Was ist der Stand der derzeitigen NATO-Operationen und was sind die zukünftigen Herausforderungen für die Allianz? Diesen Fragen stellte sich Generalleutnant Karl W. Eikenberry, stellvertretender Vorsitzender des NATO-Militärausschusses, am Morgen des 6. Juni in der DGAP. Moderiert wurde die Veranstaltung von Dr. Constanze Stelzenmüller, Leiterin des Berliner Büros des German Marshall Fund, und Prof. Dr. Eberhard Sandschneider, Otto Wolff-Direktor des Forschungsinstituts der DGAP.
Laut Eikenberry stehen derzeit vor allem zwei Operationen im Fokus der Allianz: Zum einen der ISAF-Einsatz in Afghanistan. Dieser sei von Natur aus sehr komplex, müsse jedoch unbedingt zum Erfolg geführt werden. Der Ausbau militärischer Fähigkeiten, das Überdenken nationaler Vorbehalte und eine umfassende Herangehensweise in Kooperation mit den UN und der EU seien auf diesem Weg besonders wichtig. Zum anderen erwähnte Eikenberry den KFOR-Einsatz im Kosovo. Für den Generalleutnant sind die Fähigkeiten zu einer dauerhaften Stabilisierung des Kosovo durchaus vorhanden, jedoch fehlt es den Vereinten Nationen und der EU an einer klaren Linie für die Zukunft. Zu den wichtigsten Herausforderungen für die Allianz zählte Eikenberry die ambitionierte, praktische Umsetzung der Transformation, die Osterweiterung und die Implementierung eines neuen Sicherheitsbegriffs in den Köpfen der Menschen.
In der anschließenden Diskussion drehten sich die Fragen unter anderem um die Rolle Deutschlands in der NATO, die Möglichkeiten einer Stabilisierung Afghanistans und um das Verhältnis Russlands zur Allianz.
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