von Christoph Grams
Veröffentlicht am 18. Februar 2005.
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Das Luftabwehrsystem mittlerer Reichweite (MEADS) gilt als zukünftiges Kernstück einer nach dem Prinzip der vernetzten Operationsführung strukturierten Streitkräftetransformation in der Luftverteidigung. In Deutschland wird jedoch eine heftige Debatte um den Einstieg in die Entwicklungsphase des geplanten Systems geführt.
Februar 2005
DGAP-Analyse Nr. 2
ISSN 1611-7034
Diese Kritik zielt zum einen auf die operativ-konzeptionelle Auslegung und zum anderen auf die angenommenen Kosten. Die Analyse wägt diese Argumente mit den bereits bekannten Fakten ab und gelangt zu folgenden Ergebnissen:
1. Das einzige in Frage kommende Ersatzsystem PATRIOT ist
aufgrund seiner 40 Jahre alten Systemarchitektur nicht in der
Lage, ein neues System aufzuwiegen. Den zentralen Vorteil der
Vernetzbarkeit mit anderen Sensoren und Effektoren kann es
nicht bieten und erfüllt so die militärischen
Vorgaben zur Transformation der Bw nicht.
2. Eines der größten strukturellen Hindernisse
für transatlantische Rüstungskooperation ist die
Frage des Technologie-Transfers unter den am Programm
beteiligten Staaten. Die USA haben sich hierbei erstmals auf
eine weitgehende, vertraglich fixierte Regelung zur
Überlassung eigener Technologie eingelassen. Das
MEADS-Programm markiert demnach einen Paradigmenwechsel in
dieser Hinsicht.
3. Die Kosten des Programms sind aufgrund der
ursprünglich nicht geplanten Risikominimierungsphase
besser kalkulierbar als in anderen großen
Rüstungsprogrammen. Diese Phase diente der Vorentwicklung
wesentlicher System-Bestandteile und belegte deren
technologische Umsetzbarkeit im angegeben
Finanzierungsrahmen.