von Stefan Meister
Veröffentlicht am 09. September 2008.
in: DGAP-Standpunkt 14/2008, 4 S., ISSN 1864-3477
Der Krieg zwischen Russland und Georgien im August 2008, der sich zu einem Konflikt zwischen Russland und dem Westen entwickelt hat, ist nicht im Interesse Russlands. Im Gegenteil, langfristig schadet Moskau sich damit selbst. Denn es schafft mit der einseitigen Anerkennung Südossetiens und Abchasiens Präzedenzfälle für eigene ethnische Minderheiten, könnte an Einfluss im postsowjetischen Raum verlieren und die wirtschaftliche Modernisierung, gefährden. Die scharfe Rhetorik Moskaus, als Folge einer inneren Dynamik, sollte vom Westen nicht überinterpretiert werden. Wichtig ist, Georgien nicht übereilt in die NATO aufzunehmen, sondern unter Einbindung Russlands eine Lösung des Konflikts im Kaukasus zu finden.