Fünzig Jahre DGAP

Freitag 03. Juni 14:00 - 14:30
Ort: DGAP, Philharmonie

Rede vom Präsidenten der DGAP, Dr. Arend Oetker, zur Fünfzig-Jahre-Feier der DGAP in der Berliner Philharmonie am 3. Juni 2005

Begrüßung durch den Präsidenten der DGAP, Dr. Arend Oetker, in der Berliner Philharmonie am 3. Juni 2005

Hochverehrter Herr Bundespräsident, sehr geehrter Herr Staatssekretär, lieber Herr Jansen, Exzellenzen, sehr geehrte Damen und Herren Abgeordnete des Bundestages und des Europäischen Parlaments, verehrte Gäste, Förderer, Freunde der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik, liebe Mitglieder.

Es ist uns Mitgliedern eine ganz große Ehre und Freude, Herr Bundespräsident, dass Sie unsere Einladung akzeptiert haben und heute zu uns sprechen wollen. Wir sind auch alle sehr gespannt: Sie sind in diesen Tagen, in diesen Wochen, in diesen Monaten, eigentlich seit Antritt Ihres Amtes für uns Deutsche ein Punkt der Orientierung, in einer Zeit, in der sehr häufig die Orientierung verloren geht. Und insofern freuen wir uns, dass Sie die Bedeutung unseres Engagements durch Ihre Anwesenheit und durch Ihre Bereitschaft, eine Rede zu halten, unterstreichen.

Ich darf auch sehr herzlich alle Musiker begrüßen und mit ihnen die Vertreter der Deutschen Stiftung Musikleben, an ihrer Spitze Frau Irene Schulte-Hillen und ihre Mitarbeiterinnen und natürlich auch alle, die die Berliner Philharmonie hier vertreten, die Mitglieder des Orchesters und Herrn Kersten, den Geschäftsführer. Wir freuen uns, an diesem schönen und sonnigen Tag hier in der Philharmonie sein zu dürfen, und ich freue mich sehr auf die musikalischen Darbietungen.

In diesem Zusammenhang darf ich Ihnen eine kleine Änderung ankündigen: Frau Schulte-Hillen und ich haben uns überlegt, dass zwei Sätze aus dem Forellenquintett für den Auftakt doch ein wenig zu lang sind und so werden wir uns mit dem Ersten Satz begnügen (müssen). Das Pestrofa-Ensemble wird nun aus Schuberts „Forellenquintett“ den ersten Satz Allegro vivace spielen. [Beifall]

Rede vom Präsidenten der DGAP, Dr. Oetker

Vielleicht hätte es doch auch noch der zweite Satz Andante sein können? Vielleicht ja, ich fand es wunderbar. Ich hoffe Sie auch. Vielen Dank Christoph und Nicolas Altstaedt, Jermolai Albiker, Konstantin Sellheim und Nabil Shehata. Zu Recht machen Sie dieses Quintett zum Motto ihres gesamten künstlerischen Auftritts, nämlich Pestrofa-Ensemble, aus dem Griechischen pestrofa = Forelle.

Nach dieser schwungvollen Einstimmung kann ich in optimistischem Ton fortsetzen. Die Deutsche Gesellschaft für Auswärtige Politik und das meine ich ganz positiv, ist — wie man so schön sagt — in die Jahre gekommen. Ein Rückblick auf das vergangene halbe Jahrhundert ihrer Tätigkeit gibt Anlass zu berechtigtem Stolz und — wie ich glaube — berechtigter Hoffnung, dass die DGAP auch in Zukunft eine wichtige Rolle bei der wissenschaftlichen Vorbereitung, der kritisch-konstruktiven Begleitung und der auch öffentlichen Erläuterung deutscher Außenpolitik spielen wird.

Es zeugt von dem Weitblick der Gründergeneration unserer Republik, dass sie in dem Augenblick, in dem die Formulierung einer eigenen deutschen Außenpolitik — trotz aller damaligen Begrenzungen — wieder möglich wurde, an den Aufbau eines von der Regierung und den politischen Parteien unabhängigen Instituts nach dem Vorbild von Chatham House und dem American Council on Foreign Relations ging. Die Zusammensetzung der Unterzeichner des Aufrufes zur Gründung der DGAP zeigt die Breite der Unterstützung für dieses Vorhaben. Sie kennen die Namen alle: Herman Abs, Fritz Berg, Heinrich von Brentano, Thomas Dehler, Walter Hallstein, Günter Henle, Andreas Hermes, Hans von Merkatz, Erich Ollenhauer, August Oswalt, Robert Pferdmenges. Unter den 22 Mitgliedern des am 8. Juni 1955 konstituierten Forschungsausschusses, des späteren wissenschaftlichen Direktoriums, waren Persönlichkeiten wie Arnold Bergstraesser, Marion Dönhoff, Theodor Eschenburg, Wilhelm Grewe, Hans Rotfels, Ulrich Scheuner, Karl Schiller, Carlo Schmid und Günter Schmölders. Von der Gründung an haben sich namhafte Politiker, Wirtschaftsführer und Wissenschaftler bereit gefunden, leitende Funktionen in der DGAP zu übernehmen: die späteren Bundespräsidenten Karl Carstens, Richard von Weizsäcker, der spätere Bundeskanzler Helmut Schmidt und auch der ehemalige Außenminister Hans-Dietrich Genscher, sowie aus der Wirtschaft Günter Henle, Fritz Berg, Hans L. Merkle, Ulrich Cartellieri und Alfred Freiherr von Oppenheim. Sie alle und eine Vielzahl von Politikern, Vertretern der Wirtschaft und der Wissenschaft und der Publizistik haben zusammen mit den ständigen Mitarbeitern der Gesellschaft für Auswärtige Politik zu einer im In- und Ausland hochgeachteten Institution geführt. Dafür gebührt ihnen heute, in den meisten Fällen, postum unser herzlicher Dank.

In diesen Tagen hat mich ein Brief von einem der Mitgründer, der damals die Satzung mit beraten hat, erreicht. Dieser Brief, ich habe ihn jetzt nicht mehr so genau vor Augen, hat uns alle daran gemahnt ganz besonders die Unabhängigkeit dieser Institution zu bewahren. Und diese Mahnung seitens einer der Gründer werden wir uns zu Herzen nehmen.

Es würde zu weit führen, die Entwicklung der Gesellschaft in den letzen 50 Jahren im Einzelnen nachzuzeichnen. Ich möchte aber alle Anwesenden herzlich einladen, wenn Sie heute Abend zum Sommerfest kommen, sich die kleine Ausstellung über die Geschichte der DGAP in der Galerie des ersten Stocks anzuschauen. Gehen Sie nicht nur in den schönen Garten und trinken ein Glas Wein, sondern gehen Sie wirklich einmal hoch in den ersten Stock und lernen dabei auch das Haus kennen. Bevor ich noch ein paar Worte zur jüngsten Entwicklung und zu den weiteren Perspektiven sage, möchte ich mich natürlich auch bedanken. Ohne die finanzielle Hilfe, ohne das Engagement unserer Mitglieder und Förderer, wäre das alles nicht möglich gewesen. Das war nicht selbstverständlich: Viele Mitglieder haben über sehr viele Jahre hinweg die Gesellschaft unterstützt und damit auch ihre wirtschaftliche Grundlage abgesichert und dafür sage ich von dieser Stelle herzlichen Dank. [Beifall]

Nun zur aktuellen Situation.

Seit dem Umzug nach Berlin, 1999 war es soweit, sind sechs Jahre vergangen, in denen sich die Gesellschaft, ich glaube mit Erfolg, bemüht hat die Bonner Erfolgsgeschichte in das neue Umfeld zu übertragen. Dass dies einigermaßen, wie ich hoffe, gelungen ist, verdanken wir unseren vier Präsidenten der Übergangsjahre: Werner Lamby, Ulrich Cartellieri und Hans-Dietrich Genscher und Alfred Freiherr von Oppenheim. Das gilt natürlich auch  für die geschäftsführenden stellvertretenden Präsidenten, die ich hier, zum Teil jedenfalls, schon gesehen habe: Herrn Immo Stabreit, Herrn Leopold Bill von Bredow und natürlich Herrn Frtijof von Nordenskjöld, der seit kurzem, aber mit ungeheurem Engagement die Geschäfte führt: gewissermaßen der Kopf dieser Gesellschaft ist. Die neue Orientierung war und ist nicht ganz einfach. Wir haben eine große Zahl von Mitgliedern an Rhein und Ruhr zurücklassen müssen, die heute zwangsläufig weniger intensiv am Leben unserer Gesellschaft teilhaben können, als sie es gewohnt waren. Umso dankbarer bin ich  Frau Dr. Helga Steeg und Herrn Dietrich von der Planitz, dass sie diesen Mitgliedern Jahr um Jahr im Forum Bonn ein anspruchsvolles und abwechslungsreiches Programm bieten. Aber auch unsere Förderer aus Wirtschaft und Industrie sind mit wenigen Ausnahmen, wie zum Beispiel Schering, an Rhein und Ruhr geblieben. Das kann ich ja verstehen. Sie profitieren heute weniger von unseren vielfältigen Veranstaltungen, und es ist auch nicht so leicht, sie dafür zu gewinnen, weil natürlich sehr viel, auch mit ähnlicher Thematik, hier angeboten wird. Umso mehr freuen wir uns darüber, dass diese Unternehmen ihre rührigen Hauptstadtrepräsentanten beauftragt haben, den Kontakt zur DGAP zu pflegen. Diese sehr direkten Beziehungen haben sich erfreulich entwickelt. Dass in Berlin aufgrund der Vielzahl von hoch aktiven in- und ausländischen Instituten mit ähnlicher Thematik ein erheblich größerer Wettbewerb herrscht und zwar um das interessierte Publikum, genauso wie um die finanzielle Unterstützung, schreckt uns nicht. Wir sind zuversichtlich, dass wir in diesem Wettbewerb auch unter den verschärften Berliner Bedingungen bestehen können. Allerdings hat uns die neue Lage auch darin bestätigt, dass wir die Gesellschaft strukturell und programmatisch an diese Herausforderung anpassen müssen. Dies ist uns in den letzten Jahren zunehmend gelungen. Das Forschungsinstitut hatte uns unter seinem Direktor Karl Kaiser ein hohes nationales und internationales Ansehen verschafft. Dreißig Jahre war er sozusagen das Gesicht der Gesellschaft und wir vergessen seine außerordentlichen Verdienste um diese Gesellschaft nicht. Herzlichen Dank. - Beifall - Den Beifall hat er wirklich verdient. Die Leitung des Instituts liegt nun bei Eberhard Sandschneider, der mit Verve und voller Tatendrang diese Aufgabe übernommen hat. Einher damit geht, dass wir uns doch etwas anders aufstellen müssen, als wir vielleicht in der Vergangenheit aufgestellt waren. Nämlich zunehmend nachfrageorientiert. Sonst werden wir weniger Mittel erhalten, als wir sie früher bekommen haben. Gemeinsam und in enger Absprache mit unseren Förderern und Partnern aus Politik und Wirtschaft, dem Auswärtigen Amt und anderen staatlichen Ministerien, aber eben auch der Wirtschaft, versuchen wir Themen heraus zu finden, die uns wirklich alle beschäftigen und wo eine wissenschaftliche Untersuchung notwendig ist. Selbstverständlich bedeutet dieser Ansatz keine Aufgabe der wissenschaftlichen Unabhängigkeit und darauf werden wir stets achten. Inhaltlich geht es dabei um die Schwierigkeiten im transatlantischen Verhältnis, aber auch um die künftige Gestaltung Europas oder des Nahen Ostens. Die Entwicklung der Beziehungen Deutschlands zu wichtigen strategischen Partnern stehen ebenso im Mittelpunkt unserer Arbeit wie wirtschaftliche, demographische und sicherheitspolitische Herausforderungen unseres Landes.

Dann haben wir noch die Bibliothek und Dokumentationsstelle. Ich kann Sie nur auffordern, diese zu nutzen: Sie ist auf dem neuesten Stand, sie ist zugänglich, und auch mit den neuesten Kommunikationsmethoden ausgestattet, und steht somit auch allen Mitgliedern und interessierten Bürgern von häuslichen oder beruflichen Computern aus zur Verfügung. Sie können sich natürlich aber auch in die Bibliothek, die eine der ältesten öffentlich zugänglichen Spezialbibliothek zur deutschen Außen- und Sicherheitspolitik ist, setzen und in Ruhe eine Zeitschrift lesen. 260 Zeitschriften liegen dort zur Auswahl. Ich kann Sie nur bitten, diese für jeden unbeschränkt zugängliche Institution zu nutzen.

Und in der Verwaltung müssen wir uns eben auch auf neue Zeiten einrichten, die Größe der Stadt berücksichtigen und uns bei der Mittelbeschaffung professionalisieren, um die Unterstützung aller Mitglieder zu erlangen.

Und dann ist da noch, nicht zu vergessen, die "Internationale Politik", die Monatszeitschrift. Diese traditionsreiche Säule der DGAP ist hervorgegangen aus dem bereits 1945, also vor 60 Jahren gegründeten - man muss sich das mal vorstellen, unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg - von Wilhelm Cornides, gegründeten "Europa-Archiv".  Sie wurde in der jüngsten Vergangenheit für jeweils zehn Jahre von Frau Dr. Angelika Volle, als Chefredakteurin, und von Prof. Werner Weidenfeld, als Herausgeber, bis 2005 betreut und gestaltet. Auch ihnen gebührt Dank für diese langjährige Unterstützung. - Beifall - Und nun, Sie haben es vielleicht schon gemerkt,, hat sich auch da etwas wesentlich geändert. Wir haben einen neuen Verlag, den Frankfurter Societätsverlag. Wir haben uns zum ersten Mal auf den Markt ausgerichtet. Das heißt, sie finden es auch an den Bahnhofsbuchhandlungen. Die Texte sind kürzer gefasst. Das Themenspektrum ist breiter geworden. Der Auftritt ist unverkennbar und wenn ich mir die jetzige Ausgabe zum Thema Freiheit anschaue, dann muss ich sagen: Die Freiheit ist die goldene Farbe des Covers wert. Die Freiheit ist uns Gold wert. - Beifall -. Das ist sozusagen das Motto dieser Zeitschrift. Sabine Rosenbladt, langjährige Ressortleiterin Außenpolitik und zuletzt Chefredakteurin der Hamburger Wochenzeitung "Die Woche", hat sich in diesen zwei Jahren sehr viel Mühe gegeben, wirklich ein eigenes Forum, zum ersten Mal nicht nur für die Mitglieder, sondern auch für ein breites Publikum, zu schaffen.

Wir verdanken Vielen vieles und dennoch lassen Sie mich zum Schluss noch einige eigene Gedanken sagen.

Das Thema Globalisierung macht uns zu schaffen.

Das Verschwinden von Grenzen, das nämlich ist Globalisierung, das Verschwinden von wirtschaftlichen Grenzen, von physischen Grenzen und von sprachlichen Grenzen, manchmal auch von kulturellen Grenzen.

Warten wir ab, wie es die Schweizer machen werden, wenn sie über das Schengener Abkommen abstimmen…

Was schafft denn in solch einer grenzenlosen Gesellschaft noch Bindungen, die gemeinschaftsbildend wirken?

Wir Europäer haben uns aufgemacht, vielleicht deutlicher/sichtbarer als viele andere in der übrigen Welt, solch eine Gemeinschaft zu bilden. Zur eigenen Überraschung, manchmal zur Befremdung oder gar zur eigenen Bestürzung, haben wir etwas geschaffen. Und nun, nachdem der Binnenmarkt da ist, der Euro die gemeinsame Währung ist, hört man: Nee oder non. Sagen wir auch nein dazu?

Nein zu dem, was eine Verfassung vielleicht beinhalten kann? Ist es die Angst vor einer Bindung? Was ist diese Gemeinschaft? Was beunruhigt den Bürger?

Wenn wir daran denken, dass die Institutionen, die nach dem Zweiten Weltkrieg geschaffen worden sind, von uns allen geschaffen wurden, die UNO zum Beispiel oder die WTO-Runde, das GATT-Abkommen oder die gemeinsame Währungsinstitution, die Weltbank, dann meine ich, dass wir uns jetzt, in dieser globalen Welt, darauf besinnen müssen, auch diese neue Institution zu stärken.

Es ist einfach so, dass wir letztlich in hohem Maße von wirtschaftlichen Vorgängen abhängig sind. Das sehen wir in der Währungspolitik. Das sehen wir in der Energiepolitik. Das sehen wir aber auch in der Kommunikations- und in der Transportpolitik, kurz, in der Logistik. Wir bemerken es auch im Umweltbereich. Nur die soziale Seite, der Aspekt, der den Generationenvertrag ausmacht, der ist national organisiert. Wir müssen uns in dieser globalisierten Welt bemühen, bewährte Ordnungsmechanismen aufrechtzuerhalten, und nicht nur das, wir müssen sie stärken, Ordnungsmechanismen für diese Weltgemeinschaft.

Es ist bemerkenswert, dass gerade in der jetzigen Situation die Symbolkraft des Glaubens zugenommen hat, wie wir an dem Echo auf den Tod des Papstes Johannes Paul bemerken konnten. Wir sehen dies auch an der Resonanz, die die Wahl des ersten deutschen Papstes seit vielen Jahrhunderten hatte. Wir können sie förmlich spüren, die Renaissance der Religionen durch die Millionen und Abermillionen von Menschen, die am Fernsehen wirklich nachhaltig diese Ereignisse verfolgt haben. Wir sehen es auch in Amerika. Wir sehen es auch bei den Moslems, im Islam, dass die Bedeutung der Religionen gewinnt – und da spreche ich nicht von den Fundamentalisten, das ist die extreme Seite! Religion schafft Orientierung. Sie schafft Leitgedanken. Sie schafft Heimat. Die Welt ist immanent. Das heißt in jeder Zeit und an jedem Ort präsent.

Das ist für mich die Globalisierung. Niemand kann sich isolieren, abschließen oder abschotten. Schutzwälle funktionieren nicht mehr. Wehrburgen sind obsolet. Die totale Erreichbarkeit überall in dieser Weltgemeinschaft, sei es über das mobile Funknetz oder das world wide web, ist letztlich gewährleistet und muss offen bleiben Der Bürger muss erkennen, dass er sich dem nicht widersetzen kann.

Aber, welche Art von Verfasstheit, welche Art von Ordnung, ist er dann bereit zu akzeptieren? Das Allgemeine, das allgemein Gültige muss eigentlich permanent verhandelt werden.

Wir leben in einem Prozess, wo es die Sicherheiten nicht mehr gibt, die es früher für lange Zeit gab, zu sehen an Verträgen für lange, lange Dekaden. Wir sind dabei, dauernd Neues zu erproben, sind auf der Suche nach den besten Konzepten, streiten uns manchmal auch in einem geregelten demokratischen Verfahren, in Wahlen, darüber, welches das beste Konzept ist, und verhandeln eigentlich permanent neu. Wenn irgendwas schiefgegangen ist, müssen wir wieder neu ansetzen, neu verhandeln.

Der Bürger will die Übersicht behalten. Er ist verunsichert. Er will Transparenz. Er will wissen, wer wofür zuständig ist, im Bund, im Land, in der Kommune, in Europa. Er will, dass die Welt in Ordnung bleibt. Außenpolitik ist eben Innenpolitik geworden. Lassen Sie uns gemeinsam in diesem Sinne die Deutsche Gesellschaft für Auswärtige Politik stärken, als ein breites unabhängiges Forum, um den Dialog in der Gesellschaft über Fragen der Sicherheit und der außenpolitischen Bedingungen im Zeichen globaler Herausforderungen auszubauen. Dazu lade ich Sie alle ein.

Danke.