Auf seiner Exkursion nach Nürnberg traf das 3. Diplomatenkolleg den Staatsminister für Europa, Günter Gloser, MdB. Bei einem Abendessen mit fränkischen Spezialitäten besprachen die Diplomaten mit ihm u.a. Themen wie die deutsch-französischen Beziehungen und den französischen Vorschlag einer Mittelmeerunion. Gloser berichtete außerdem von seiner Tätigkeit als Mitglied des Deutschen Bundestags.
Die Exkursion hatte in der Bundesagentur für Arbeit (BA) begonnen, wo Günther Schauenberg, Leiter der Internationalen Abteilung, u.a. über die internationalen Kontakte der BA berichtete. Joachim Möller, Direktor des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der BA, präsentierte den wissenschaftlichen Blick auf die Beschäftigungsentwicklung in Deutschland. Beim anschließenden Firmenbesuch bei Faber-Castell erwartete die Gruppe eine Führung durch die Produktion für holzgefasste Stifte und durch das Faber-Castell`sche Schloss. Das Unternehmen im Familienbesitz unterhält weltweit 16 Produktionsstätten sowie eigene Holzplantagen in Brasilien und ist mehrfach für seine sozialen und gesellschaftlichen Bemühungen ausgezeichnet worden. Bei einem weiteren Wirtschaftstermin besuchte das Diplomatenkolleg das Unternehmen Roedl & Partner, das vor allem mittelständische Unternehmen in steuerrechtlichen und juristischen Dingen weltweit berät.
Im Rathaus empfing die Gruppe Oberbürgermeister Dr. Ulrich Maly, SPD. Er beantwortete Fragen zu den aktuellen Aufgaben der Stadt und der Metropolregion Nürnberg auf dem Weg zur Dienstleistungswirtschaft, zu Nürnbergs vierzehn Städtepartnerschaften und zum Engagement seiner Stadt für die Menschenrechte. Die Kollegiaten nutzten die Begegnung auch zu Fragen zum gegenwärtigen Kurs seiner Partei.
Am Samstag waren Erinnerungskultur und Erinnerungspolitik die zentralen Themen. Nach einer Führung im Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände besuchte die Gruppe im Oberlandesgericht Nürnberg den historischen Ort Schwurgerichtssaal 600. Ewald Behrschmidt, Vizepräsident des Oberlandesgerichts, und Richterin Gerda-Marie Reitzenstein diskutierten mit den Kollegiaten über die Wahrnehmung der Nürnberger Prozesse durch die Öffentlichkeit, die in der Nachkriegsgeschichte eine spürbare Veränderung verzeichnet. Eleni Chaitidou, Rechtsberaterin am Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag, ging in ihrem Vortrag auf die Bedeutung ein, die die Nürnberger Prozesse für die Einrichtung des Internationalen Strafgerichtshofs hatten.