CV und Abstract des Dissertationsvorhabens, Alexander Wolters

Alexander Wolters, Diplom Kulturwissenschaftler, 27 Jahre alt, hat an der Westfälischen Wilhelms Universität - Münster, der Staatlichen Universität Tambov in Russland und an der Europa Universität Viadrina in Frankfurt (Oder) Osteuropäische Geschichte, Russisch und Kulturwissenschaften studiert und sein Studium im Herbst 2004 abgeschlossen. Er hat an dem Narva Kolledž der Universität Tartu (Estland) unterrichtet und arbeitet zur Zeit im Rahmen des Promotionskollegs des Lektorenprogramms der Robert Bosch Stiftung an seiner Dissertation. Sein besonderes Interesse gilt Transformationsprozessen in der postsowjetischen Peripherie, besonders Zentralasien.

Abstract des Dissertationsvorhabens

Das Promotionsvorhaben hat den Arbeitstitel „Machtwechsel oder Regimewechsel? Zur Dynamik von Anpassungsstrategien eines hybriden Regimes am Beispiel Kyrgyzstans“.

Die Ereignisse vom März diesen Jahres als Anlass nehmend setzt es sich mit der Frage auseinander, welche Prozesse ablaufen, wenn ein sogenanntes „Hybrides Regime“ mit der internationalen Demokratiehilfe in einen Austausch tritt. Hybrid bedeutet dabei, dass das Regime sich durch das Vorhandensein formaler demokratischer Strukturen auszeichnet, gleichzeitig aber informelle Herrschaftspraktiken wirken, welche eine stärkere Durchsetzung demokratischer Prinzipien blockiert. Diese Art von Machtstrukturen als ein System verstehend, dem an seiner eigenen Reproduktion gelegen ist, liegt der Fokus des Vorhabens auf den systemimmanenten Strategien zur Anpassung an eine sich stetig verändernde Umwelt in Form immer neuer Demokratisierungsstrategien von Agenturen der internationalen Entwicklungszusammenarbeit. Fragen wie die nach den Voraussetzungen, mit denen beide Seiten in Kontakt treten; nach der Verarbeitung von Erfahrungen, dem Messen von Erfolgen und Misserfolgen; nach den Prinzipien und systemspezifischen Orten der (Re)Formulierung von Strategien sollen beantwortet werden.

Die Grundlage der Arbeit bilden Interviews mit Vertretern beider Seiten – Hybrides Regime und Internationale Demokratiehilfe – an Orten in Kyrgyzstan, in denen Demokratisierungshilfe in Form von Dezentralisierungsmaßnahmen geleistet wird. Zusammen mit Gesprächen mit Entscheidungsträgern auf höheren Ebenen soll der Versuch unternommen werden eine dichte Beschreibung jener Prozesse zu liefern, die durch den Austausch beider Seiten auf beiden Seiten hervorgerufen werden. Last but not least besteht dadurch auch die Hoffnung, Hinweise zu finden für eine Antwort darauf, ob und inwiefern „Revolutionen“ im postsowjetischen Raum ein Weg sind, demokratischen und rechtsstaatlichen Prinzipien zur Durchsetzung zu verhelfen.