Am 26. Februar 2008 fand in der DGAP ein Expertengespräch zum Thema »Preventing Biological Terrorism and Crime: Transatlantic Strategies« statt. Prof. Barry Kellman, Direktor am International Weapons Control Center und Professor für Internationales Recht an der Depaul Universität Chicago, Dr. Volker Beck, Auswärtiges Amt, und Dr. Iris Hunger, Leiterin der Forschungsstelle Biologische Waffen und Rüstungskontrolle, referierten.
Prof. Barry Kellman zeigte einleitend auf, welche Herausforderungen sich aus dem rasanten Tempo, mit dem sich die Biotechnologie entwickelt, ergeben. Mit der Zunahme und Verbreitung der wissenschaftlichen Erkenntnisse wächst gleichzeitig die Gefahr ihres Missbrauchs für terroristische Anschläge mit Biowaffen. Angesichts dieser Situation zeigte sich Kellman besorgt, dass auf internationaler Ebene keine kohärente Gesamtstrategie zur Abwehr solcher Bedrohungen besteht und plädierte für eine stärkere Rolle der UN in diesem Bereich.
Dr. Volker Beck wies auf unterschiedliche Bedrohungsperzeptionen in der EU und den USA zum Thema Bioterrorismus hin. Bezüglich anderer Länder vor allem in Afrika und Asien müsse man mit dem Argument der öffentlichen Gesundheit, nicht mit der Terrorismusabwehr, um Kooperation werben. Zudem stellte Beck den fließenden Übergang zwischen medizinischer und aggressiver Nutzung der Biotechnologie als Problem für ein effektives Kontrollregime heraus.
Dr. Iris Hunger wies auf die Tatsache hin, dass nur wenige Staaten und terroristische Vereinigungen bisher Aktivitäten im Bereich Biowaffen gezeigt haben. Nötig sei nicht eine Stärkung von Bedrohungsgefühlen sondern ein transparenter, rechtlich geregelter Umgang mit dem Fortschritt in den Biowissenschaften.
Auch wenn die Auffassungen auseinander gingen, ob Bio-Terrorismus eine derzeit relevante Bedrohung darstellt, war man sich über den Mehrwert einer verstärkten internationalen Kooperation in der Kontrolle biotechnologischer Entwicklungen einig.
Die Veranstaltung wurde moderiert von Dr. Henning Riecke, Programmleiter Europäische Außen- und Sicherheitspolitik.