Sommerschule 2008: Tag 6

Freitag 11. Juli 09:00 - 18:00
Ort: DGAP, Berlin

30 Teilnehmer, 29 Nationen, 14 Tage. Studierende aus ganz Europa, Asien, dem Nahen Osten, Nordamerika und Afrika besuchen zurzeit die 12. Internationale Sommerschule der DGAP “Regional Leaders, Global Challenges: Issues, Interests and Strategies”.
6. Tag: Freitag, 11. Juli
Die erste Woche der 12. Internationalen Sommerschule klang am Freitag mit drei Vorträgen aus, die den Teilnehmerinnen und Teilnehmern zahlreiche neue Perspektiven und Informationen lieferte. Dr. Wunderlich von der Aston University in Birmingham stellte im ersten Vortrag des Tages heraus, dass die ökonomische Integration von Regionen immer mit politischer Integration einhergehe und daher die Europäische Union das interessanteste Modell regionaler Integration darstelle.

Einen weiteren bedeutenden Punkt stelle jedoch auch die Rolle charismatischer Politiker dar, die neben den in den präsentierten Theorieschulen des Neofunktionalismus, Föderalismus und Neorealismus verorteten strukturellen Gründen als Analyseebene berücksichtigt werden müssten. Im Anschluss daran präsentierte Dr. Dieter Heuskel, Chairman der Boston Consulting Group, das Beziehungsgeflecht zwischen politischen Eliten und der Führungsmacht regionaler bzw. global tätiger Unternehmen anhand dreier Modelle: der globalen Ökonomie 1.0, 2.0 und 3.0. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer thematisierten in der abschließenden Debatte vor allem das Verhältnis von Wirtschaft und Politik, insbesondere im Anschluss an die jüngsten Auswirkungen der globalen Finanzkrise. Darüber hinaus wurde in der Diskussion die Frage aufgeworfen, inwieweit eine vergleichende Analyse regionaler Formen von Integration zur Problemlösung beitragen könnte. In der letzten Sitzung vor dem Wochenende stellte Dagmar Graczyk von der Internationaler Energiebehörde IEA in einer anschaulich und zugleich analytisch messerscharfen Form die Zukunft der globalen Energieversorgung, des Energiemix und deren jeweiligen regionalen Implikationen dar. Anhand zahlreicher Statistiken und Fakten gelang es ihr vor allem zu vermitteln, dass die Bedeutung von Energie für Wachstum und menschliche Entwicklung im Licht der derzeitigen Energiekrise auch aus der Perspektive derjenigen gesehen werden muss, die an akuter „Energiearmut“ leiden. Der Vortrag führte in der Folge zu einem lebhaften und besonders lehrreichen Austausch, maßgeblich beruhend den sehr heterogenen persönlichen Erfahrungen und Anschauungen der Teilnehmer.

Das International Forum on Strategic Thinking ist das zentrale Programm der DGAP zur außen- und sicherheitspolitischen Nachwuchsförderung. Jeden Sommer werden eine handvoll sorgfältig ausgewählter Studierender und Absolventen zu seiner zweiwöchigen Sommerschule eingeladen.