Friedens- und Sicherheitspolitik waren die Themen des Diplomatenkollegs am Kollegtag am 8. Mai. Beim Einsatzführungskommando der Bundeswehr in Schwielowsee bei Potsdam informierten sich die Kollegiatinnen und Kollegiaten über die Koordination der Auslandseinsätze der Bundeswehr. Flottillenadmiral Manfred Hartmann, Chef des Stabes, betonte, dass Friedenssicherung zuerst eine internationale Aufgabe der Politik und der Diplomatie sei, und militärische Intervention nur in diesem Kontext eine Berechtigung habe.
Es folgte ein Besuch beim Zentrum für Internationale Friedenseinsätze (ZIF) in Berlin. Das ZIF bereitet ziviles Personal auf seine Arbeit in Friedenseinsätzen vor und baut einen deutschen Expertenpool von ausgewählten und vorbereiteten Fachkräften für internationale Einsätze auf. Direktor Winrich Kühne und Jens Behrendt, Leiter der Einheit Rekrutierung, gaben einen Überblick über den vom ZIF eingerichteten Personalpool, die jetzt auch für Ausländer zugänglichen Trainingskurse und über die Arbeiten im Bereich Analyse und „Lessons Learned“.
Beim Bundesnachrichtendienst empfing Vizepräsident Arndt Freiherr Freytag von Loringhoven die Gruppe im Führungs- und Informationszentrum. Er sprach, unterstützt von Oberst i.G. Klaus Schmidt, über die vielfältigen nachrichtendienstlichen Aufgaben und insbesondere über die wachsende Bedeutung des internationalen Terrorismus und der organisierten Kriminalität als Themen der Berichterstattung.
Den Abschluss des Kollegtags bildete ein Abendessen im Auswärtigen Amt mit Botschafter Friedrich Gröning, dem Beauftragten der Bundesregierung für Fragen der Abrüstung und Rüstungskontrolle. Mit ihm sprachen die Diplomatinnen und Diplomaten u.a. über den am Tag zuvor vom Bundeskabinett verabschiedeten Jahresabrüstungsbericht 2007 mit seinen Aussagen zur aktuellen Entwicklung und der Politik der Bundesregierung in den Bereichen Abrüstung, Rüstungskontrolle sowie der Nichtverbreitung von Massenvernichtungswaffen. Wie viele der Gesprächspartner an diesem Kollegtag hob Botschafter Gröning hervor, dass eine effektive Friedens- und Sicherheitspolitik nur mit Transparenz und internationaler Kooperation möglich sei.