Nur für geladene Gäste.
ATLANTIC LUNCH CLUB
Heimo Richter, von 2000 bis 2005 Deutscher Botschafter in Indien,und Maria Lanzeni, Economist and Head of Emerging Markets bei der Deutsche Bank Research, werden Potentiale, Herausforderungen und Risiken der Wirtschaftsmacht Indien darlegen.
Das neue Indien
Seit den Wirtschaftsreformen Anfang der 1990er hat Indien einen wirtschaftlichen Aufschwung erlebt, der oft mit dem Chinas verglichen wird. Mit einer Wachstumsrate zwischen 7 und 9% pro Jahr, ist Indien die viertgrößte Wirtschaft der Welt in Kaufkraftparität gerechnet. Nach einigen Prognosen wird Indien, unter Berücksichtigung des unterschiedlichen Preisniveaus, in 15 Jahren die drittgrößte Wirtschaft nach den USA und China sein.
Eigene Wertschöpfung statt “Back Office“
Indien ist vor allem wegen dem Outsourcing von IT Dienstleistungen gefragt, doch es gibt Anzeichen, dass auch die verarbeitende Industrie im Land wächst. Ford, Hyundai, Siemens, Motorola und Nokia sind nur einige der Firmen, die entweder schon Werke in Indien eröffnet haben oder dies planen. Seit die Wirtschaftsreformen die Handelsbarrieren gelockert haben, ist es für ausländische Firmen viel einfacher geworden in Indien zu investieren. Das bilaterale Handelsvolumen zwischen Indien und der Bundesrepublik Deutschland hat im letzten Jahr seinen bisherigen Höchststand erreicht und ist um fast 40% zum Vorjahr auf insgesamt 10,54 Milliarden Euro gestiegen. Deutsche Direktinvestitionen belaufen sich auf derzeit 1,3 Milliarden Euro.
Günstige Rahmenbedingungen für Wachstum
Indien ist für ausländische Firmen ein attraktiver Standort. Das Land verfügt über ein solides demokratisches System, ein funktionierendes Rechtssystem und eine steigende Anzahl von jungen, ausgebildeten, und englischsprechenden Arbeitern. Im Gegensatz zu anderen asiatischen Märkten basiert Indiens Erfolg nicht auf ungelernten Arbeitskräften und einem exportabhängigen Markt, sondern vielmehr auf Hightech-Dienstleistungen und einem wachsenden Binnenmarkt. Jedes Jahr gibt es etwa 4 Millionen Studenten und es werden 500.000 Computer Spezialisten, Techniker und Ingenieure ausgebildet. 40% der Bevölkerung sind unter 18 Jahre alt. Damit verfügt Indien über relativ billige Arbeitskräfte mit sehr guten technischen Fähigkeiten.
Innenpolitische Probleme als Entwicklungsbremse
Trotzdem stehen Indien enorme Herausforderungen, wie eine mangelhafte Infrastruktur, bürokratische Hindernisse und restriktive Arbeitsschutzgesetze im Weg, die den wirtschaftlichen Aufschwung bremsen und ausländische Direktinvestitionen mindern. Ausländische Firmen müssen sich oft mit einer langsam arbeitenden Bürokratie herumschlagen. Korruption ist weiterhin ein großes Problem. Überfüllte Häfen, kaputte Straßen und Flughäfen gehören ebenso zum alltäglichen Bild Indiens, wie ständige Stromausfälle. Die Armutsrate ist immer noch sehr hoch. Ein Viertel der Indischen Bevölkerung lebt von weniger als $1 am Tag und weitere 50% müssen mit nicht viel mehr auskommen. Jeder Dritte Inder ist Analphabet. Das enormen Haushaltsdefizit und eine Regierung, die verschiedenen Ethnien und Interessengruppen gleichzeitig gerecht werden muss, machen langfristige Veränderungen schwierig und dämpfen so den wirtschaftlichen Fortschritt des Landes.
Infrastruktur als Schlüssel für Wirtschaftswachstum
Viel wurde schon getan, um die Probleme Indiens zu lösen und das Land somit als Standort für ausländische Firmen noch attraktiver zu machen. Ambitionierte Projekte zur Verbesserung der Infrastruktur, wie zum Beispiel die „golden quadrilateral“ – eine sechsspurige Autobahn, die Indiens vier größte Städte verbinden soll - sind in Arbeit. Einige Studien gehen davon aus, dass der Wirtschaftsaufschwung auf 8-10% steigen könnte, wenn die Infrastruktur verbessert werden würde. Trotz aller Probleme ist Indien im Begriff, neben China zur zweiten regionalen Wirtschaftsmacht in Asien aufzusteigen.
Maria Laura Lanzeni
Maria Lanzeni is a Director at Deutsche Bank Research, the think-tank of Deutsche Bank Group. She heads the emerging markets risk team, a group of economists analysing developments in Latin America, Eastern Europe, Middle East and Africa, and Asia. Among other topics, her team focus on sovereign risk and country ratings, banking sector analysis, and medium- and long-term growth prospects in emerging economies. In particular, she edits DB Research’s special publication series on China, India as well as Latin America. These special series, called “Megatopics”, are a collection of articles by DBR’s economists as well as selected external authors with long-standing expertise in the respective regions. Before joining Deutsche Bank in 1999, Ms Lanzeni held a senior position at the Inter-American Development Bank in Washington, D.C., and previously worked at the Central Bank of Argentina as well as in macroeconomic consultancy. She holds Master’s degrees in Economics from the Institute for World Economics at the University of Kiel, Germany, and the Di Tella Institute, Buenos Aires, Argentina.
Heimo Richter
Nach 35 Jahren im diplomatischen Dienst der Bundesrepublik Deutschland, zuletzt für über fünf Jahre als Botschafter in Indien, wurde Heimo Richter mit Ablauf Oktober 2005 pensioniert und lebt seitdem in Berlin, der Stadt in der er im Oktober 1940 geboren wurde. Er begann sein Berufsleben als Journalist, studierte Recht und Volkswirtschaft in München, legte dort sein zweites juristisches Staatsexamen ab und arbeitete am Institut für Öffentliches Recht der Ludwig-Maximilian-Universität. Nach einem zehnmonatigen Ausbildungsgang am Deutschen Institut für Entwicklungspolitik in Berlin trat er 1971 in den Auswärtigen Dienst ein. Neben New Delhi arbeitete er an den deutschen Botschaften in Dublin, Freetwon, Paris und von 1988 bis 1992 als Ständiger Vertreter in Tel Aviv. Arbeitsfeld im Auswärtigen Amt war neben der Europäischen Politischen Zusammenarbeit vor allem die Zentralabteilung, zuletzt als Personalchef und, von 1998 bis zum Abschluss des Umzugs des Ministeriums von Bonn nach Berlin und seiner Ausreise nach Indien Ende August 2000, als ihr Leiter.
„Wir dürfen von Obama keine Wunder erwarten“
Expertenrunde analysiert den Wahlsieg von Barack Obama und seine Folgen für Europa
06.11.2008
Festnahme mutmaßlicher BND-Agenten im Kosovo
Interview mit Cornelius Adebahr
24.11.2008 | ZDF Heute/ZDF Heute Journal/AFP
Maghreb nicht oben auf der Agenda von Barack Obama
Interview mit Henning Riecke
19.11.2008 | Deutsche Welle TV
Die Zukunft der deutsch-amerikanischen Beziehungen
Am 28. Oktober sprach Simon Koschut an der Universität Leipzig über die
Zukunft der deutsch-amerikanischen Beziehungen angesichts der Wahlen in den
USA.
28.10.2008
Defizitäre Vorbild-Demokratie Amerika
Bei der Expertentagung des Arbeitskreises Demokratieforschung der Deutschen
Vereinigung für Politische Wissenschaft (DVPW) vom 16. bis 18. Oktober 2008
in Hamburg präsentierte Josef Braml sein Papier zum Thema „Defizitäre
Vorbild-Demokratie Amerika“.
16.10.2008
Am 2. Oktober 2008 hielt Josef Braml im „Wannseeforum“ einen Vortrag und
diskutierte mit den Stipendiaten der Studienstiftung des deutschen Volkes
das Thema „Weltverträgliche Energiesicherheitspolitik“.
02.10.2008
Abonnieren Sie unseren RSS-Feed