Auf Einladung der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik, der Daimler AG und des Peter W. Metzler Verlages stellte Dr. Hans-Dietrich Genscher, Bundesminister a.D., Eduard Schewardnadses Autobiographie »Als der Eiserne Vorhang zerriss - Begegnungen und Erinnerungen« vor. Genscher erinnerte an die gemeinsame Zusammenarbeit als Außenminister und das sich dabei herausbildende Vertrauensverhältnis und die schließlich entstandene Freundschaft.
In seiner Würdigung Schewardnadses bot der ehemalige deutsche Außenminister damit interessante Einblicke in die Außenpolitik vor und während der Wiedervereinigung und in die deutsch-russischen Beziehungen dieser Zeit. Genscher lobte, Schewardnadses Erinnerungen seien »nicht nur ein Lehrbuch für Außenpolitik, ein sehr geschichtliches Buch, sondern auch ein zutiefst menschliches Buch«.
Im Anschluss an die Vorstellung durch Genscher, äußerte sich Schewardnadse sowohl zu seiner Arbeit als Außenminister der Sowjetunion, als auch zu den aktuellen Entwicklungen in seinem Heimatland Georgien, dessen Präsident er bis 2003 war. Dabei beleuchtete er sowohl die konfliktreichen georgisch-russischen Beziehungen, etwa in den Regionen Abchasien, Südossetien und Adscharien, als auch die Rolle der deutschen Minderheit in Georgien. Zum Abschluss seines Vortrages hob Schewardnadse die Bedeutung der demographischen Entwicklung hervor, die für alle Staaten zu bedeutsamen Problemen führen könne, und warnte vor den Implikationen der Einrichtung eines Raketenabwehrschildes durch die USA.
Als der Eiserne Vorhang zerriss - Begegnungen und Erinnerungen
Eduard Schewardnadse, Peter W. Metzler Verlag, 432 Seiten, € 29,90, ISBN: 978 3 936283 10 5
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