Vor wenigen Wochen stellten die amerikanischen Wissenschaftler Stephen M. Walt und John J. Mearsheimer ihr Buch »Die Israel Lobby« in der DGAP vor. In einer kontroversen Debatte wurde den Autoren damals vorgeworfen, mit ihrem Buch Antisemitismus zu schüren. Am 17. Dezember 2007 kam nun der Direktor des Amercian Jewish Committee (AJC), David A. Harris, in die DGAP um die wahre Geschichte der Israel-Lobby zu erzählen. Mehr als 100 Gäste waren gekommen, um einen Blick ins Innere der Israel-Lobby zu werfen.
Harris erklärte eingangs, dass das Geheimnis der Israel-Lobby weniger spannend sei, als die Walt und Mearsheimer glauben machen wollen. Im Grunde gäbe es die im Buch beschriebene Israel-Lobby nämlich gar nicht. Vielmehr gäbe es – frei nach dem Motto: zwei Juden, drei Meinungen, vier Organisationen – viele Israel-Lobbys, die untereinander zerstritten und häufig unterschiedlicher Meinung seien, sagte Harris.
Harris verwies darauf, dass es in Amerika üblich sei intensive Lobbyarbeit zu betreiben. Jede Organisation – von der Autoindustrie bis zu Menschenrechtsorganisationen – betreibe Lobbyarbeit. Dieses Phänomen könne man auch in Brüssel beobachten, wo sich zahlreiche Lobbyorganisationen angesiedelt haben, um die Arbeit der EU zu beeinflussen.
Den vermeintlichen Erfolg der Israel-Lobby erklärte Harris damit, dass eine große Mehrheit aller Amerikaner mit Israel sympathisiere. Die amerikanischen Bürger haben erkannt, dass die Beziehung zwischen den USA und Israel von existentieller Wichtigkeit für Israel sei und können sich mit Israels Problemen identifizieren, sagte Harris. Er unterstrich, dass, entgegen der Behauptung von Walt und Mearsheimer, die Existenz Israels bedroht sei und erklärte, dass es keine Alternative zu der besonderen Beziehung zwischen den USA und Israel gebe.
Eine Zusammenfassung der Buchvorstellung mit Stephen M. Walt und John J. Mearsheimer finden Sie hier.
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