John M. Turner analysiert für McKinsey die Golf-Region und ihre internationalen Wirtschaftsbeziehungen aus Dubai und London. Seine Präsentation über Potentiale, Herausforderungen und Risiken einer wiederbelebten Seidenstrasse wird im kleinen Kreis und in englischer Sprache stattfinden.
Die neue Seidenstraße: Die Wirtschaftsbeziehungen zwischen den Golfstaaten und Asien
Im Schatten des Irakkriegs entwickelt sich am Persischen Golf ein neuer aufstrebender Wirtschaftsstandort. Der Durst nach Öl hat der Region zu modernen und schlagkräftigen Wirtschaftszentren verholfen. Aushängeschild für diese Entwicklung ist die aufstrebende Metropole Dubai. Sechs Staaten der Golfregion (Bahrain, Kuwait, Oman, Katar, Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate) haben sich bereits 1981 zum Zweck der wirtschaftlichen Zusammenarbeit zum Gulf Cooperation Council (GCC) zusammengeschlossen. Gleichzeitig streben auch in Asien zahlreiche Staaten an die Spitze der Weltwirtschaft, allen voran China und Indien. Infolge des wirtschaftlichen Aufschwungs beider Regionen hat sich in den letzten fünf Jahren eine bedeutende Kooperation entwickelt. Man spricht von einer Wiederbelebung der Seidenstraße, eine der bis ins 13. Jahrhundert wichtigsten Welthandelsrouten.
Rohstoffsicherung und Bauboom
Der Ölexport sowie die Handels- und Investitionsströme zwischen den Golfstaaten und Asien haben sich in den letzten Jahren vervielfacht. Sie verdeutlichen eine Rückbesinnung der beiden Regionen zueinander. China drängt auf der Suche nach zuverlässigen Rohstoffquellen immer weiter in die Märkte der GCC-Staaten. Bald schon werden 50% der chinesischen Energieimporte aus der Golfregion kommen. Umgekehrt fließen Direktinvestitionen in asiatische Märkte und die gewaltigen Infrastrukturprojekte in den Golfstaaten werden zunehmend von asiatischen Firmen realisiert.
Abkehr vom Westen
Die wirtschaftliche Neuorientierung geht mit einer Abkehr der Golfstaaten vom Westen einher. Nach Jahrhunderten der wirtschaftlichen Orientierung in Richtung Europa und Nordamerika sprechen Experten von der Entstehung einer neuen Wirtschaftsregion: CHIME (China – Middle East). Die beschriebene Entwicklung steckt noch in ihren Anfängen. Schon jetzt stellt sich jedoch die Frage: Inwieweit verändert diese Partnerschaft aufstrebender Wirtschaftsnationen das globale Wirtschaftssystem? Welche Rolle spielen Europa und Amerika? Bleiben die beiden alten Wirtschaftsmächte auf der Strecke oder nutzen sie die Chancen der neuen Märkte?
Die neue Seidenstraße in Zahlen
Kapital
JOHN M. TURNER
John Turner is an Associate Principal in the Dubai office of the management consulting firm, McKinsey & Company. John works with senior executives and owners of several of the large media companies of the Middle East on operational and strategic issues. In addition, John has consulted governments of the region on economic reform and development issues.
Recently, John took a leave of absence from McKinsey after receiving the prestigious International Affairs Fellowship from the Council on Foreign Relations in the United States. As part of this fellowship, John served as the Special Assistant for the Middle East to the Under Secretary of State for Economic Affairs, Alan Larson. Central to his role in this position was helping to manage the implementation of the BMENA (Broader Middle East and North Africa) initiative launched by the G8 countries focusing on economic, political, and educational reform for the region.
John has published widely on economic issues related to the Middle East. Recently, he co-authored an articled entitled, “Beyond oil: Reappraising the Gulf States” which appeared in the Middle East Special Edition of the McKinsey Quarterly released earlier this year. John has been a contributor to the numerous op eds that have appeared in the Financial Times and Washington Post related to McKinsey’s research on the New Silk Road.
John holds a MS from the Georgetown School of Foreign Service, an MA from the Fletcher School of Law and Diplomacy, and an MBA from Harvard Business School. At Harvard, John received the John Whitehead public sector fellowship and served time immediate after graduation in the US Embassy in Hanoi, Vietnam.