Vor dem Hintergrund der amerikanischen Präsidentschaftswahlen lud die DGAP den amerikanischen Botschafter a.D. Stephan Minikes am 10. Juni 2008 nach Berlin ein. Entgegen der Tendenz der amerikanischen und deutschen Presse, ihre Berichterstattung auf den demokratischen Präsidentschaftskandidaten Barack Obama zu konzentrieren, legte der ehemalige Botschafter den Schwerpunkt seines Vortrages auf Obamas republikanischen Kontrahenten John McCain.
Als Einstieg in das Thema gab Minikes dem Publikum einen Einblick in das komplexe amerikanische Wahlsystem und machte dem Publikum anhand von Meinungsumfragen deutlich, dass die Wahlen im November sehr viel knapper ausfallen werden als momentan angenommen. McCain habe sehr viel bessere Chancen in das Weiße Haus einzuziehen als von den Medien dargestellt, da es traditionell eine größere Anzahl ‚roter’ (republikanisch wählender) als ‚blauer’ (demokratisch wählender) Bundesstaaten gäbe. Letztendlich könne momentan in Bezug auf die Wahlen nichts als sicher geglaubt werden.
Im Hinblick auf die Wahlkampftaktiken der beiden Parteien argumentierte Minikes, dass sich die Kampagnen in Zukunft auf die sogenannten „Battleground“ oder „Swing States“ konzentrieren würden, da diese für den Wahlausgang entscheidend seien. Des Weiteren betonte er die Relevanz wirtschaftlicher Entwicklungen und Obamas ethnischem Hintergrunds in der Entscheidungsfindung der Wähler. Der Hauptfokus des Wahlkampfes der Republikaner werde seiner Meinung nach allerdings auf dem politischen Werdegang und den Erfahrungen der beiden Kandidaten liegen. Im Gegensatz zu dem jungen und unerfahrenen Obama sei McCain einen versierter Senator, der bereits viele Erfahrungen in der Politik gesammelt habe . Ein Gegensatz, der laut Minike am 4. November diesen Jahres Obama letztendlich die Wahl kosten wird.
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