CV und Abstract des Dissertationsvorhabens, Christian Autengruber

Christian Autengruber, MA in Politikwissenschaft, 26 Jahre alt, hat an den Universitäten Innsbruck, München und Rennes (Frankreich) Politikwissenschaft studiert und sein Studium 2003 abgeschlossen. Anschließend Studium an der Diplomatischen Akademie in Wien (Diplomprogramm). Unterrichtserfahrung als Lektor der Robert Bosch Stiftung an der Angel-Kantchev Universität, Ruse (Bulgarien). Im Promotionskolleg des Lektorenprogramms der Robert Bosch Stiftung ist er an der deutschsprachigen Andrássy Universität in Budapest stationiert. Forschungsgebiet seiner Dissertation sind politische Parteien von ethnischen Minderheiten in der Slowakei, in Rumänien und in Bulgarien. Weitere Interessensschwerpunkte gelten den Parteiensystemen in Transformationsländern insgesamt, den politischen Systemen Österreichs, Deutschlands und der Schweiz sowie der Europäischen Integration.

Abstract des Dissertationsvorhabens

„Politische Parteien ethnischer Minderheiten in Ost- und Südosteuropa“
Slowakei – Rumänien – Bulgarien

Die Gesellschaften Mittel- und Osteuropas stellen ein Mosaik aus verschiedenen Nationalitäten dar. Nicht zuletzt langjährige Konflikte am Balkan haben drastisch vor Augen geführt, dass ethnisch heterogene Gesellschaften immensen sozialen Sprengstoff in sich bergen. Neben dem Gebiet des ehemaligen Jugoslawiens gibt es jedoch auch einige andere Staaten, in denen das gesellschaftliche und politische Nebeneinander von ethnischen Minder- und Mehrheiten zu funktionieren scheint.

Einen Forschungsansatzpunkt bieten politische Parteien. Diesbezüglich stellen sich folgende Fragen: Besteht ein Zusammenhang zwischen politischer Partizipation von Minderheiten und konfliktlosem Zusammenleben? Welche Rolle spielen dabei politische Parteien und deren Einbeziehung in Regierung und Opposition? Bietet der Parteienwettbewerb Chancen, Gewaltausbrüche zu verhindern?

Diese Forschungsfragen versuchen zwei große Ansätze zu vereinen. Zum einen wird die Parteienforschung befasst, die gerade in Bezug auf post-sozialistische Transformationsländer viele Theorien zur Entstehungsgeschichte und weiteren Entwicklungsmöglichkeiten anbietet. Auf der anderen Seite könnten die Minderheitenforschung und Konflikttheorien Antworten auf Fragen geben, die die Parteienforschung nicht ermöglicht und sollen aus diesem Grund gezielt miteinbezogen werden.