Veranstaltungen

Vier Mal im Laufe der zwei Jahre dauernden Projektphase treffen sich die
Forumsteilnehmer zum Austausch und stellen die Ergebnisse ihrer Arbeitsgruppen zur Diskussion: vom 9. bis 14. Oktober 2007 in Kaliningrad, Russland, im März 2008 in Berlin, im September 2008 in Lemberg (L’viv), Ukraine, und im März 2009 wiederum in Berlin.

Veranstaltungsorte

Kaliningrad: Die russische Exklave und EUropäische Enklave Kaliningrad bietet sich aus unterschiedlichen Gründen als Veranstaltungsort für das Forum an: Sie ist ein hervorragendes Beispiel für die Chancen und Probleme in der Zusammenarbeit im strategischen Dreieck Mitteleuropa (Entwicklung der ‚Pilotregion‘ als Beispiel für anhaltende Schwierigkeiten in den EU-Russland-Beziehungen, Verstimmungen im Umfeld der 750-Jahr-Feier als Beispiel anhaltenden Misstrauens in der Region, Einbindung in den Ostsee-Rat als Beispiel für alternative subregionale Zusammenarbeit jenseits der EU, Beispiel für ein Testfeld neuer politischer und wirtschaftlicher Kooperationsmodelle) und gleichzeitig Ausdruck der unverzichtbaren Einbindung Russlands um jeder Instabilität und Unberechenbarkeit entlang der EU-Außengrenze vorzubeugen (dabei erfolgt gleichzeitig eine Stärkung der regionalen Komponenten Russlands gegenüber Moskau). Mit der Verschiebung zukunftsrelevanter Fragen in den Osten Europas muss auch der Veranstaltungsort entsprechend gewählt werden. Schließlich wird vor allem in Kaliningrad das europäische West-Ost-Gefälle in aller Härte sichtbar und verweist auf den dringenden Handlungsbedarf. So kann Kaliningrad als Gradmesser für die Fortschritte in Richtung eines einheitlichen Europas gelesen werden. Als Kooperationspartner in Kaliningrad arbeitet die DGAP mit dem Europainstitut Klaus Mehnert der „Staatlichen Technischen Universität Kaliningrad“ zusammen. Dort existiert ein deutschsprachiger, postgradualer Studiengang „Europastudien“.

Berlin: Die neue, deutsche Hauptstadt, in deren Stadtbild sich die katastrophalen Konsequenzen eines uneinheitlichen und instabilen Europas in der Vergangenheit vielfach manifestiert haben und die für ihre Zukunft eine Schlüsselrolle in den West-Ost-Beziehungen in Anspruch nimmt drängt sich wie Kaliningrad als symbolischer Veranstaltungsort geradezu auf. Hinzu tritt Berlin als Standort der DGAP und anderer wichtiger Institutionen im Ost-West-Dialog.

L’viv: Das westukrainische L’viv (Lemberg) bietet sich durch eine Vielzahl von Gründen als dritter Veranstaltungsort an: Wie in kaum einer anderen mitteleuropäischen Stadt dokumentiert und manifestieren sich in den reichen Spuren ruthenischer, polnischer, jüdischer, deutscher und russischer Anwesenheit das fruchtbare Erbe der ehemals vielschichtigen historischen und kulturellenVerbindungen zwischen West und Ost – Galizien als Symbol eines verbindenden und geistig produktiven ‚Grenzlandes‘. Und verweist somit auf die Brüchigkeit (und Unzulässigkeit) einer ‚undurchdringlichen‘ EU-Außengrenze. In seiner ehemals gelebten und friedlichen Multikulturalität ist L’viv ein Hoffnungszeichen für partnerschaftliche und innovative Alternativmodelle jenseits einer sich verhärtenden EU-Außengrenze. Mit L’viv wird zudem eine Stadt der dritten ‚Ländergruppe‘, der direkten östlichen Nachbarstaaten (Belarus, Moldau und Ukraine) als Veranstaltungsort in das Forum integriert. Die Avantgarde der EUropäisch-orientierten ‚Orangenen Revolution‘ schöpft einen Großteil ihrer Inspiration aus der Westukraine und ihrer Hauptstadt. Und so dient auch L’viv als wichtiger Gradmesser für die Fortschritte in Richtung eines einheitlichen Europas.

Auch in L’viv ist eine dortige Universität Projektkooperationspartner. Das Forum ‚Einheit Europa‘ soll gemeinsam mit der „Nationalen Iwan Franko Universität Lviv“ durchgeführt werden.


Foto: Andreas Metz, n-ost


Foto: Andreas Metz, n-ost


Foto: Andreas Metz, n-ost