So intensive Wortgefechte hat das ehrwürdige Gebäude der DGAP selten erlebt: 20 junge Diplomaten aus Mittel- und Osteuropa übten sich am 19. Juni 2007 im Rededuell im Stile britischer Parlamentsdebatten (»Oxford-Debatte«). Der Austausch von Argumenten, Rede und Gegenrede drehte sich um aktuelle Fragen der Außenpolitik (z.B. Stationierung des US-Raketenabwehrsystems in Mitteleuropa). Als gemeinsame Veranstaltung der Internationalen Diplomatenausbildung des Auswärtigen Amts und des DGAP Zentrums für Mittel- und Osteuropa der Robert Bosch Stiftung geht das Format in sein zweites Jahr. Mit den Themen hatte sich die Diplomaten während der Hospitation in einem Fachreferat des Auswärtigen Amts beschäftigt, wesentlicher Bestandteil des dreimonatigen Lehrgangs in der Internationalen Diplomatenausbildung. Entsprechend leidenschaftlich debattierten die Teilnehmer.
Das Auswärtige Amt hat mit der Internationalen Diplomatenausbildung seit 1992 ein praxisnahes Weiterbildungsprogramm für junge Diplomaten aus über 80 Ländern aufgebaut: Es umfasst 4 Lehrgänge (Mittel- und Osteuropa, Afghanistan, Islamische Welt, Lateinamerika/Karibik) und das Diplomatenkolleg. Mehr als 700 Teilnehmer haben das Programm bislang durchlaufen. Ziel ist es, junge Entscheider aus Partnerstaaten mit den Grundpositionen und -linien deutscher Außenpolitik vertraut zu machen und zu vernetzen und damit in Zukunftsfragen die Grundlage für eine kooperative Außenpolitik zu schaffen.
Die Curricula ruhen, an der Aktualität und den Interessen der Teilnehmer orientiert, auf drei Säulen: den Grundlagen, den Fragen und der Praxis moderner Diplomatie. Zum Lehrgang gehören Seminare, Planspiele, Informationsbesuche, Studienfahrten und die dreiwöchige Hospitation als »Kollege unter Kollegen« in den Referaten des Auswärtigen Amts.
In den Internationalen Diplomatenlehrgängen werden außenpolitische Schlüsselthemen behandelt und berufspraktische Fertigkeiten vermittelt (Policy Making, Verhandlungsführung, Medientraining, Public Diplomacy, Kulturdiplomatie, Berichterstattung u.ä.).
Ein Tandem-Programm mit deutschen Nachwuchsdiplomaten, Simulationskonferenzen mit Studierenden, Empfänge, Besichtigungen, Exkursionen und eine Studienfahrt zu den europäischen und transatlantischen Institutionen ergänzen das Programm.