Wandel oder Weiter so? Die US-Außenpolitik 2009

Freitag 11. Juli 18:00 - 20:00
Ort: FU Berlin

Am 9. Juli fand an der Freien Universität Berlin ein Vortrag in Kooperation mit dem John F. Kennedy Institut zum Thema „More of the Same or Time for Change? Foreign Policy and U.S. Elections 2008“ statt. Der Direktor des Aspen Instituts in Berlin, Charles King Mallory IV, erklärte, was Deutschland von einem künftigen Präsidenten Barack Obama oder einem Präsidenten John McCain außenpolitisch erwarten kann.

Eine deutliche Veränderung ist in Afghanistan zu erwarten. Dort wird die künftige Administration in jedem Fall mit konkreten Forderungen an die NATO und Deutschland herantreten. Dabei wird auch die Rolle Pakistans stärker in den Vordergrund rücken. Im Irak muss die künftige Administration erst einmal geeignete Mittel finden, um eine Aussöhnung zwischen den ethnischen Gruppen zu erreichen. Ein Militärschlag gegen Iran wird zwar von keinem der Kandidaten ausgeschlossen, ist aber aufgrund der Lage der iranischen Atomanlagen und der derzeitigen Belastung amerikanischer Truppen weder realistisch noch erfolgversprechend. Allerdings wird der amerikanische Druck auf deutsche Unternehmen, die im Iran investieren, steigen. Die Beziehungen der USA zu den Vereinten Nationen bleiben weiterhin ambivalent. Barack Obama schließt unilaterale Maßnahmen explizit nicht aus und John McCain setzt mit seiner Liga der Demokratien die UNO unter Druck. Substantielle Fortschritte sind im Bereich Klimaschutz zu erwarten, da beide Kandidaten sich für Emissionshandel und konkrete nationale Ziele zur Reduzierung von Treibhausgasen ausgesprochen haben.

Über die Veranstaltung wurde in den ARD Tagesthemen berichtet.