Bei einem Kamingespräch am 13. Februar diskutierten Dr. Henning Riecke, Programmleiter Europäische Außen- und Sicherheitspolitik, Alexander Skiba, Programmmitarbeiter Alfred von Oppenheim-Zentrum für Europäische Zukunftsfragen, und Jan Techau, Programmleiter des Alfred von Oppenheim-Zentrums, zum das Thema »Afghanistan: Muss Deutschland mehr tun?« Das Kamingespräch wurde moderiert von Dr. Gereon Schuch, Programmleiter Zentrum für Mittel- und Osteuropa der Robert Bosch Stiftung.
Jan Techau betonte die geringe außenpolitische Handlungsfähigkeit Deutschlands in Bezug auf Afghanistan: Die stark ablehnende Haltung der deutschen Bevölkerung gegenüber einer Ausweitung des Bundeswehrmandats führe zur außenpolitischen Lähmung, insbesondere wenn es darum geht, an Kampfeinsätzen im Süden gegen die Taliban teilzunehmen.
Alexander Skiba stellte die drei zentralen nationalen Interessen Deutschlands an der Stabilisierung Afghanistans dar, die stärker in den Mittelpunkt der sicherheitspolitischen Debatte in Deutschland gerückt werden sollten: Das überragende Sicherheitsinteresse, die Solidarität innerhalb der NATO und das Interesse an der Aufrechterhaltung der Handlungsfähigkeit des Westens.
Henning Riecke unterstützte die Forderung nach einem stärkeren Engagement Deutschlands in Afghanistan prinzipiell, legte den Schwerpunkt seiner Ausführungen jedoch auf das Gesamtkonzept für Afghanistan. Zivile und militärische Initiativen müssten sich ergänzen und die im Afghanistan Compact von 2006 festgeschriebenen Ziele weiter verfolgt werden.
Mit den Teilnehmern ergab sich im Anschluss eine lebhafte Diskussion. Dabei wurde unter anderem die Sinnhaftigkeit des Afghanistaneinsatzes und Fragen nach anderen Krisenschauplätzen wie Pakistan und Saudi-Arabien angesprochen.
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