für Politische Bildung, Band 16: Internationale Probleme und Perspektiven, Potsdam 2007, S. 12-35
In dem Beitrag analysiert F.Umbach die zentralen globalen Herausforderungen der Energieversorgung für Europa und die USA im nächsten Jahrzehnt. Mit dem Fokus auf die fossilen Energieträgeri werden von ihm sieben Herausforderungen identifiziert: (1)die unterschätzte globale Nachfrage aus Asien (insbesondere China und Indien); (2) kaum noch freie globale Produktionskapazitäten, die kurzfristig beim Ausfall von Förderquoten in bestimmten Produktions- und Exportstaaten von Rohöl mobilisiert werden können;(3) ebenfalls eng begrenzte Raffineriekapazitäten; und (4) multiple politische Krisen in Öl- und Gas exportierenden Staaten und Naturkatastrophen, die zu Produktions- und Exportausfällen führen; (5) die Konzentration der verbleibenden Rohöl- und Erdgasreserven im Mittleren Osten und damit in politisch instabilen Ländern und Regionen; 6) der gewaltige Investitionsbedarf zur Wahrung der weltweit stabilen Rohöl- und Erdgasversorgung; und 7) gegenwärtig verstärkten Renationalisierungs- und Wiederverstaatlichungstendenzen. In seinen politischen Empfehlungen spricht sich der Autor gegen unilaterale Alleingänge Deutschlands in der Energiepolitik innerhalb der EU aus, die noch stärker als viele andere Wirtschaftszweige internationalisiert ist. Dies sei sowohl für Deutschland selbst als auch für die EU in jeder Hinsicht kontraproduktiv. Darüber müssen aus seiner Sicht das Außenministerium, Regional- und außen sowie sicherheitspolitische Experten in eine integrative und von Synergieeffekten getragene kohärente Strategie für die zukünftige Energiesicherheit Deutschlands und der EU institutionell einbezogen werden. Nur so könne dem Zeitalter und den sich verändernden wirtschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen der Globalisierung wirklich konzeptionell und in der politischen Praxis adäquat Rechnung gezollt werden.
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