Im Rahmen des Einführungsseminars des Carl Friedrich Goerdeler-Kollegs diskutierten Nachwuchsführungskräfte aus Mittel- und Osteuropa mit Professor Eberhard Sandschneider, Leiter des DGAP-Forschungsinstituts, und Jan Techau, Leiter des Alfred von Oppenheim-Zentrums für Europäische Zukunftsfragen in der DGAP, über Deutschlands Rolle als Exportweltmeister und außenpolitische Führungsmacht.
Ist eine neue Geopolitik nach der Krise im Kaukasus notwendig? Welche Rolle spielt Russland? Brauchen wir eine gemeinsame europäische Energiepolitik? Welchen Einfluss haben die mittel- und osteuropäischen Staaten? Jan Techau betonte, Deutschland habe ein Interesse an einem starken, aber kooperativen Russland. Die mittel- und osteuropäischen Staaten hätten eine andere Sicht auf ein Europa, die nicht nur Westeuropa umfasse. Für Staaten wie Polen und Tschechien sei die USA ein Sicherheitsgarant, der sie vor russischen Machtansprüchen schütze. Sie hätten dafür gesorgt, dass Deutschland in Bezug auf seine Außenpolitik eine „Lektion des Realismus“ erhalten habe.
Professor Sandschneider erörterte, warum autokratische Systeme erfolgreich sein können, wie beispielsweise China und Russland, und welche Folgen dies für Deutschlands Außenpolitik habe. Deutschland werde damit konfrontiert, dass demokratische Grundprinzipien und Marktinteressen schwer vereinbar seien.
Das Carl Friedrich Goerdeler-Kolleg der Robert Bosch Stiftung ist ein internationales Weiterbildungsprogramm für Nachwuchsführungskräfte aus dem öffentlichen Sektor, z.B. Referenten in Ministerien und Regionalbehörden, aus Bulgarien, Polen, Rumänien, der Slowakei, Tschechien und Ungarn. Das Zentrum für Mittel- und Osteuropa der Robert Bosch Stiftung der DGAP koordiniert dabei im Auftrag der Stiftung die Auswahl der Stipendiaten und die Seminare. Weitere Informationen unter www.goerdeler-kolleg.de.
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