Phil Gordon präsentiert: »Winning the Right War: The Path to Security for America and the World«

Donnerstag 08. November 17:00 - 18:30
Ort: Auswärtiges Amt

Phil Gordon, außenpolitischer Berater von Barack Obama und Senior Fellow an der Brookings Institution in Washington, war unter Präsident Clinton Director for European Affairs im Nationalen Sicherheitsrat der USA. Am 8. November 2007 präsentierte er sein kürzlich erschienenes Buch »Winning the Right War«, das als überzeugende Kritik an der Anti-Terror-Strategie der Bush-Administration – und für das Aufzeigen von Alternativen – hoch gelobt wird, im Auswärtigem Amt der deutschen Öffentlichkeit.

Der »Global War on Terrorism«, so die These von Gordon, führt in seiner derzeitigen Form unweigerlich zu mehr Terrorismus: Nicht die umfassende Ausrottung sollte das Ziel sein, sondern die Begrenzung der Effekte von Terrorismus auf ein für den normalen Bürger akzeptables Risiko. Wenn der Terrorismus das tägliche Leben nicht zu stark beeinträchtigt und seine Dauerpräsenz in den Köpfen der Menschen reduziert wird, kann auch Überreaktionen der politischen Eliten in den USA vorgebeugt werden. Solch ein aufgeklärter und nüchterner Umgang mit dem Terrorismus wird es islamischen Gesellschaften ermöglichen, die Extremisten in ihrer Mitte langfristig zu verdrängen.

Karsten D. Voigt, Koordinator für die deutsch-amerikanische Zusammenarbeit im Auswärtigen Amt, übernahm die Einführung von Phil Gordon und wies auf die kulturellen Differenzen zwischen den USA und Deutschland beim Kampf gegen den Terrorismus hin: Kein deutscher Berater eines Kanzlerkandidaten würde den Begriff »war« – auch nicht »right war« – leichtfertig gebrauchen.

Philip Gordon wies darauf hin, dass bei der Suche einer passenden Strategie im Kampf gegen den Terrorismus nicht der erste und zweite Weltkrieg als Beispiel dienen sollten, sondern eher der Kalte Krieg und die Strategie des »containment«: Während des Kalten Krieges sei es nicht primär um den Einsatz militärischer Mittel gegangen, sondern um die Aufrechterhaltung der gesellschaftlichen »Gesundheit« des Westens und der Überlegenheit des westlichen Gesellschaftsmodells. Gegenwärtig sei die Reputation der USA weltweit auf einem historischen Niedrigstand und die neue US-Administration 2009 müsse einen Schwerpunkt auf die Wiederbelebung der traditionellen Allianzen und multilateralen Foren setzen.

Die Diskussion im Anschluss an die Buchvorstellung wurde moderiert von Jan Techau, Leiter des Alfred von Oppenheim-Zentrums für Europäische Zukunftsfragen der DGAP.

Die Buchpräsentation fand mit freundlicher Unterstützung der Friedrich-Naumann-Stiftung statt.