Die Berliner Initiative

Mitten in Europa gelegen und von großem Gewicht in der Europäischen Union, war Deutschland lange Zeit nur unzureichend auf die internationale Verflechtung vorbereitet, die längst zur Grundbedingung unseres Wohlstands und unseres internationalen Einflusses geworden ist. Bei dieser Vorbereitung Hilfestellung zu leisten, war fünf Jahre lang Ziel und Aufgabe der Berliner Initiative.

Sie knüpfte an den Stuttgarter Appell der Robert Bosch Stiftung, der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik und der Stiftung Wissenschaft und Politik an, der 1999 die politischen Entscheidungsträger und die Öffentlichkeit auf die Defizite in Bildung, Ausbildung und Personalpolitik in Deutschland hinwies. Seither haben sich Regierung und Parlament in Bund und Ländern ebenso wie die Medien zunehmend mit der Wettbewerbsfähigkeit unserer Ausbildungseinrichtungen in Europa und der Welt befaßt.

In seiner Rede auf Einladung der Berliner Initiative im November 2003 brachte Bundesinnenminister Otto Schily die Situation folgendermaßen auf den Punkt: "Die internationalen Herausforderungen an den öffentlichen Dienst haben zwei Seiten: Zum einen die Vertretung deutscher Interessen im Ausland, zum anderen die Berücksichtigung internationaler Entwicklungen im Inland. Wir brauchen also erstens deutsches Personal in internationalen Organisationen und zweitens internationales Denken in deutschen Organisationen."

Die Berliner Initiative verfolgte folgende Ziele:

  • die Bildungsvoraussetzungen und Startchancen für Nachwuchskräfte zu verbessern, die eine europäische oder internationale Berufslaufbahn anstreben;
  • die Exekutive in Bund und Ländern darin zu unterstützen, durch eine langfristig angelegte Personalpolitik die deutsche Präsenz in europäischen und internationalen Einrichtungen zu stärken.

Verwirklicht wurden diese Ziele durch die Organisation von Vorträgen, durch den Gesprächskreis "Internationales Führungspersonal" und die Durchführung von Werkstattgesprächen. Es ging der Berliner Initiative darum, den Erfahrungsaustausch zu fördern und praktische Lösungsanregungen zu entwickeln.

Standen die Initiatoren des „Stuttgarter Appells“ Ende der 90er Jahre noch ziemlich allein mit ihren Forderungen, so gibt es heute eine Reihe von Akteuren, die sich für eine internationale Öffnung Deutschlands einsetzen. Auch substanziell lassen sich viele Erfolge feststellen, z. B. bei dem deutschen Personal in Internationalen Organisationen oder bei der Internationalisierung der Bildung in Deutschland. Mit Ende des Jahres 2006 stellt die Berliner Initiative daher ihre Aktivitäten ein. Die vier Partnerorganisationen bleiben auf ihrem jeweiligen Fachgebiet zu diesem Thema aktiv; andere Organisationen mögen im Archiv dieser Webseite Anregung finden.

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