Kaum ein Buch hat nach seinem Erscheinen eine so kontroverse Debatte ausgelöst wie »Die Israel-Lobby« von John J. Mearsheimer und Stephen M. Walt, zwei der renommiertesten Politikwissenschaftler der USA. Am 14. November 2007 stellten die beiden Autoren ihr Buch in der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik (DGAP) vor und stellten sich den kritischen Fragen des Publikums. Moderiert wurde die Debatte von Prof. Dr. Eberhard Sandschneider, Otto Wolff-Direktor des Forschungsinstituts der DGAP.
In ihrem Buch kritisieren Mearsheimer und Walt den überproportionalen Einfluss verschiedener jüdischer und nichtjüdischer Organisation und Personen auf die politischen Akteure und die öffentliche Meinung in den USA. Daraus resultiere eine Nahostpolitik, die den außenpolitischen Interessen der USA in der Region zuwiderläuft und das Ansehen Amerikas untergräbt.
In ihrer Präsentation in der DGAP legten Walt und Mearsheimer dar, wie die Israel-Lobby arbeitet und wie sie Einfluss auf die amerikanische Außenpolitik nimmt. Sie argumentierten, dass, obwohl die Lobby nur ein loses Netzwerk sei, sie gleichwohl eine einflussreiche und finanzkräftige Macht darstelle. Walt und Mearsheimer kamen zu dem Schluss, dass die Israel-Lobby amerikanische Außenpolitik negativ beeinflusse, indem sie die US-Regierung dazu bringe, Entscheidungen zu treffen, die nicht im nationalen Interesse der USA seien. Sie forderten daher, dass die USA die »special relationship« mit Jerusalem beende und Israel als ein normales Land behandle.
In der anschließenden Diskussion mit dem Publikum wurden die Argumente der beiden Autoren kritisch hinterfragt. Ein Großteil der Zuhörer war mit den Ansichten von Walt und Mearsheimer nicht einverstanden, so dass eine lebhafte Debatte entstand.
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