Die Rede des US-Präsidenten Barack Obama in Prag im April diesen Jahres ist der Beginn eines neuen Zeitalters der nuklearen Abrüstungspolitik. Trotz aller Anstrengungen bei der Nonproliferation von Atomwaffen und ungeachtet aller atomarer Krisen (Iran, Pakistan, Nordkorea,) sind die USA und Rußland in der Pflicht, als Vorreiter Zeichen zu setzen. Das waren die Kernaussagen des Kamingesprächs mit dem Thema „Auf dem Weg in eine atomwaffenfreie Welt,“ die am 9. Juni im DGAP Forum NRW in Zusammenarbeit mit dem US-Generalkonsulat in Düsseldorf in der Residenz des Amerikanischen Generalkonsuls statt fanden.
Im privaten Ambiente skizzierte die beiden Experten Dr. Stefan Kordasch, Vortragender Legationsrat Nukleare Rüstungskontrolle und Nichtverbreitung, sowie Jerry Sommer, Research Associate des Internationalen Konversionszentrum in Bonn, nach einer Einführung durch den Amerikanischen Generalkonsul Boyse, die zukünftigen Herausforderungen für eine atomwaffenfreie Welt.
Fest steht dabei, daß die Rede Obamas sowohl politisch im Kontrast zur vorherigen Bush-Administration steht. Die Notwendigkeit für ein solches Überdenken der Nuklearwaffenpolitik wird besonders dann deutlich, wenn man Entwicklungen wie in Iran, Pakistan und Nordkorea verfolgt. Unterstützung für diese Position findet Obama nicht zuletzt auch in Deutschland, wo sich Alt-Kanzler Helmut Schmidt (SPD), Ex-Bundespräsident Richard von Weizsäcker (CDU), der frühere Außenminister Hans-Dietrich Genscher (FDP) sowie der SPD-Politiker Egon Bahr vor kurzem in einem Artikel der FAZ für eine atomwaffenfreie Welt ausgesprochen hatben Sie unterstützten damit prinzipiell Obamas Vision und beziehen eine klare Stellung in der Frage der Abrüstung.
Bei der Diskussion wurde auch deutlich, dass für eine atomwaffenfreie Welt nicht nur die Weiterverbreitung gestoppt, sondern auch die Abrüstung gefördert werden muss. Insbesondere sollten sich hier die beiden atomaren Großmächte, die Vereinigten Staaten und die Russische Förderation, als Vorbilder engagieren, so Sommer. „Nur unter dieser Voraussetzung lassen sich auch andere Atommächte wie China an Bord holen“. Doch dafür brauche es noch sehr viel Zeit. Das sieht Dr. Kordasch mit Hinblick auf die jüngere Deutsche Geschichte weit positiver: „Wenn man sich den Mauerfall in Erinnerung ruft, dann muss eine atomwaffenfreie Welt längst keine politische Utopie bleiben.“
Ansprechpartner der DGAP in Düsseldorf: Frank Neubert, neubert@neubert.cc
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