Dr. Josef Braml vom Programm USA/Transatlantische Beziehungen hielt am 10. April 2008 einen Vortrag vor amerikanischen Studenten über die Gemeinsamkeiten und Unterschiede amerikanischer und deutscher Think Tanks. Die jungen Studenten studieren über ein Programm der Kent State University für ein Semester in Genf. Der Besuch bei der DGAP war Teil ihres Berlin-Programms.
Drei Kriterien, so Josef Braml., machen einen Think Tank aus: Die fehlende Gewinnorientierung, das Interesse an unabhängiger wissenschaftlicher Forschung und das Ziel, den Politikprozess zu beeinflussen. Doch darin, mit welchen Mitteln, auf welchem Weg und mit welchen Prioritäten die Think Tanks dabei vorgehen bestehen dies- und jenseits des Atlantik beträchtliche Unterschiede. Während die amerikanischen Think Tanks vor allem den Weg über die mediale Vermittlung gehen, versuchen die deutschen, ihre Ideen über das Einwirken auf Parteien und Verbände einzubringen. Auch bei der Finanzierung handelt es sich um zwei verschiedene Modelle: Deutsche „Denkfabriken“ werden beinahe ausschließlich staatlich getragen, amerikanische fast nur privatwirtschaftlich oder über Stiftungen finanziert. Das kommt auch von unterschiedlichen Verständnissen von Unabhängigkeit: Für die Amerikaner garantiert die private Finanzierung die Unabhängigkeit von der Regierung; für die Deutschen sorgt die staatliche Finanzierung dafür, dass die Wirtschaft keinen Einfluss nimmt.