Am 11. Juni sprach Irshad Manji, Senior Fellow der European Foundation for Democracy in Brüssel, mit Gästen der DGAP darüber, wie der Islam mit Menschenrechten vereinbar sei. Die gebürtige Uganderin lebt heute in Kanada und ist Journalistin und Bestsellerautorin von „Der Aufbruch – Plädoyer für einen aufgeklärten Islam“.
In ihrer Rede unterschied Manji zwischen gemäßigten Muslimen, die es leugnen, dass Religion etwas mit Extremismus zu tun hat, und „reformistischen“ Muslimen, die die Rolle der Religion anerkennen. Statt letzteres zu verleugnen, sollten sich die Muslime dem Diskurs stellen und eine alternative Interpretation des Korans anbieten.
Manji glaubt, dass der Islam mit der Gleichberechtigung von Frauen in Einklang gebracht werden kann, indem man „in muslimische Frauen investiert“. Wenn sie selbst Geld verdienen, sind sie nicht mehr unter der Bevormundung des Ehemannes oder eines männlichen Verwandten; Der Islam bestimmt, dass Frauen 100% ihren Verdienste behalten dürfen. Finanzielle Unabhängigkeit bietet Ausbildungschancen an, so dass Frauen von einer Last zu einem Vorbild werden – sogar für Männer. Im Bereich der Außenpolitik könnte eine „Allianz der gegenseitig Abhängigen“, geleitet von einer muslimischen Nation wie Indonesien, Mikrokredite für muslimischen Frauen koordinieren und dadurch deren Kindern eine Zukunft anbieten. Nur wenn wir uns mit Armut und Bildungsmangel befassen, können wir die Entstehung einer „Globalisierung der Beschwerde„ verhindern. Außenpolitische Entscheidungsträger sollten auch in Übersetzungen von Werken reformistischer Muslime investieren. Manjis wiederholte, ihr Ziel sei nicht den Islam selbst zu verändern sondern die Muslime, „damit sie dem Islam Ehre machen“.
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