30 Teilnehmer, 29 Nationen, 14 Tage. Studierende aus ganz Europa, Asien, dem Nahen Osten, Nordamerika und Afrika besuchen zurzeit die 12. Internationale Sommerschule der DGAP “Regional Leaders, Global Challenges: Issues, Interests and Strategies”.
3. Tag: Dienstag, 8. Juli
Die Teilnehmer der Sommerschule hatten heute die Gelegenheit, mit zwei renommierten Experten der Internationalen Politik die Grundzüge und Konzepte regionaler Führungsmächte und Ordnung zu diskutieren. Dr. Ole Wæver, Professor am Institut für Politikwissenschaft der Universität Kopenhagen und Begründer der sogenannten Copenhagen School, stellte das Konzept der Regional Secrity Complexes (RSCs) vor, nach dem Regionen durch ihre sicherheitspolitischen Interaktionen und Interdependenzen zu verstehen sind.
Er identifizierte die USA als einzige Supermacht, China, Russland, Japan und die EU als weitere Großmächte.
Ausgehend hiervon, beschrieb Waever die derzeitige Machtverteilung in der Welt als uni-multipolar. Für das unipolare Weltordnungs-Model seien die USA zu schwach, für das multipolare dann doch „gleicher als andere Mächte“.
Prof. Dr. Luk van Langenhove, Professor am Europakolleg in Brügge und Direktor des Programms für vergleichende regionale Integrationsstudien (UNU-CRIS) an der United Nations University, ergänzte Waevers Vortrag und beschrieb den Globalisierungsdruck sowie andere Kräfte, die Staaten dazu veranlassten, sich in regionalen Organisationen zusammenzuschließen. Er argumentierte, dass eine wachsende Zahl von Akteuren in der internationalen Arena einerseits, die Entstehung grenzübergreifender Regionen, sowie Auflösungstendenzen andererseits zu einer zunehmend komplexeren Weltordnung beitrügen. Des Weiteren wies Prof. Langenhove darauf hin, dass es bisher nur unzureichende und wenig institutionalisierte Mechanismen gäbe, um die Beziehungen von Akteuren auf staatlicher, regionaler und internationaler Ebene zu organisieren und betonte in diesem Zusammenhang insbesondere das Verhältnis der Vereinten Nationen zu regionalen Organisationen. Nach den Präsentationen kamen die Teilnehmer in Kleingruppen zusammen, um die Implikationen der Vorträge für ihre jeweiligen Regionen Asien, Naher Osten, Europa und Afrika zu analysieren und ihre Diskussionsergebnisse anschließend in einer Plenarsitzung mit allen Teilnehmern zu teilen.
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