Das Promotionskolleg richtet sich an vielseitig interessierte, aufgeschlossene junge Menschen, die als potentielle zukünftige Führungskräfte einen Aufenthalt in Mittel- und Osteuropa mit dem Abschluss einer Dissertation verknüpfen wollen. Die Promotionslektoren verbinden Wissenschaft mit Praxisorientierung. Durch die Lehrerfahrung an der Gastuniversität, den Kontakt zu einem dortigen wissenschaftlichen Ansprechpartner und die Kooperation mit anderen Doktoranden, werden die Promotionslektoren Teil der Wissenschaftslandschaft des Gastlandes. Sie überwinden traditionelle nationale Forschungshorizonte und Verständigungsgrenzen und treten in Austausch über Forschungsansätze und -methoden. Die inhaltlichen Ergebnisse ihrer Forschungsarbeit und die vor Ort gemachten Erfahrungen bringen die Promotionslektoren in das Promotionskolleg ein. Im Rahmen des Kollegs beschäftigen sich die wissenschaftlichen Betreuer, die wissenschaftlichen Ansprechpartner aus Mittel- und Osteuropa und die Promotionslektoren mit aktuellen Fragestellungen in Transformationsgesellschaften. Die Plattform für diesen universitätsübergreifenden Austausch bietet das in der reichhaltigen Hochschullandschaft Berlins angesiedelte unabhängige Forschungsinstitut der DGAP.
Die Promotionslektoren durchlaufen ein zweijähriges Programm, an dessen Ende die abgeschlossene Dissertation steht. Sie promovieren an einer deutschsprachigen Universität ihrer Wahl bei einem für ihr Dissertationsthema geeigneten wissenschaftlichen Betreuer („Doktorvater“), realisieren aber ihr Promotionsvorhaben an einer Universität in Mittel- oder Osteuropa.
An dieser mittel- oder osteuropäischen Universität suchen sich die Promotionslektoren einen wissenschaftlichen Ansprechpartner und unterrichten zwei Wochenstunden, unter Umständen auch in Blockseminarform. Die Arbeit in Forschung und Lehre vor Ort ist dabei die Grundlage für die interkulturelle Auseinandersetzung mit der Region.
Das Kolleg unterstützt die Promotionslektoren bei ihren Promotionsvorhaben durch eine Reihe von Begleitveranstaltungen und hat zum Ziel, sie für Führungspositionen mit internationalem Bezug zu qualifizieren: Promovierte des Kollegs sollen durch eine Kombination von wissenschaftlicher Expertise, Regional- und Sprachkompetenz und Projektmanagementerfahrung einen Wettbewerbsvorteil auf dem Arbeitsmarkt erlangen. Die Promotionslektoren sind Teil des ganz Ost-, Mittel- und Südosteuropa umspannenden Netzwerkes des Lektorenprogramms der Robert Bosch Stiftung. Dieses Netzwerk bietet eine Plattform für den Austausch und soll den Praxisbezug der wissenschaftlichen Arbeit gewährleisten.
Im Programmverlauf werden die Promotionslektoren wissenschaftlich begleitet und gefördert: Sie nehmen an einer Reihe von Fortbildungen teil, bei denen promotionsrelevante und berufsqualifizierende Kenntnisse und Fähigkeiten vermittelt werden. Die Promotionslektoren haben außerdem die Möglichkeit, ein selbstorganisiertes Praktikum bzw. einen Forschungsaufenthalt zu absolvieren, um sich beruflich zu positionieren bzw. ihr Promotionsvorhaben voranzutreiben. Das Kolleg wird die Promotionslektoren bei der Kontaktaufnahme zu Institutionen aus Wissenschaft, Politik und Zivilgesellschaft unterstützen. Während des gesamten Programmverlaufs wird großer Wert auf die Erschließung, Bildung und Pflege von Netzwerken gelegt, die für die Promotionslektoren nützlich sein können. Auf diese Weise vermittelt das Kolleg den Promotionslektoren neben wissenschaftlichen auch methodisch-didaktische, Institutionen-, und Netzwerkkenntnisse. Das Kolleg schließt ab mit einer Evaluations- und Präsentationsveranstaltung, bei der die Promotionslektoren ihre Dissertation einer breiteren Öffentlichkeit präsentieren.