Reformmodell Madagaskar

Freitag 20. April 18:00 - 19:30
Ort: DGAP, Berlin

Am 20. April 2007 empfingen zahlreiche Gäste und Mitglieder der DGAP den Präsidenten der Republik Madagaskar, S.E. Marc Ravalomanana. Nachdem madagassische Spezialitäten gereicht wurden, sprach der Präsident zum Thema ››Reforming Madagascar – The Madagascar Action Plan.«
Fast 150 Gäste verfolgten die Rede des demokratisch gewählten Staatsoberhauptes des »achten Kontinents« – Madagaskar ist die viert größte Insel der Welt – mit Spannung. Ravalomanana wies darauf hin, dass Madagaskar seinen Reformkurs mit Nachdruck weiter verfolgen werde, dabei aber auf die Unterstützung der Weltbank und der westlichen Industrienationen angewiesen sei.
Die Veranstaltung wurde in Zusammenarbeit mit der Deutschen Afrika Stiftung und der Initiative Südliches Afrika organisiert.

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Der im Jahre 2002 gewählte madagassische Präsident stellte die Reformbemühungen seiner Regierung vor. Zum Thema Entwicklungspolitik erwähnte er die Unterstützung armer Länder durch die G-8 und stellte fest, dass es immer noch eine große Lücke zwischen den Versprechungen und den tatsächlichen Handlungen gebe. »Internationale Entwicklungshilfe darf nicht aus dem Mix von Macht, Sicherheit und wirtschaftlichen Interessen bestehen,« so S.E. Marc Ravalomanana.

Madagaskar voranzubringen sei sehr kompliziert, doch andere Länder seien auch vorangekommen, lies der Staatschef optimistisch verlauten. Der Madagaskar Action Plan, kurz MAP, besteht aus acht übergeordneten Verpflichtungen. Der MAP ist ein umfangreiches und ehrgeiziges Reformpaket. Der MAP zeichnet sich nicht nur durch Entwicklungsziele aus, sondern liefert auch konkrete Handlungsstrategien. Neben den im MAP verankerten Themengebieten, wie z.B. Ökologie, Bildung, Gesundheit und Staatlichkeit, verspricht sich Ravalomanana vor allem von den Wirtschaftsreformen eine positive Entwicklung für sein Land. Damit verknüpft seien Investitionen aus dem In- und Ausland, hieß es in der Rede.

Auch die Verbesserung der madagassischen Infrastruktur sei nötig, um ausländisches Kapital nach Madagaskar zu bringen. Außerdem diene es dazu, die Insel besser zu vernetzen – auch in kommunikativer Hinsicht. Voller Motivation und Überzeugung bekräftigte er das Ziel seiner Reise: »Ich bin hier, um die Zusammenarbeit mit ausländischen Unternehmen zu stärken, damit Madagaskar von Investitionen profitieren kann.« Die madagassische Bevölkerung solle durch den Madagascar Action Plan stark von der positiven Entwicklung des Landes profitieren. So werde u.a. auch der Bildung eine große Rolle zugeschrieben. Eine Maßnahme aus dem Handlungskatalog der Regierung umfasse z.B. die Anpassung der akademischen Bildungsabschlüsse an internationale Standards.

Doch nicht nur der Präsident sprach als Vertreter Madagaskars, sondern auch sein Außenminister. Dieser gab einen allgemeinen Einblick in die diplomatischen Beziehungen zwischen Deutschland und Madagaskar, die 1884 ihren Anfang nahmen und erinnerte: »Madagaskar hat keine Feinde.«
Er unterstrich die Wichtigkeit des Reformprozesses und wies darauf hin, dass die Modernisierung zeitgleich auch die Demokratie im Land stärke. Ein hoher Beamter Madagaskars stellte anschließend den Action Plan ausführlich vor.

In der anschließenden Diskussion mit dem Publikum kamen auf der informativen Veranstaltung zahlreiche Besucher und Mitglieder der DGAP zu Wort.

Weitere Informationen zum Madagascar Action Plan unter: http://www.madagascar.gov.mg/MAP/