Der DGAP Gesprächskreis Frankreich tagte am 20. Juni 2007 und diskutierte unter dem Titel »Bruch, Wandel oder weiter wie bisher? Die innenpolitischen Folgen der Wahlen in Frankreich« den Ausgang der Parlamentswahlen in Frankreich. Der Direktor des Deutsch-Französischen Instituts Ludwigsburg, Prof. Dr. Frank Baasner, erläuterte die derzeitige Parallelführung von liberalen und protektionistischen Ansätzen, die bewusst austariert würden, um in der aktuellen Phase der Präsidentschaft von Nicolas Sarkozy einerseits die Bevölkerungskreise zu beruhigen, die Veränderungen mit Sorge entgegensähen, und andererseits eine Öffnung zu signalisieren.
Dr. Sabine von Oppeln, Studiendekanin im Fachbereich Politik und Sozialwissenschaften der Freien Universität Berlin, wies auf den extremen Erwartungsdruck hinsichtlich innerer Reformen hin, warnte aber davor, Sarkozy zu überschätzen. Erste Ankündigungen ließen wenig Hoffnung aufkommen.
Dr. Emiliano Grossman, Chargé de recherche FNSP im CEVIPOF (Centre de recherches politiques de Sciences Po) in Paris, analysierte die aktuelle Parteienlandschaft und stellte eine Bipolarisierung des Parteiensystems fest, die unter anderem eine Folge des Mehrheitswahlrechts sei. Sarkozy habe es verstanden, den Wertesockel des Front National in die UMP zu integrieren, während sich die Wähler des Mouvement Démocrate im zweiten Wahlgang für die Sozialisten entschieden hätten.