Forum ‚Einheit Europa’ – Gemeinsame Wege in eine EUropäische Zukunft ?!

Die Europäische Union ist mit der Osterweiterung an die Grenzen ihrer Handlungsfähigkeit zur Erhaltung von Sicherheit und Wohlstand in Europa gestoßen. Ihre aktuelle Ostpolitik sieht kurz- bis mittelfristig keine Beitrittsperspektive für ihre Anrainerstaaten Belarus, Ukraine, Moldau sowie für die Staaten des Südkaukasus vor. Diese Entwicklung birgt die Gefahr einer Verhärtung der EU-Ostgrenze. Das Forum ‚Einheit Europa’ will diesem Trend durch die Förderung länderübergreifender und interdisziplinärer Diskussionen und Forschungen zum Thema östliche EU-Außengrenzen und eines zukunftsorientierten und offenen Dialogs zwischen Europäern beiderseits der EU-Grenze entgegenwirken. Die Teilnehmer des Forums entwickeln Zukunftsperspektiven und Handlungsstrategien für ein einheitliches Europa, das alte und neue Mitglieder der EU, östliche Nachbarstaaten und die Russische Föderation nicht gegeneinander ausspielt, sondern als unverzichtbare Partner begreift. Auf dieser Grundlage arbeitet das Forum praxisorientiert und liefert neue Impulse für eine echte europäische Nachbarschaftspolitik.

Während der ersten Forumsphase im September 2007 werden sich 20 junge Nachwuchsführungskräfte und -wissenschaftler aus Ländern beiderseits der EU-Außengrenze austauschen, die in den Bereichen Verwaltung, Politik, Wirtschaft und Medien sowie in den Fachbereichen der Sozial-, Geistes-, Kultur-, Wirtschafts- und Rechtswissenschaften tätig sind. Das Format des Forums unterscheidet sich bewusst vom Modell ‚üblicher’ Konferenzen und Tagungen. Es wählt einen Ansatz, der die Teilnehmer schon vor Tagungsbeginn über kleine Arbeitsgruppen in einen ergebnisorientierten und interaktiven Austausch einbindet und die Zielsetzungen der Multinationalität, Interdisziplinarität und Schnittstellenfunktion zwischen Wissenschaft und Politik verfolgt. In vier Phasen entwickeln diese Arbeitsgruppen konkrete Handlungsempfehlungen für Entscheidungsträger in Verwaltung, Politik und Wirtschaft sowie kleinere Zukunftsprojekte. Und zwar ausgehend von gemeinsam erarbeiteten Fragestellungen, die die Teilnehmer während des ersten Forumstreffens am Europainstitut Klaus Mehnert in Kaliningrad diskutieren. Die russische Exklave Kaliningrad bietet sich als Veranstaltungsort an, da sich hier eine Vielzahl verschiedener Auswirkungen einer Grenzverhärtung innerhalb Europas exemplarisch verdichten.

Die ersten Arbeitsergebnisse werden in den folgenden zwei Jahren in Gruppen- und Forumstreffen in Berlin sowie L’viv (Lemberg) zur Diskussion gestellt, weiterentwickelt und ausgearbeitet. Auf dem abschließenden Forumstreffen in Berlin im März 2009 werden die Ergebnisse in Form einer Publikation vorgestellt und in den Diskussionsprozess des erweiterten Europas eingespeist. Auch die in dieser Zeit durchgeführten Zukunftsprojekte werden der Öffentlichkeit vorgestellt. Durch seine zweijährige Arbeit fungiert das Forum so als Impulsgeber für die Debatten um eine Europäische Ostpolitik.

Projektleiter: Christian Weitzel, Dr. Gereon Schuch

Gefördert durch die

Downloads