Woher rührt die wachsende EU-Skepsis innerhalb der kroatischen Bevölkerung? Welchen zentralen Erwartungen sieht sich der neu gewählte Präsident des Landes gegenüber und wie sind die schwierige wirtschaftliche Lage sowie der schleppende Reformprozess Kroatiens zu erklären? Über diese Fragen diskutierten am 12. Januar 2010 in der DGAP der Botschafter Kroatiens S.E. Miro Kovač, Osteuropa-Experte und Professor an der Universität Bukarest Dr. Franz-Lothar Altmann und Literaturwissenschaftlerin Dr. Alida Bremer. Die einmal monatlich stattfindende Botschaftermatinée wird gemeinschaftlich von Inforadio Berlin Brandenburg und der DGAP organisiert.
Botschafter Kovač erklärte, dass die wachsende EU-Skepsis seiner Landsleute Resultat des langwierigen EU-Beitrittsprozesses sowie der teilweise schmerzhaften Auswirkungen der von der EU geforderten Reformen sei. Trotzdem erwarte er weiterhin eine klare Zustimmung der Kroaten für einen anstehenden EU-Beitritt. Osteuropa-Experte Altmann benannte die fehlende EU-Unterstützung während des Grenzstreits mit Slowenien als einen weiteren Grund für die wachsende EU-Skepsis der Kroaten. Literaturwissenschaftlerin Alida Bremer sagte, dass der kroatische Wunsch nach Unabhängigkeit schon vor dem Zerfall der UdSSR eng verknüpft mit der Vorstellung eines EU-Beitritts gewesen war und dass dieses die wachsende Ungeduld der Kroaten ebenfalls erklärt.
Hinsichtlich der Erwartungen an den neuen kroatischen Präsidenten führte Botschafter Kovač insbesondere die Bekämpfung der Korruption sowie eine neue Form der Kommunikation innerhalb der kroatischen Politik an. Herr Dr. Altmann nannte die Beseitigung weiterer struktureller Defizite mit dem Ziel der EU-Mitgliedschaft sowie die Fortsetzung des Annäherungsprozesses an den einstigen Gegner Serbien wichtige Kernforderungen an den neuen Präsidenten.
Botschafter Kovač sagte weiterhin, dass der Grund für die wirtschaftlichen Probleme des Landes als auch für den schleppenden Reformprozess die nach der Unabhängigkeit 1991 schwierige wirtschaftliche Lage und die anfängliche Fehlverteilung von Ressourcen sei. Herr Dr. Altmann bezeichnete die hohe Staatsverschuldung, in ihrer Negativauswirkung durch die Finanzkrise noch intensiviert, sowie den aufgeblähten Staatsapparat als Hindernisse für eine wirtschaftliche Verbesserung.
Seit Januar 2007 zeichnet Inforadio Berlin-Brandenburg in den Räumen der DGAP die Sendung „Weltsichten. Inforadio ganz international – Die Botschaftermatinée“ auf. Alle vier Wochen begrüßt Gastgeberin Sabine Porn einen Deutsch sprechenden Botschafter sowie zwei weitere Gäste und führt Gespräche über die Menschen, Politik, Kultur und Geschichte des Landes. Sendetermin ist Sonntag, 24. Januar 2010 um 11:05 Uhr. Das Gespräch kann auch auf www.inforadio.de angehört und heruntergeladen werden. Die nächste Veranstaltung findet voraussichtlich am 09.03.2010 statt.
Für weitere Infos bei der DGAP zum Thema Kroatien, Kontakt: Cornelius Adebahr, adebahr@dgap.org.
Paul Freiherr von Maltzahn neuer geschäftsführender stellvertretender Präsident der DGAP
Ab 1. September 2010 wird Botschafter a. D. Paul Freiherr von Maltzahn neuer geschäftsführender stellvertretender Präsident der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik (DGAP) in Berlin.
01.09.2010
Russische Medien und die Waldbrände
Hintergrundgespräch mit Dr. Stefan Meister
13.08.2010 | Deutschlandradio Kultur
Interview mit Dr. Stefan Meister
08.08.2010 | WDR 5, Die Tagespost, Radio Fritz, NRW-RV
Call for Applications:
Czech-German Young Professionals Program
Bewerbungsschluss: 26. September 2010
Alexander Rahr trifft den Präsidenten der Ukraine, Viktor Janukowitsch
Alexander Rahr wurde am 18. Juni 2010 zusammen mit anderen Vorstandsmitgliedern von Yalta European Strategy vom ukrainischen Präsidenten Viktor Janukowitsch empfangen. Janukowitsch sprach über die verbesserte wirtschaftliche Lage im Land und über seine bevorstehende Deutschland-Reise. In diesem Zusammenhang erklärte Janukowitsch, dass er gute Beziehungen zu Deutschland unter anderem auch nutzen will, um wichtige politische Signale an die Europäische Union auszusenden. Die Ukraine möchte eine Freihandelszone mit der Europäischen Union begründen. Auch wünscht sich Janukowitsch die Abschaffung der Visen zwischen der Ukraine und der EU.
18.06.2010
Almut Möller, Leiterin des Alfred von Oppenheim-Zentrums für Europäische Zukunftsfragen, referierte am 15. Juni 2010 bei der Tagung von EPIN in Istanbul zu “Europa 2030: Die Debatte um die Zukunftsstrategie der Europäischen Union”. Die Tagungen des Netzwerks europäischer Think Tanks finden regelmäßig zu aktuellen Fragen des Integrationsprozesses statt. Gastgeber in der Türkei war das Centre for Economics and Foreign Policy (EDAM).
15. Juni 2010
15.06.2010
Alexander Rahr moderierte am 10. Juni in Moskau eine Podiumsdiskussion auf der internationalen Konferenz "Drug Production in Afghanistan. A Challenge to the International Community." An der Konferenz nahmenteil: Russlands Präsident Dmitri Medvedev, Aussenminister Sergei Lawrow, NATO-Botschafter Dmitri Rogozin, Generäle der ISAF, Mitglieder des Regierungskabinetts von Afghanistan, Sicherheitspolitiker aus Indien, Türkei, Iran, Pakistan, Kolumbien, USA.
10.06.2010
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