Am 23. April fand in der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik (DGAP) ein Hintergrundgespräch mit S.E. Paul Dubois, Botschafter von Kanada in Deutschland, Andrew F. Cooper, Professor für Politische Wissenschaft an der University of Waterloo und Dr. Henning Riecke, DGAP Programmleiter Europäische Außen- und Sicherheitspolitik, statt. Thema war Kanadas Rolle in Afghanistan und mögliche Auswirkungen auf den Afghanistaneinsatz der Bundeswehr.
Kanada ist einer der größten Truppensteller in Afghanistan und hat sich mit seinem vom »human security« Ansatz geprägten umfassenden Sicherheitskonzept auf der internationalen Bühne profiliert. Kanada verfolgt im Kampf gegen die Gegner des international unterstützten Friedensprozesses und für die wirtschaftliche und soziale Entwicklung des Landes den 3D Approach – Diplomacy, Defense, Development – eine koordinierte und kohärente außenpolitische Strategie in Konflikt- und Post-Konfliktländern. Deutschland verfolgt einen ähnlichen sicherheitspolitischen Ansatz.
Die kanadische Regierung hat das Afghanistanmandat jüngst bis Februar 2009 verlängert. Die Öffentlichkeit steht dem Militäreinsatz jedoch zunehmend kritisch gegenüber und beklagt, dass Kanada eine verhältnismäßig große Bürde im Vergleich zu anderen NATO-Verbündeten zu tragen habe. Diskussionen um einen Rückzug flackern immer wieder auf. Cooper ging in seinem Vortrag sowohl auf Akzentverschiebungen in der kanadischen Außenpolitik seit Beginn der Amtszeit von Premierminister Stephen Harper als auch die Rolle und Strategie Kanadas in Afghanistan ein.
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