So heiße Redeschlachten hat das ehrwürdige DGAP-Gebäude selten gesehen: 20 Diplomaten aus Mittel- und Osteuropa übten sich am 13. Juni im Rededuell im Stile britischer Parlamentsdebatten („Oxford-Debatte“). Das Gefecht mit Argumenten, Rede und Gegenrede drehte sich um aktuelle Fragen der Außenpolitik (z.B. EU-Verfassung). Als gemeinsame Veranstaltung der Internationalen Diplomatenausbildung des Auswärtigen Amts und des Programms Mitteleuropa der DGAP war das Format ein Novum, entsprechend leidenschaftlich debattierten die Teilnehmer. Die Themen entstammten direkt den Strategiepapieren, die die Diplomaten während der Hospitation in einem Fachreferat des Auswärtigen Amts verfasst haben, wesentlicher Teil des dreimonatigen Lehrgangs in der Internationalen Diplomatenausbildung.
Das Auswärtige Amt hat mit der Internationalen Diplomatenausbildung (1-DA) seit 1992 ein praxisnahes Weiterbildungsprogramm für junge Diplomaten aus über 80 Ländern aufgebaut: Es umfasst 4 Lehrgänge (Mittel- und Osteuropa, Afghanistan, Islamische Welt, Lateinamerika/Karibik) und das Diplomatenkolleg. Über 700 Teilnehmer haben das Programm bislang durchlaufen. Im nächsten Jahr sollen ein weiterer Lehrgang (Afrika) und eine Summerschool ("Open Academy") hinzukommen.
Ziel ist es, "young potentials" aus Partnerstaaten mit den Grundpositionen und -linien deutscher Außenpolitik vertraut zu machen und zu vernetzen ("Diplomacy by Networking") und damit in Zukunftsfragen die Grundlage für eine kooperative Außenpolitik zu schaffen.
Die Curricula ruhen, an der Aktualität und den Interessen der Teilnehmer orientiert, auf drei Säulen: den Grundlagen, den Fragen und der Praxis moderner Diplomatie. Zum Lehrgang gehören Seminare, Planspiele, Informationsbesuche, Studienfahrten und die dreiwöchige Hospitation als "Kollege unter Kollegen" in den Referaten des Auswärtigen Amts.
In den Internationalen Diplomatenlehrgängen werden außenpolitische Schlüsselthemen behandelt und berufspraktische Fertigkeiten vermittelt ("Policy Making", Verhandlungsführung, Medientraining, Public Diplomacy, Kulturdiplomatie, Berichterstattung u.ä.).
Ein Tandem-Programm mit deutschen Nachwuchsdiplomaten, Simulationskonferenzen mit Studierenden, Empfänge, Besichtigungen, Exkursionen und eine Studienfahrt zu den europäischen und transatlantischen Institutionen ergänzen das Programm.
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