Am 11. April 2007 lud die Deutsche Gesellschaft für Auswärtige Politik zu einem besonderen »Kamingespräch«. Der Otto Wolff-Direktor des Forschungsinstitutes der DGAP, Prof. Dr. Eberhard Sandschneider, stellte vor rund 150 Gästen, darunter viele Mitglieder und Journalisten, sein jüngst veröffentlichtes Buch »Globale Rivalen – Chinas unheimlicher Aufstieg und die Ohnmacht des Westens« vor. Als Rezensent sprach der Journalist und Buchautor Dr. Theo Sommer. Durch den Abend führte Dr. Constanze Stelzenmüller, ehemalige ZEIT-Journalistin und derzeitige Direktorin des Berliner Büros des German Marshall Fund of the United States.
Als ein »wichtiges und gewichtiges Buch« beschrieb Theo Sommer die neuste Publikation von Eberhard Sandschneider.
Nach der Einführung des bekannten Publizisten Sommer erläuterte Eberhard Sandschneider, der sich bereits seit mehr als 25 Jahren mit dem Reich der Mitte beschäftigt, die Rolle Chinas in der Welt. »Jeder kann sich sein China aussuchen«, so Sandschneider in Bezug auf empirische Daten zur Volksrepublik. Aufgrund der Größe biete das bevölkerungsreichste Land der Erde genügend Quellen, um es quasi in jeder Rolle zu sehen, sei es die des Entwicklungslandes oder die der aufstrebenden Wirtschaftskraft.
Die Werte der westlichen Welt seien häufig Bestandteil der Analyse Chinas, es gehe in China aber nicht um Demokratie, sondern um Stabilität, die sich in der innen- und außenpolitischen Maxime des Landes widerspiegele. Im Zuge des chinesischen Pragmatismus spiele das Selbstverständnis westlicher Werte, wie z.B. der Menschenrechte, keine Rolle, betont der DGAP-Forschungsdirektor.
Chinas Destabilisierung hätte unter anderem wirtschaftliche sowie außen- und sicherheitspolitische Konsequenzen, da das Land in der globalen Welt mittlerweile sehr stark eingebunden sei.
Der streitbare Buchautor propagierte eine Politik der Akzeptanz des Drachens. »Wir müssen uns verändern, nicht China«, sagte er. Die westlichen und östlichen Kulturkreise seien so unterschiedlich, dass keine Annäherung von China zu erwarten sei. Die Volksrepublik halte westlichen Staaten bei jeder Gelegenheit einen Spiegel vor, z.B. in der Menschenrechtsfrage. Der bis auf den letzten Stuhl besetzte Robert Bosch-Saal war gefüllt mit interessierten Mitgliedern der DGAP und Journalisten. Viele von ihnen nahmen die Gelegenheit wahr und stellten Fragen zum Thema oder kommentierten Aussagen Sandschneiders. Dabei entwickelte sich eine lebhafte Diskussion, die allen Beteiligten ein konstruktives Abendprogramm bot.
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