Am 27. April 2007 zeichnete Inforadio vom RBB die monatliche Sendung »Botschaftermatinée« in den Räumen der DGAP auf. In der »nordische« April-Sendung diskutierten I.E. Ruth Evelyn Jacoby, Botschafterin des Königreichs Schweden, Peter-Urban-Halle, Übersetzter und Literaturkritiker nordischer Literatur und Dr. Reinhold Wulff vom Nordeuropa Institut der HU Berlin, über Menschen, Natur, Kultur und Politik des Königreiches.
Die Botschafterin und die beiden Schweden-Experten der Runde tauschten sich über Vorurteile über Schwedens aus, dabei ging es u.a. um die Gastfreundschaft aber auch um die Verschlossenheit der Schweden. Botschafterin Ruth Evelyn Jacoby entgegnete: »Die Schweden verhalten sich nicht anders als Menschen anderer Länder, jedoch gibt es auch typische Charakterzüge. Die Schweden sind z.B. sehr natur- und familienverbunden.«
Der ganze Stolz der Schweden ist die vollbrachte gesellschaftliche Gleichstellung von Frau und Mann. Im 22-köpfigen Kabinett Schwedens sind 9 Frauen vertreten. Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf sei in Schweden einfacher als in Deutschland. Dies werfe die Frage auf, ob Schweden die derzeitige Familiendebatte in Deutschland nicht eher belächelt, so Sabine Porn, die durch die Sendung führte.
»Wir Schweden freuen uns sehr über diese Entwicklung in Deutschland‹‹, antwortete die Vertreterin des schwedischen Königreichs. ››In Schweden gibt es viele Ehemänner, die verständnisvoll sind, aber unser Land ist diesbezüglich noch kein Paradies, wie es häufig dargestellt wird.«
Sabine Porn sprach ihre Gäste neben vielen andern Themen auch auf die jetzige «konservative Regierung an. Dr. Wulff und die Botschafterin wiesen darauf hin, dass die Regierungsarbeit ideologisch weniger als konservativ einzustufen sei, sondern mehr als »moderat«. »Die Wirtschaftspolitik wurde quasi von den Sozialdemokraten übernommen und weitergeführt«, so Dr. Wulff. Peter Urban-Halle gab zu bedenken: »Der jetzige Trend zu einer neoliberalen Politik ist eine Gefahr für den skandinavischen Wohlfahrtsstaat.«
Der Literaturkritiker und Übersetzer zahlreicher Romane konnte den Zuhörern einen Einblick in die nordische Literatur geben. »Während schwedische Kinderbücher eine heile Welt zeichnen, sind viele schwedische Krimis häufig dunkler als die Wirklichkeit.« Auch die junge Filmbranche spiele eine große Rolle in der Abbildung der schwedischen Gesellschaft. So wurden in der Runde Filme junger Regisseure mit Migrationshintergrund gelobt, die gerade dieses zum Thema machen.
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