Geo-Engineering – gibt es technische Lösungen für den Klimawandel?

Mittwoch 17. Februar 16:00 - 18:00
Ort: DGAP, Berlin

Die Kopenhagener Konferenz war nicht in der Lage eine entsprechende Antwort auf die wirtschaftlichen, sozialen und ökologischen Bedrohungen, die der Klimawandel darstellt, zu finden. Aus diesem Grund ist es legitim, Alternativen zur Reduktion von Treibhausgasen und Sonneneinstrahlung in Betracht zu ziehen. Möglichkeiten eines „Geo-Engineering“ werden bereits erforscht. Obwohl es nach einer einfachen, effektiven und schnellen Lösung aussieht, gibt es einige Zweifel. Welche politischen und ethischen Bedenken hätte ein solches Geo-Engineering? Stellt diese neue Technologie ein Problem für Auswärtige Politik da? Lee Lane, Resident Fellow und Codirector des Geo-Engineering Project an der American Enterprise Institute, Professor Dr. Konrad Ott, Professor für Umweltethik an der Universität Greifswald und Dr. Ralph Bodle LL.M., Senior Fellow/ Coordinator Legal Studies am Ecologic Institute haben über die Implikationen von Geo-Engineering im Hause der DGAP debattiert. Moderiert wurde die Diskussion, die in Kooperation mit dem Ecologic Institute stattfand, von Dr. Sylke Tempel, Chefredakteurin der Zeitschrift INTERNATIONALE POLITIK.

“Geo-Engineering ist die einzige plausible Option, die wir haben, um den rasanten Klimawandel zu bewältigen“, beteuerte Lee Lane, der von der neuen Technologie Methode überzeugt ist. Dem entgegnete Dr. Konrad Ott mit dem damit verbundenen moralischen Risiko. Seiner Meinung nach hindert die vermeintlich schnelle und einfache Lösung des Geo-Engineering die Gesellschaft daran, etwas an den Ursachen des Klimawandels zu tun. Des Weiteren fordert er eine transparentere Herangehensweise an die Erforschung neuer Technologien unter Mitbestimmung der Politik, denn Geo-Engineering fehlt bislang die Legitimation.

Weitere Bedenken richten sich an die Sicherheitsfolgen in Internationalen Beziehungen, die die Anwendung des Geo-Engineering mit sich führen könnte. „Wenn ein Staat genügend Macht hat, um die Technologie anzuwenden, wird er es umsetzen“, warnte Dr. Ralph Bodle. Ungewollte mögliche Nebeneffekte auf die Umwelt der Nachbarstaaten würden dann ein Problem darstellen.

Das allgemeine Fazit war, dass eine multilaterale Herangehensweise bei der Entwicklung und Anwendung des Geo-Engineering unabdingbar ist.