Eine entscheidende Phase für die Zukunft des Kosovos und der Stabilität des Balkans nach dem Scheitern der Troika-Verhandlung ist angebrochen. Bis zum 10. Dezember 2007 verhandelten Kosovo-Albaner und Serben unter Führung einer Troika, der neben der EU auch die Vereinigten Staaten und Russland angehören, über eine mögliche Annäherung in der Unabhängigkeitsfrage des Kosovos. Auf Einladung der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik (DGAP) berichtete Botschafter Wolfgang Ischinger, der Verhandlungsführer der EU in den Troika-Verhandlungen, über die 120 Tage dauernde Mission und über die Folgen und mögliche Entwicklung der Region. Mehr als 160 Gäste, darunter zahlreiche Vertreter der nationalen und internationalen Medien, waren gekommen, um sich von Ischinger über die aktuelle Lage informieren zu lassen.
Es sei, so Ischinger, in den vergangenen 120 Tagen alles versucht worden, um eine einvernehmliche Lösung unter den Parteien zu finden. Nun sei für die Staaten der Europäischen Union, nach dem Scheitern des Vorschlags des UN-Sondergesandten Martti Ahtisaari im Sommer 2007 und den anschließenden Troika-Verhandlungen, der Zeitpunkt gekommen, eine Führungsrolle zu übernehmen und aktiv zu werden. Die erwartende einseitige Unabhängigkeitserklärung des Kosovos stehe Anfang 2008 bevor. Die Sicherstellung und Koordinierung dieses Unabhängigkeitsprozesses müsse von der EU aktiv begleitet werden. Der Europäische Rat hatte bereits am 14. Dezember 2007 eine Polizei-Mission in den Kosovo genehmigt. Der Botschafter betonte, dass die EU-Mitgliedsstaaten nun einvernehmlich die Verantwortung für den Kosovo übernehmen müssen. Es gebe hierzu keine andere Alternative, so Ischinger, oder wie sollte die EU begründen, dass der Kosovo nach acht Jahren UN-Mission an Serbien zurückgegeben werde?
Nach Einschätzung Ischingers sei ein »Dominoeffekt« für andere Regionen unwahrscheinlich, da die spezielle Ausgangslage des Kosovos ein Einzelfall darstelle. Auch die Gefahr eines erneuten Balkankrieges sieht Ischinger nicht gegeben. So wurde der Gewaltverzicht aller Seiten wiederholt bekräftigt.
Ischinger wies aber darauf hin, dass es zu schmerzhaften Entscheidungen kommen werde, die besonders Serbien bevorstünden. Der Botschafter bekräftigte, dass jedoch niemand eine Marginalisierung Serbiens wolle. Um auf die Serben zuzugehen, will die Europäischen Union Signale senden für einen möglichen Beitritt zur Gemeinschaft in der Zukunft.
„Wir dürfen von Obama keine Wunder erwarten“
Expertenrunde analysiert den Wahlsieg von Barack Obama und seine Folgen für Europa
06.11.2008
Maghreb nicht oben auf der Agenda von Barack Obama
Interview mit Henning Riecke
19.11.2008 | Deutsche Welle TV
Die neue US-Regierung und der anstehende Weltfinanzgipfel
Interview mit Katharina Gnath
10.11.2008 | nordwest radio
Die Zukunft der deutsch-amerikanischen Beziehungen
Am 28. Oktober sprach Simon Koschut an der Universität Leipzig über die
Zukunft der deutsch-amerikanischen Beziehungen angesichts der Wahlen in den
USA.
28.10.2008
Defizitäre Vorbild-Demokratie Amerika
Bei der Expertentagung des Arbeitskreises Demokratieforschung der Deutschen
Vereinigung für Politische Wissenschaft (DVPW) vom 16. bis 18. Oktober 2008
in Hamburg präsentierte Josef Braml sein Papier zum Thema „Defizitäre
Vorbild-Demokratie Amerika“.
16.10.2008
Am 2. Oktober 2008 hielt Josef Braml im „Wannseeforum“ einen Vortrag und
diskutierte mit den Stipendiaten der Studienstiftung des deutschen Volkes
das Thema „Weltverträgliche Energiesicherheitspolitik“.
02.10.2008
Abonnieren Sie unseren RSS-Feed