Im Expertengespräch betonte Dr. Sumit
Ganguly von der University of Illinois – einer
der Architekten der jüngsten politischen
Annäherung in den US-Indischen Beziehungen –
zunächst vor allem die historisch gewachsenen
Schwierigkeiten und Hindernisse in den bilateralen
Beziehungen zwischen den USA und Indien, die ein
erhebliches Misstrauen und zahlreiche
Missverständnisse in den vergangenen Jahrzehnten
begründeten.
Expertengespräch mit Dr. Sumit Ganuly
Dieses Misstrauen ist bereits seit 1945 und insbesondere nach der Unabhängigkeit Indiens im Jahre 1947 zu konstatieren und hat sich in der Phase des Kalten Krieges fortgesetzt. Dieses ist vor allem auf die Politik der USA nach 1945 zurück zu führen, da Washington ein besseres Verhältnis zum direkten Konkurrenten Pakistan aufbaute und dabei Islamabad von Beginn an mit größeren Waffenexporten militärisch unterstützte. Indiens Engagement in der Blockfreienbewegung wurde in Washington mit einer pro-sowjetischen Politik gleichgesetzt. Auch der indisch-chinesische Grenzkonflikt von 1962 führte nur zeitweise zu einer Annäherung zwischen beiden Seiten, die sich zudem auf eine verstärkte Geheimdienstkooperation beschränkte. Doch diese „Tauwetterperiode“ zwischen Washington und New Delhi sollte mit der strategischen Neuausrichtung der US-China-Beziehungen ab 1971 schon wieder vorbei sein.
Erst mit der Phase der verstärkten „Nichtverbreitungspolitik“ von Massenvernichtungswaffen unter Präsident Clinton und seiner Erwartungshaltung, Indien repräsentiere einen der wichtigsten globalen Wachstumsmärkte, wurde seit Mitte der 90er Jahre die Annäherungspolitik zwischen beiden Ländern intensiviert. Doch die Atomwaffentests von Indien (und Pakistan) im Jahre 1998 beendeten vorerst die strategische Neuausrichtung der bilateralen Beziehungen von US-Seite. Stattdessen verhängten die USA, die EU und zahlreiche andere Staaten umfangreiche Handelssanktionen, die allerdings schon bald sukzessive erodieren sollten.
Obwohl es in den meisten Bereichen der Außen- und Sicherheitspolitik unter Clintons republikanischem Nachfolger George W. Bush zu einem Bruch kam, wurde die Annäherungspolitik zwischen den USA und Indien fortgeführt (NSSP = „Next Stepps in Strategic Partnership“). Allerdings wurde die US-Politik gegenüber Indien nicht mehr automatisch durch die Pakistan-Politik bestimmt. Washington bemühte sich verstärkt, die Politik gegenüber den beiden faktischen Nuklearwaffenstaaten Südasiens weitgehend unabhängig voneinander zu gestalten.
Doch die strategische Neuausrichtung und zukünftige Partnerschaftspolitik zwischen den USA und Indien ist von vier potentiellen Hindernissen (Ganguly: „Landminen“) gefährdet:
„Wir dürfen von Obama keine Wunder erwarten“
Expertenrunde analysiert den Wahlsieg von Barack Obama und seine Folgen für Europa
06.11.2008
Festnahme mutmaßlicher BND-Agenten im Kosovo
Interview mit Cornelius Adebahr
24.11.2008 | ZDF Heute/ZDF Heute Journal/AFP
Maghreb nicht oben auf der Agenda von Barack Obama
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19.11.2008 | Deutsche Welle TV
Die Zukunft der deutsch-amerikanischen Beziehungen
Am 28. Oktober sprach Simon Koschut an der Universität Leipzig über die
Zukunft der deutsch-amerikanischen Beziehungen angesichts der Wahlen in den
USA.
28.10.2008
Defizitäre Vorbild-Demokratie Amerika
Bei der Expertentagung des Arbeitskreises Demokratieforschung der Deutschen
Vereinigung für Politische Wissenschaft (DVPW) vom 16. bis 18. Oktober 2008
in Hamburg präsentierte Josef Braml sein Papier zum Thema „Defizitäre
Vorbild-Demokratie Amerika“.
16.10.2008
Am 2. Oktober 2008 hielt Josef Braml im „Wannseeforum“ einen Vortrag und
diskutierte mit den Stipendiaten der Studienstiftung des deutschen Volkes
das Thema „Weltverträgliche Energiesicherheitspolitik“.
02.10.2008
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