Bogdan Borusewicz, Marschall (Präsident) des Senats der Republik Polen, und Prof. Gesine Schwan, Beauftragte der Bundesregierung für die deutsch-polnische Zusammenarbeit diskutierten am 29. November 2007 in der DGAP die Rolle der polnischen und der deutschen Bürgerbewegungen bei der Überwindung der Teilung Europas. Vor über 230 Gästen äußerte sich Marschall Borusewicz auch zu den aktuellen Herausforderungen im deutsch-polnischen Verhältnis, das in den vergangenen Jahren unter der unlängst abgewählten nationalkonservativen polnischen Regierung erheblichen Spannungen ausgesetzt war.
Das Klima der Gespräche, so der zur neuen Regierungspartei »Bürgerplattform« (PO) gehörige Borusewicz, werde zukünftig ein anderes sein. Gesine Schwan wies darauf hin, dass die bisherige nationalkonservative Regierung u.a. aufgrund der damaligen Wahlbeteiligung keinesfalls repräsentativ für die Einstellung der Menschen in Polen gegenüber Europa und Deutschland gewesen sei.
Im Verlauf der Diskussion wurde spürbar, dass ein neuer Geist in das deutsch-polnische Verhältnis einzieht, der deutlich vom Willen zur Verständigung geprägt ist und sich nicht populistischer Konfrontationen bedient. Schwarzweißmalerei und Instrumentalisierung der Vergangenheit, darin herrschte auf dem Podium Einigkeit, führen nicht zu ihrer Aufarbeitung und fördern sicher nicht die Gestaltung eines freiheitlichen und demokratischen Europas.
Die Veranstaltung wurde von Basil Kerski, Chefredakteur des deutsch-polnischen Magazins DIALOG, moderiert und in Zusammenarbeit mit der Botschaft der Republik Polen und dem Polnischen Institut Berlin durchgeführt.
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