Botschaftermatinée

Donnerstag 29. März 18:00 - 20:00
Ort: DGAP, Berlin

Am 29. März 2007 zeichnete inforadio (rbb) die monatliche Sendung »Botschaftermatinée« in den Räumen der DGAP auf. Das Thema der Sendung war diesmal »Italien«. Es informierten der Botschafter Italiens, S.E. Antonio Puri Purini, Christian-Matthias Schlaga, Referatsleiter südliche EU-Länder im Auswärtigen Amt sowie Prof. Dr. Klaus B. Hempfer, Direktor des Italien-Zentrums an der FU Berlin und der geschäftsführende stellv. Präsident der DGAP, Fritjof von Nordenskjöld, der als ehemaliger Botschafter in Rom tätig war. Die Inhalte der 60-minütigen Aufzeichnung waren vielfältig: Italiens Geschichte, Kultur sowie die Innen- und Außenpolitik waren Bestandteil des informativen Formates.

botschaftermat2.jpg (500x209, 102.221 Bytes)

„Klischees kommen und gehen“, so der Botschafter Italiens auf die Frage der Moderatorin Sabine Porn nach dem Klischeedenken der Deutschen. Das Ziel müsse sein, so S.E. Antonio Puri Purini, Klischees in den Papierkorb zu werfen. Der Botschafter a.D., Fritjof von Nordenskjöld, wies darauf hin, dass Italien viel mehr zu bieten habe, wovon er sich als deutscher Vertreter in Rom selbst überzeugen könnte. So sei die Wirtschaftsregion im Norden Italiens eine der innovativsten in Europa.

Für die wissenschaftliche Sicht auf Italien sorgte Prof. Dr. Klaus B. Hempfner. Er hob Italien als historische Kulturnation hervor und analysierte im weiteren Verlauf der Sendung politische Aspekte der italienischen Republik. Zu dem Thema Wahlrechtsreform gab er zu bedenken, dass kleine Parteien sich bei einer Zustimmung selbst entmachten würden und die Durchführung daher nicht ganz einfach wäre. Neben der Innpolitik wurde auch die Außenpolitik thematisch angeschnitten: Prodi habe Italien wieder zurück auf die europäische Bühne gebracht, so der Leiter des Italien-Zentrums an der FU Berlin.

Das 50-jährige Jubiläum der Römischen Verträge klang auch in der Weltsichten-Aufzeichnung vom 29. März 2007 an. Christian-Matthias Schlage betonte, dass der ››Minimalkonsens‹‹ in Fragen der Europäischen Union nicht auf Italien und Deutschland zurückzuführen sei. „Beide Länder wollen mehr“, betonte Schlage zur Thematik EU. Die Teilnehmer lobten die Bemühungen der italienischen und deutschen Regierung, Europa nach vorne bringen zu wollen.

Neben vielen Gemeinsamkeiten wurden auch verbesserungswürdige Bereiche angesprochen. So sprach sich Prof. Dr. Hempfer für eine effektivere Zusammenarbeit in der Wissenschaft aus. Dies sei zurzeit aufgrund der Unterfinanzierung des italienischen Wissenschaftssektors schwierig.

Der Botschafter erwähnte zum Abschluss sein Anliegen ››mehr Italien in Deutschland‹‹ zu schaffen und plädierte unter anderem für eine bessere Kommunikation zwischen deutschen und italienischen Parteien.

Mehr Infos zum Sendeformat ››Weltsichten‹‹ finden Sie auf: www.inforadio.de

Downloads: