China und Indien sind die wichtigsten Schwellenländer dieser Zeit. Durch das rasante Wachstum der chinesischen Wirtschaft ist das Land zum wichtigsten Handelspartner im asiatischen Raum aufgestiegen. Indien hat sich in den letzten Jahren vor allem im Bereich der Software- und IT-Entwicklung zum weltweiten Marktführer entwickelt. Was bedeutet der Wirtschaftsaufstieg dieser asiatischen Länder für den Rest der Welt? Wie stehen die Chancen für eine politische Annäherung zwischen China und Japan, nachdem die wirtschaftlichen Beziehungen so gut sind wie nie zuvor?
Das waren die Themen des Vortrags „China and India: Asia’s two emerging giants and what they mean to the world“ von Sakutaro Tanino, ehemaliger japanischer Botschafter in China und Indien. Eberhard Sandschneider, Forschungsdirektor der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik (DGAP) und Experte für Politik Chinas und Asiens, moderierte die Veranstaltung, die am Mittwoch, 8. Oktober 2008, 12-14 Uhr in den Räumen der DGAP statt fand.
Trotz ihrer enormen wirtschaftlichen Stärke hätten China und Indien noch große Probleme zu bewältigen, zum Beispiel die zunehmende Umweltverschmutzung als Folge der Industrialisierung oder den Anstieg der armen Bevölkerung, die vom Aufschwung nicht profitiere, so Tanino. Die Beziehungen Japans zu China hätten sich nach einer schwierigen Vergangenheit wieder gebessert, seien aber noch ausbaufähig. „Wir sollten uns ein Beispiel an der deutsch-französischen Wiederannäherung nach dem Zweiten Weltkrieg nehmen“, sagte Tanino. Insbesondere der Austausch von jungen Menschen hätte beide Nationen wieder einander näher gebracht. So solle zum Beispiel das Studium junger Japaner in China und umgekehrt weiter gefördert werden.
Das Interesse an Indien sei in den letzten Jahren in der japanischen Gesellschaft sehr gewachsen, sagte Tanino weiter. Die Achtung demokratischer Werte wie die freie Meinungsäußerung oder die Menschrechte verbinde Indien und Japan. Ein offener Konflikt zwischen beiden Wirtschaftsriesen wie in früherer Zeit sei aber nicht zu erwarten. Vielmehr herrsche eine „positive Rivalität“ im Sinne eines wirtschaftlichen Wettbewerbs um die besten Absatzmärkte und Produkte.
Ihr direkter Kontakt zum DGAP-Experten für China, Indien und Südostasien: Prof. Eberhard Sandschneider Tel: +49 (0)30 25 42 31-25 sandschneider@dgap.org
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