Die DGAP von den Anfängen bis zur Gegenwart

Die Geschichte der DGAP von den Ursprüngen 1945 bis heute

6. Juli 1945

„Urkunde der Registrierung“ für eine beantragte Lizenz und anschließende Bewilligung durch die Besatzungsbehörde für die Gründung der Zeitschrift „Europa-Archiv“ durch Wilhelm Cornides, dem späteren langjährigen Herausgeber in Frankfurt als erste außenpolitische Zeitschrift (Chefredakteur ab 1949: Hermann Volle) im besetzten Deutschland. Das erste, auf Juli 1946 datierte Heft erscheint im Folgemonat mit einer Auflage von 10 000 Stück.

Anfang 1947

Aufbau von Schnittarchiv, Dokumentation und Bibliothek, Grundstock der späteren Dokumentationsstelle der DGAP, und Herausgabe der ersten Dokumentationsbände in Deutschland zur internationalen Politik und Wirtschaft.

1947 bis 1948

Erste Kontakte mit dem Centre d’Etudes de Politique Etrangère (Paris) und dem Royal Institute of International Affairs („Chatham House“, London).

1952

Gründung des Instituts für Europäische Politik und Wirtschaft in Frankfurt unter Leitung von Theodor Steltzer, ehemals Mitglied des „Kreisauer Kreises“ und Ministerpräsident von Schleswig-Holstein, mit einer Starthilfe der deutschen Bundesregierung sowie der Unterstützung durch Wirtschaft und amerikanische Institutionen in enger Verbindung mit dem „Europa-Archiv“. Träger: Deutsche Gesellschaft für europäische Politik und Wirtschaft.

August bis Oktober 1952

Reise von Cornides und Steltzer in die USA zur Kontaktaufnahme mit amerikanischen Instituten, besonders dem Council on Foreign Relations, New York.

1953

Vorbereitende Gespräche von Cornides und Steltzer mit Dr. Günter 
Henle (Geschäftsführender Gesellschafter von Klöckner & Co., MdB für die CDU 1949 bis 1953), Hermann J. Abs (Sprecher des Vorstands der Deutschen Bank), Wilhelm Beutler (Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands der Deutschen Industrie – BDI) und Erwin Lemmé (BDI), Staatssekretär Walter Hallstein, Prof. Dr. Wilhelm Grewe (Leiter der Politischen Abteilung des Auswärtigen Amtes), Otto Wolff von Amerongen, Erich Ollenhauer (SPD), Dr. Gerhart Lütkens (SPD), Bundespräsident Theodor Heuss (FDP);Besuch von Cornides und Steltzer im Chatham House sowie Besprechung in London unter Beteiligung von Vertretern der deutschen Wirtschaft, Dr. Heinrich von Brentano (CDU, Außenminister von 1955 bis 1963), mit Prof. Arnold Toynbee (Chatham House) über die Gründung eines deutschen Instituts.

12. März 1955

Veröffentlichung des Gründungsaufrufs der DGAP. Unterzeichner: Hermann J. Abs, Fritz Berg (Präsident des BDI), Dr. Heinrich von Brentano, Dr. Thomas Dehler (Bundesvorsitzender der FDP von 1954 bis 1957), Ernst Friedlaender (Chefredakteur DIE ZEIT), Dr. Hans Goudefroy (Vorstandsvorsitzender der Allianz AG von 1948 bis 1961), Prof. Wilhelm Grewe, Prof. Dr. Walter Hallstein, Dr. Günter Henle, Dr. Andreas Hermes (Präsident des Deutschen Bauernverbandes, Mitgründer der CDU), Prof. Dr. Erich Kaufmann, Ernst Lemmer (Mitgründer der CDU in Ostdeutschland, Abgeordneter des Westberliner Abgeordnetenhauses und MdB), Dr. Hans-Karl von Mangoldt-Reiboldt (Präsident des Direktoriums der Europäischen Zahlungsunion), Dr. Hans J. von Merkatz (Fraktionsvorsitzender der Deutschen Partei 1953 bis 1955 im Bundestag), Dr. h.c. Richard 
Merton (Vorsitzender des Aufsichtsrats der Metallgesellschaft AG), Erich Ollenhauer (Vorsitzender der SPD 1952 bis 1963), Dr. August Oswalt (Mitinhaber des Frankfurter Bankhauses Georg Hauck & Sohn), Dr. h.c. Robert Pferdmenges (Präsident des Bundesverbands deutscher Banken), Theodor Steltzer, Dr. h.c. Hermann Weinkauff (Präsident des Bundesgerichtshofs), Dr. Heinrich Weitz (Präsident des Deutschen Roten Kreuzes). Am selben Tag erhalten mögliche Förderer der DGAP ein Einladungsschreiben zur Gründung eines Förderervereins.

29. März 1955

Gründung der DGAP in der Bonner Universität mit Ansprachen von Günter Henle, Bundeskanzler Konrad Adenauer und Prof. Dr. Hans Rothfels, Wahl des Präsidenten Günter Henle und der Vizepräsidenten Fritz Berg, Dr. Gerhart Lütkens (1955), Fritz Erler (MdB für die SPD, ab 1956). Zusammen mit der DGAP wird auch der Fördererkreis der DGAP gegründet. 53 Unternehmen aus Wirtschaft und Industrie traten bei.

8. Juli 1955

Konstituierung des Forschungsausschusses (des späteren „Wissenschaftlichen Direktoriums“). Unter den 22 Mitgliedern: Arnold Bergstraesser, Herbert von Borch, Marion Gräfin Dönhoff, Theodor Eschenburg, Wilhelm Grewe, Werner Markert, Rudolf Meimberg, Eberhard Menzel, Hans Rothfels, Ulrich Scheuner, Karl Schiller, Carlo Schmid, Günther Schmölders, Wilhelm Treue. Vorsitzender des Gremiums: A. Bergstraesser. Wahl von A. Bergstraesser zum ersten Direktor des Forschungsinstituts.

30. September 1955

Vortrag vor den Mitgliedern von Kurt-Georg Kiesinger und Carlo Schmid über den Moskau-Besuch Konrad Adenauers und seine Verhandlungen mit dem sowjetischen Parteichef, Nikita Chruschtschow.

1. Oktober 1955

Einrichtung der Geschäftsstelle in Bonn unter Dietrich Mende.

1955 bis 1956

Erste Vorträge von ausländischen Gästen: Hugh Gaitskell, Raymond Aron, Prinz Bernhard der Niederlande, Sithu U Thant, Henry Kissinger, Jawaharlal Nehru.

Mai 1958

Der erste Band des Jahrbuchs „Die Internationale Politik“ erscheint über das Jahr 1955.

1. Oktober 1960

Umzug von Forschungsinstitut, Zeitschrift und Bibliothek von Frankfurt nach Bonn.

November 1961

Beginn eines internationalen Projekts „Strategie für Europa“ zwischen dem Institute for Strategic Studies (London), dem Centre d’Etudes de Politique Etrangère (Paris) und dem Forschungsinstitut der DGAP, das zu diversen Publikationen führt.

1962

Einrichtung eines Referats „Rüstungskontrolle und internationale Sicherheit“ und Einsetzung der „Studiengruppe Internationale Sicherheit“ (heute „für strategische Fragen“) unter dem Vorsitz von Fritz Erler (spätere Vorsitzende: Helmut Schmidt, Karl Mommer, Alfons Pawelczyk, Egon Bahr, Karsten Voigt, Hans-Ulrich Klose, alle SPD). Die Studiengruppe tagt zum ersten Mal am 12. Januar 1962 und war „wohl überhaupt das erste größere partei- und fachübergreifende außenpolitische Studienforum von internationalem Rang“ in der Bundesrepublik Deutschland (Hans-Adolf Jacobsen, zitiert in: Eisermann, S. 138).

24. Februar 1962

Robert F. Kennedy, Justizminister der USA, hält einen Vortrag über „The New Frontier and the New Europe“, den insgesamt über 600 Mitglieder, Gäste und Pressevertreter besuchen.

Juli 1965

Einrichtung der „Studiengruppe für die deutschen Beziehungen zur Sowjetunion und zu den übrigen Ländern des Ostens“ (später: Studiengruppe für Ost/West-Beziehungen, heute: Studiengruppe für Europapolitik) unter dem Vorsitz von Kurt Birrenbach (spätere Vorsitzende: Richard Freiherr von Weizsäcker, Alois Mertes, Hans Stercken, Friedbert Pflüger, alle CDU). Ihre erste Sitzung findet am 16. Dezember 1965 statt.

1965 bis 1969

Erste größere „Kolloquien zu Fragen internationaler Sicherheit“ mit Experten aus Politik, Verwaltung, Wissenschaft und Publizistik sowie „European American Conferences“ im Haus Leerbach, Bergneustadt, und im Haus Rissen, Hamburg.

15. Juli 1966

Mit nur 46 Jahren erliegt Wilhelm Cornides einer Krankheit. Der Journalist Dr. Wolfgang Wagner tritt die Nachfolge auf den Posten des Geschäftsführenden stellvertretenden Präsidenten und des Direktors des Forschungsinstituts an.

1. Januar 1967

Wolfgang Wagner wird Herausgeber des „Europa-Archiv“.

Mai 1967

Teilnahme des Forschungsinstituts an der Konstituierung der ständigen Ost/West-Konferenz der Direktoren außenpolitischer Institute in Marienbad/CSSR.

1967 bis 1970

Erörterung der vertraulichen Studie einer Arbeitsgruppe über Probleme einer Anerkennung der DDR in der Studiengruppe für Ost/West-Beziehungen. Das Vorhaben einer Veröffentlichung der Studie zerschlägt sich nach der Bildung der SPD/FDP-Regierung 1969.

1968

Einrichtung einer Arbeitsgruppe „Alternativen für Europa“ (in Reaktion auf französische Modellvorstellungen) und Veröffentlichung im „Europa-Archiv“.

1968 bis 1970

Erstes Gemeinschaftsprojekt mit Chatham House und Publikation „Strukturwandlungen der Außenpolitik in Großbritannien und der Bundesrepublik“.

1969 bis 1972

Arbeitsgruppe „Außenpolitische Perspektiven des westdeutschen Staates“ und Publikation dreier Sammelbände.

1970

Der Forschungsausschuss wird durch das kleinere Wissenschaftliche Direktorium abgelöst.

1971 bis 1972

Auf Anregung der Bundesregierung Einrichtung einer Arbeitsgruppe über die Probleme einer zukünftigen deutschen Mitgliedschaft in den Vereinten Nationen und Veröffentlichung eines Buches zu diesem Thema.

Mai 1971

Erstes zweiseitiges Kolloquium mit dem Polnischen Institut für Internationale Angelegenheiten (PISM, Warschau).

Oktober 1971

Beginn der regelmäßigen Konferenzen mit dem Institut für Weltwirtschaft und internationale Beziehungen der Akademie der Wissenschaften der UdSSR (IMEMO) in Bonn. Ein wichtiges Thema dieser Gespräche war das Projekt einer Europäischen Konferenz für Sicherheit und Zusammenarbeit.

1. Juni 1973

Prof. Dr. Karl Kaiser wird neuer Direktor des Forschungsinstituts.

1974

Einrichtung der Projektgruppe zur Nichtverbreitung von Kernwaffen unter Vorsitz von Karl Kaiser, später mit Wolf Häfele und Jörg van Essen (FDP).

1976

Auf Anregung der Bundesregierung Einrichtung des Forums Bundesrepublik Deutschland-Volksrepublik Polen (später: „Deutsch-Polnisches Forum“) und Betreuung durch das Forschungsinstitut einschließlich des Lenkungsausschusses (Vorsitz: Karl Kaiser, danach Johannes Bauch).

16. / 17.  Februar  1976

Kurz vor den Schlussabstimmungen im Deutschen Bundestag über die deutsch-polnischen Verträge führt das Forschungsinstitut zusammen mit dem Polnischen Institut für Internationale Angelegenheiten (PISM) eine Konferenz in Bonn durch.

1977

Das erste Deutsch-Polnische Forum findet in Bonn statt.

Mai 1979

Internationale Fachkonferenz des FI zum Thema „Reconciling Energy Needs and Nonproliferation: Perspectives on Nuclear Technology and International Politics“. An ihr nehmen etwa 100 Teilnehmer aus über 20 Ländern teil.

20. Mai 1980

Der deutsche Außenminister, Hans-Dietrich Genscher, spricht auf der Festveranstaltung zum 25. Jahrestag der Gründung der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik in Bonn über „Deutsche Außenpolitik für die 80er Jahre“.

1981

Die Denkschrift „Die Sicherheit des Westens. Neue Dimensionen und Aufgaben“ wird veröffentlicht. Sie war gemeinsam mit dem Council on Foreign Relations, dem Institut Français des Relations Internationales und dem Royal Institute of International Affairs mit neuen Konzepten zu „out-of-area“-Einsätzen und „Coalition of the willing“ erarbeitet worden.

1982

Einrichtung der „Studiengruppe für weltwirtschaftliche Zusammenarbeit“ (heute „Globalisierung und weltwirtschaftliche Zusammenarbeit“). Vorsitz: Martin Grüner, später Heinrich Kolb (beide FDP), Siegmar Mosdorf, Ditmar Staffelt (beide SPD).

1. Oktober 1986

Hermann Volle wird nach über 40 Jahren als Chefredakteur des 
„Europa-Archiv“ von Dr. Jochen Thies abgelöst.

1987

Die Bibliothek und Dokumentationsstelle wird Mitglied im Fachinformationsverbund „Internationale Beziehungen und Länderkunde“. Dieser Verbund aus anfangs elf Instituten aus Deutschland soll aus deren Fachgebieten Literatur- und Faktendatenbasen nach einheitlichen methodischen Verfahren arbeitsteilig aufbauen und gemeinsam nutzen.

9. Februar 1988

S. M. Emir Hussein, König von Jordanien, hält einen Vortrag über Friedensbemühungen für den Nahen Osten.

7. Juni 1988

Rajiv Gandhi, Ministerpräsident von Indien, spricht auf einer Veranstaltung über Wirtschaftspolitik.

30. Juni 1988

Bundesminister Wolfgang Schäuble hält auf der Mitgliederversammlung einen Vortrag über „Die deutsche Frage in Europa“.

1. Januar 1989

Einrichtung einer „Arbeitsstelle Frankreich“ und des Gesprächskreises Frankreich/deutsch-französische Beziehungen, Vorsitz: Karl Kaiser, später Karl Lamers, Andreas Schockenhoff (beide CDU).

12. Juni 1990

Nelson Mandela spricht über die Zukunft Südafrikas.

11. September 1991

In Anwesenheit von Otto Wolff von Amerongen, dem langjährigen Förderer der DGAP, und Bundeskanzler a. D. Helmut Schmidt, wird das Amt des Direktors des Forschungsinstituts in „Otto Wolff-Direktor“ umbenannt.

1992

Die Bibliothek und Dokumentationsstelle beteiligt sich an der Kooperation von 32 politikwissenschaftlichen Instituten aus ganz Europa, dem „European Information Network on International Relations and Area Studies“.

1. Juni 1993

Dr. Angelika Volle wird Chefredakteurin des „Europa-Archiv“.

19. April 1994

Benazir Bhutto, die Premierministerin der Islamischen Republik Pakistan, hält einen Vortrag über die Politik ihres Landes in Südasien.

1. Januar 1995

Umbenennung der Zeitschrift „Europa-Archiv“ in Internationale Politik und Berufung von Prof. Dr. Werner Weidenfeld als Herausgeber.

13. März 1995

Festakt zum 40-jährigen Bestehen der DGAP, bei dem Bundespräsident Roman Herzog vor den im Bonner „Wasserwerk“ versammelten Gästen seine erste außenpolitische Rede hält.

April 1995

Einrichtung der Körber-Arbeitsstelle Russland/Gemeinschaft Unabhängiger Staaten (GUS), heute: Körber-Zentrum Russland/GUS.

30. Juni 1995

Abschluss des Kaufvertrags mit dem Berliner Senat über den Erwerb der ehemaligen Königlich Jugoslawischen Gesandtschaft in der Rauchstraße 17/18 in Berlin-Tiergarten.

1. September 1995

Beginn des Forschungs- und Vortragsbetriebs in Berlin mit fünf Mitarbeitern.

März 1996

Einrichtung des Gesprächskreises Polen/deutsch-polnische Beziehungen unter dem Vorsitz von Hans-Dietrich Genscher.

Herbst 1996

Beginn des von der Robert Bosch Stiftung geförderten Projekts „Forum europäische Außenpolitik“ mit Sommerschulen, „New Faces“-Konferenzen und Expertentagungen für Nachwuchs in Ost- und Westeuropa (heute: Forum Europäische Außen- und Sicherheitspolitik).

1. Oktober 1996

Festakt im Bonner „Wasserwerk“ zum 50. Jubiläum der Zeitschrift „Europa-Archiv“/INTERNATIONALE POLITIK. Dabei sprechen die Bundestagspräsidentin, Rita Süssmuth, Otto Wolff von Amerongen und Dr. Werner Lamby, Präsident der DGAP.

1. November 1998

Beginn eines von der Volkswagen-Stiftung geförderten Forschungsprojekts über „Regionalkonflikte und internationale Energiesicherheit zu Beginn des 21. Jahrhunderts.“

11. Januar 1999

Umzug der DGAP von Bonn nach Berlin.

Januar 1999

Einrichtung der Arbeitsstelle Mittelosteuropa (heute: Mitteleuropa) mit Unterstützung der Robert Bosch Stiftung und der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach Stiftung in Nachfolge der Arbeitsstelle Polen/deutsch-polnische Beziehungen.

März 1999

Beginn eines 2-jährigen, von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderten Forschungsprojekts „Asyl- und Migrationspolitik in der Europäischen Union“.

18. März 1999

Erste Sitzung der neu konstituierten Projektgruppe „Nichtverbreitung von Massenvernichtungswaffen und sensitiven Technologien“, geleitet von Jörg van Essen (FDP), wissenschaftlich betreut von Prof. Erwin Häckel.

22. / 23. März 1999

Bilaterales Symposion des Forschungsinstituts mit dem Chinese People’s Institute of Foreign Affairs in Peking über die Globalisierung sowie das zunehmende Gewicht Chinas in Weltpolitik und Weltwirtschaft.

Juni 1999

Einrichtung des Gesprächskreises Tschechien/deutsch-tschechische Beziehungen (heute: Mitteleuropa / Deutschland–Tschechien–Slowakei–Ungarn), Vorsitz: Christian Schmidt (CSU).

1. August 1999

Das „Berliner Forum Zukunft“ (BFZ) nimmt die Arbeit auf. Ziel dieses Projekts ist es, in enger Kooperation mit Wirtschaft und Politik Themen aus den strategisch wichtigen Bereichen Weltraumpolitik, Europäische Verteidigungspolitik, internationale Luftverkehrspolitik sowie Luft- und Raumfahrtindustrie und -technologie zu behandeln.

August 1999

Der Bericht einer von der japanischen Regierung einberufenen Expertenkommission, dem „Tokio-Forum über Nichtweiterverbreitung von Kernwaffen und Abrüstung“, dem der stellvertretende Direktor des Forschungsinstituts Joachim Krause angehörte, wird veröffentlicht. Der Bericht kommt zu alarmierenden Schlussfolgerungen und macht eine Reihe von konkreten Vorschlägen, wie dem drohenden Zerfall der internationalen Nichtverbreitungsregime entgegengewirkt werden könne.

2. September 1999

Feierliche Einweihung des wiederhergestellten Gebäudes der DGAP in der Rauchstraße mit einer Rede von Bundeskanzler 
Gerhard Schröder.

2. September 1999

In einem gemeinsam verfassten „Stuttgarter Appell an Bund und Länder, Wissenschaft und Wirtschaft“ plädieren die DGAP, die Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP) und die Robert Bosch Stiftung „Für mehr Internationalität in Bildung, Ausbildung und Personalpolitik“. Der Appell beruht auf einem Symposion, das diese Organisationen am 8. und 9. Februar 1999 in Stuttgart abgehalten hatten.

17. November 1999

Erste Sitzung der wieder eingesetzten Projektgruppe Weltraumpolitik unter dem Vorsitz des Bremer Senatspräsidenten, Henning Scherf (SPD).

24. November 1999

Verabschiedung einer neuen Satzung auf der Mitgliederversammlung und Wahl eines neuen Präsidiums unter dem Präsidenten Dr. Ulrich Cartellieri und dem Geschäftsführenden stellvertretenden Präsidenten Dr. Immo Stabreit. Das Geschäftsführende Präsidium wird durch den Exekutivausschuss ersetzt. Redner auf der Mitgliederversammlung ist Außenminister Joschka Fischer, der über Grundsatzfragen deutscher Außenpolitik spricht.

21. / 22.  Januar  2000

Erste Tagung des EU-Russland-Forums für Außen- und Sicherheitspolitik in Berlin, das von der Körber-Arbeitsstelle Russland/GUS begründet wurde und von der Europäischen Kommission gefördert wird.

März 2000

Die erste Folge der INTERNATIONALE POLITIK Transatlantic Edition, der englischen Ausgabe der Zeitschrift der DGAP, erscheint.

20. März 2000

Erste Sitzung der neuen „Studiengruppe für globale Zukunftsfragen“ unter der Leitung von Dr. Reinhard Loske (Bündnis 90/Die Grünen).

15. Mai 2000

Seminar „Germany and the Nordic Countries“, zusammen mit dem „Danish Institute of International Affairs“, dem „Finnish Institute of International Affairs“, dem „Norwegian Institute of International Affairs“, den Nordischen Botschaften, der „Stiftung Wissenschaft und Politik“ und dem „Swedish Institute of International Affairs“. Das Seminar befasst sich mit den skandinavisch-deutschen Beziehungen.

Juli / August 2000

Erstmalig findet die Sommerschule im Haus der DGAP in Berlin statt.

Oktober 2000

Einrichtung der „Arbeitsstelle Europa“, die die europapolitische Diskussion verfolgen und durch Veröffentlichungen begleiten soll.

6./7.  November  2000

Internationale Tagung über internationale Energiesicherheit und regionale Instabilitäten, zusammen organisiert mit dem Belfer Center for Science and International Affairs (Harvard University) unter Teilnahme von Experten aus den USA, Großbritannien, Russland, Israel, Kasachstan, der Türkei, Norwegen und Deutschland.

Januar 2001

Das Internetportal „weltpolitik.net“ geht online. Es besteht aus dem Bereich „Policy Forum“ und den Rubriken „Regionen“ und „Sachgebiete“. Das Policy Forum informiert zu ausgewählten, aktuellen Themen der internationalen Politik durch Analysen von Experten und mit Positionspapieren von Akteuren. Unter der Rubrik Regionen findet der Besucher Informationen über Politik, Wirtschaft und Gesellschaft wichtiger Länder. Unter der Rubrik Sachgebiete stehen Themen aus der internationalen Politik und Wirtschaft.

Januar 2001

Einrichtung der „Arbeitsstelle USA/Transatlantische Beziehungen“ zur Analyse der amerikanischen Außenpolitik und der Entwicklung der transatlantischen Beziehungen.

4. April 2001

Internationales Expertentreffen unter der Leitung von Prof. Dr. Erwin Häckel zum Thema „Entsorgung von russischem Waffenplutonium“.

6. Mai 2001

Vortrag des Außenministers des Staates Israel, Shimon Peres, über „The Middle East Predicament and the Peace Process“.

14. Mai 2001

Der Schriftsteller Mario Vargas Llosa spricht zum Thema „Globalization and Local Cultures. Does Globalization Produce a Global American Culture?“

15. Mai 2001

Der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Post AG, Dr. Klaus Zumwinkel, spricht über „Transport und Logistik unter Bedingungen der Globalisierung“.

18. Juni 2001

Vortrag des ehemaligen SED-Spitzenfunktionärs Günter Schabowski im Haus der Geschichte, Bonn, zum Thema „Die Außenpolitik der SED im Spannungsfeld zwischen Gorbatschows Reformen und der Politik der Bundesregierung“.

4. Juli 2001

Deutsch-polnisches Wirtschaftsgespräch. An der Tagung, die sich mit den Auswirkungen des Strukturwandels in den beiden Ländern befasste, nehmen hochrangige Vertreter von Wirtschaft und Politik aus beiden Ländern teil.

3. September 2001

Gemeinsames Seminar mit dem Shanghai Institute for International Studies über “China and Europe: Two Global Actors in a Globalized World“. Themen sind u. a.: Modernisierung der VR China, Veränderungen der Außenpolitik Pekings, die bilateralen Beziehungen zwischen EU und der VR China.

13. September 2001

Der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bahn AG, Hartmut Mehdorn, spricht zum Thema „Kyoto, Mobilität und Umwelt – Die Rolle der Bahn in der Verkehrspolitik im 21. Jahrhundert“.

26. September 2001

Auf einer gemeinsamen Veranstaltung mit dem Ostausschuss der Deutschen Wirtschaft und dem Deutsch-Russischen Forum spricht in Essen der Staatspräsident der Russischen Föderation, Wladimir Putin, zum Thema „Wirtschaftliche Entwicklung in Russland und Perspektiven der deutsch-russischen Wirtschaftsbeziehungen“.

16. Oktober 2001

Konferenz des Forschungsinstituts mit dem Institute for German Studies der Birmingham University und dem Royal Institute of International Affairs (London) über den außenpolitischen Entscheidungsprozess in Großbritannien und in Deutschland. Anlass war die Vorstellung des Buches „Germany’s New Foreign Policy – Decision Making in an Interdependent World“.

5. Dezember 2001

Neuer Präsident der DGAP wird Hans-Dietrich Genscher.

1. Januar 2002

Neuer Geschäftsführender stellvertretender Präsident der DGAP wird Leopold Bill von Bredow.

Januar 2002

Das erste Deutsch-Polnische Forum mit geändertem Format tagt in Warschau. Teilnehmer sind neben vielen Experten u. a. der polnische Staatspräsident Alexander Kwasniewski, der polnische Außenminister Wlodzimierz Cimoszewicz sowie sein deutscher Kollege Joschka Fischer.

14. März 2002

Vortrag von Hamid Karzai, Vorsitzender der Übergangsverwaltung Afghanistans, zum Thema „The Situation in Afghanistan – Perspectives of Reconstruction“.

20. März 2002

Michail Chodorkowskij, Vorstandsvorsitzender der Jukos-Ölgesellschaft, spricht zum Thema: Der Faktor Energie als Motor für die Veränderung der russischen Wirtschaftspolitik.

10. April 2002

Der Staatspräsident der VR China, Jiang Zemin, spricht über die Devise: Gemeinsam für eine neues Jahrhundert des Friedens und der Prosperität.

4. Juni 2002

Das Forschungsinstitut der DGAP veranstaltet zusammen mit dem Institut français des relations internationales (ifri) in Paris eine bilaterale Konferenz zum Thema der Europäischen Sicherheits- und Verteidigungspolitik (ESVP). Die Teilnehmer debattieren über die strukturellen und finanziellen Hindernisse beim Aufbau einer europäischen Verteidigung und über das Verhältnis der ESVP zur NATO.

23. Oktober 2002

Abdullah II. Bin Al-Hussein, König des Haschemitischen Königreichs Jordanien, hält einen Vortrag zum Thema „Jordan’s Role in the Middle East“.

November 2002

In Prag findet die internationale NATO-EU-Russland-Konferenz statt. Den russischen Hauptvortrag hält Präsidentenberater Sergej Jastrshembskij. Neben hochrangigen Vertretern der russischen Führungsspitze nehmen Vertreter der EU-Kommission sowie drei stellvertretende Generalsekretäre der NATO an der Konferenz teil. Debattiert wird über die neue Rolle der NATO nach der zweiten Welle der Osterweiterung und die veränderte russische Haltung Russlands gegenüber der NATO im Hinblick auf die Bedrohung durch den internationalen Terrorismus.

17. Februar 2003

Die führende Oppositionspolitikerin der Ukraine aus dem national-liberalen Lager, Julia Timoschenko, spricht zum Thema: Auswege aus der außenpolitischen Isolation und der wirtschaftlichen Krise der Ukraine.

1. April 2003

Sabine Rosenbladt, zuletzt Chefredakteurin von „Die Woche“, löst Angelika Volle als Chefredakteurin der INTERNATIONALE 
POLITIK ab.

Juni 2003

Zum Abschied des Otto Wolff-Direktors des Forschungsinstituts, Karl Kaiser, findet eine internationale Konferenz statt: America’s Changing Role in the World. Implications for World Order and Transatlantic Relations. Außenminister Joschka Fischer hält am Vorabend der Konferenz die Grundsatzrede. An der Konferenz selbst nehmen Referenten aus den USA, Kanada, vielen europäischen Ländern, Russland, Japan, China und Indonesien teil, darunter Zbigniew Brzezinski, Graham Allison, Stanley Hoffmann, David Calleo, Helmut Sonnenfeldt, Henry Nau, Stephen Szabo, Martin Feldstein, Guido Goldman, Cesare Merlini, Thierry de Montbrial, Stefano Silvestri, Jusuf Wanandi, Yuan Ming, ZEIT-Chefredakteur Josef Joffe und der ehemalige polnische Verteidigungsminister Janusz Onyszkiewicz.

1. Juli 2003

Der pakistanische Staatspräsident, General Pervez Musharraf, ist zu Gast in der DGAP.

1. August 2003

Neuer Otto Wolff-Direktor des Forschungsinstituts wird Prof. Dr. Eberhard Sandschneider (Freie Universität Berlin).

November 2003

Das Programm Asien-Pazifik des Forschungsinstituts der DGAP veranstaltet zusammen mit dem Japanisch-Deutschen Zentrum Berlin (JDZB) und der Friedrich-Ebert-Stiftung eine Konferenz zum Thema „Global Terrorist Threats: New Security Challenges – Implications for European-Japanese Security“.

13. November 2003

Neuer Präsident der DGAP wird Alfred Freiherr von Oppenheim.

29. Januar 2004

Der Sieger der Rosenrevolution in Georgien, Michail Saakaschwili, erläuterte den Mitgliedern der DGAP seine künftige Innen- und Außenpolitik.

7. September 2004

Präsentation des Berichts der Unabhängigen Türkei-Kommission „Türkei in Europa – Mehr als ein Versprechen?“ Mit den Mitgliedern der Kommission: Martti Ahtisaari, dem ehemaligen Präsident von Finnland, Vorsitzender der Kommission; Albert Rohan, ehemaliger Generalsekretär für auswärtige Angelegenheiten, Österreich, Berichterstatter der Kommission; Kurt H. Biedenkopf, Ministerpräsident a. D.; Michel Rocard, ehemaliger Ministerpräsident von Frankreich.

September 2004

Erste Sitzung der Arbeitsgruppe Zukunftswerkstatt der deutsch-russischen Beziehungen beim Petersburger Dialog, Hamburg.

20. Oktober 2004

Ivan Gasparovic, Staatspräsident der Slowakischen Republik, spricht zum Thema „Die Slowakei in der EU – Ein konstruktiver Partner“.

20. Oktober 2004

Expertengespräch zum Thema „Building a Nation from Ashes: Challenges and Opportunities for the Future und Timor-Leste’s Contribution to Regional Stability“ mit Kay Rala Xanana Gusmão, Präsident der Demokratischen Republik Timor-Leste, und Dr. José Ramos-Horta, Außenminister der Demokratischen Republik Timor-Leste und Friedensnobelpreisträger (1996).

27. Oktober 2004

Verabschiedung des Geschäftsführenden stellvertretenden Präsidenten, Leopold Bill von Bredow, und Einführung seines Nachfolgers, Fritjof von Nordenskjöld, in Anwesenheit des Bundesministers des Auswärtigen, Joschka Fischer.

5. Januar 2005

Der Präsident der DGAP, Alfred Freiherr von Oppenheim, verstirbt unerwartet im 71. Lebensjahr.

12. Januar 2005

Dr. Arend Oetker, Sabine Rosenbladt und Roland Gerschermann, Geschäftsführer des Frankfurter Societätsverlags, stellten über 400 Mitgliedern und Gästen im Haus der DGAP die neu gestaltete Zeitschrift IP vor.

31. Janaur 2005

Prof. Dr. Dr. h.c. Werner Weidenfeld legt sein Amt als Herausgeber der IP nieder. Sie wird von nun an von der DGAP direkt herausgegeben.

3. Februar 2005

Neuer Präsident der DGAP wird Dr. Arend Oetker.

März 2005

Internationale Konferenz des Forschungsinstituts zum Thema 
„Unprepared? Germany in a Globalizing World“. Über 100 Wissenschaftler aus allen Teilen der Welt nehmen teil.

17. März 2005

Der Staatspräsident der Bundesrepublik Nigeria, H.E. Chief Olusegung Obasanjo, spricht über das Thema: Nigeria: A Strong Emerging Economy.

17. März 2005

Auf Einladung des Körber-Zentrums spricht Sergej Mironow, Vorsitzender des Föderationsrates der Russischen Föderation, zum Thema: Dialog des russischen Parlaments mit der Wirtschaft.

23. März 2005

Erstes „Kamingespräch“ mit Eberhard Sandschneider und anderen Wissenschaftlern des Forschungsinstituts. DGAP-Mitglieder haben die Gelegenheit, aktuelle außenpolitische Themen mit den Mitarbeitern des Forschungsinstituts zu diskutieren.

11. / 12. Mai 2005

Die DGAP richtet die zentrale Veranstaltung in Berlin zur Feier des 50-jähigen Bestehens der NATO aus. Nach einer internationalen Konferenz von etwa 60 Experten würdigt der NATO-Generalsekretär, Jaap de Hoop Scheffer, im Rahmen einer Vortragsveranstaltung 
gemeinsam mit dem deutschen Verteidigungsminister Peter Struck die wichtige Rolle Deutschlands im Nordatlantischen Bündnis.

3. Juni 2005

Festakt zum 50-jährigen Bestehen der DGAP in der Berliner Philharmonie. Dr. Arend Oetker und Bundespräsident Horst Köhler würdigen die Rolle der DGAP als kritische Begleiterin der deutschen Außenpolitik.

14. Juni 2005

Altbundeskanzler Helmut Kohl spricht auf einer Gedenkveranstaltung des Frankreich-Programm der DGAP, der Gesellschaft für übernationale Zusammenarbeit (GÜZ) und der Zeitschrift „Dokumente“ für den im Jahr 2004 verstorbenen Germanisten und Politologen Joseph Rovan.

25. Juli 2005

Shimon Peres, Vize-Premierminister des Staates Israel, hält einen Vortrag zum Thema „The Redeployment from Gaza and its Implications for the Middle East“.

1. August 2005

Vortragsveranstaltung zum 30. Jahrestag der Unterzeichnung der 
KSZE-Schlussakte von Helsinki. Hans-Dietrich Genscher, und Dmitrij Rupel, Vorsitzender der OSZE und Außenminister von 
Slowenien, sowie der Vorsitzende der FDP-Fraktion, Wolfgang Gerhardt, sprechen über die historische Bedeutung der KSZE-Schlussakte und die künftige Rolle der OSZE, die aus dem KSZE-Prozess heraus entstandene Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa.

12. Oktober 2005

Im Bonner Haus der Geschichte hält der Staatssekretär im Auswärtign Amt, Georg A. Boomgaarden, bei einer Festveranstaltung zum 50-jährigen Jubiläum der DGAP eine Rede.

November 2005

Gründung des »International Forum on Strategic Thinking‹‹
Das Internationale Forum für Strategisches Denken versteht sich als ein Instrument der internationalen Nachwuchsförderung. Besonderes Gewicht wird auf die nachhaltige Vernetzung junger europäischer und außereuropäischer Führungskräfte gelegt, um innerhalb des eigenen Netzwerkes gemeinsame Lösungswege für globale Herausforderungen zu erarbeiten. So initiiert es z.B. die jährliche Sommerschule der DGAP für Studierende.

12. – 13. Januar 2006

The United States, Germany and Europe: Building a Global Agenda.
Konferenz in Washington, DC
Die DGAP veranstaltete in Kooperation mit dem ACG eine hochrangige Konferenz zum Austausch zwischen Verantwortlichen auf deutscher und amerikanischer Seite über wichtige Zukunftsfragen. Deshalb standen Themen wie die Zukunft der Transatlantischen Allianz, die Globalisierung und die Frage einer gemeinsamen Energiestrategie im Zentrum. Besonderer Höhepunkt war die Rede der Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel am 12. Januar. Ihre Rede, die sie in der Residenz des deutschen Botschafters vor den Teilnehmern der Konferenz hielt, war ihr erster öffentlicher Auftritt als Bundeskanzlerin in den USA.

13. Januar 2006

Konferenz (Auftaktveranstaltung der Reihe »Gesamtstaatliche Sicherheit«), Die deutsche Sicherheitsarchitektur vor dem Hintergrund der veränderten Bedrohungslage – Perspektiven des Handlungsbedarfs; Mit Innenminister Jörg Schönbohm,Brandenburg; Dr. Rudolf Adam,Präsident der Bundesakademie für Sicherheitspolitik; Christoph Unger,Präsident Bundesamt für Bevölkerungs- und Kata­strophenschutz; Klaus Jansen, Vorsitzender Bund Deutscher Kriminalbeamter; Dr. Mattias G. Fischer,Wissenschaftlicher Assistent am Lehrstuhl für Öffentliches Recht und Neuere Rechtsgeschichte an der Universität Erfurt.

25. – 29. Januar 2006

Zweites Mitteleuropa-Forum Budapest »Gegenwart der Vergangenheit«. Die politische Aktualität historischer Erinnerung in Mitteleuropa
Vier Tage diskutierten 30 junge Sozialwissenschaftler und Journalisten sowie angehende Führungskräfte aus Verwaltungen und Diplomatischen Diensten aus 14 mittel- und osteuropäischen Staaten in Budapest, inwieweit geschichtliches Erbe und dessen Instrumentalisierung die Formulierung und Umsetzung von Politik in Mitteleuropa beeinflussen. Fünf multinational und interdisziplinär besetzte Arbeitsgruppen untersuchten dabei die Rolle staatlicher Geschichtspolitik, der gesellschaftlichen Wahrnehmung von Vergangenheit, deren Darstellung und Diskussion in den Medien sowie die wissenschaftliche Aufarbeitung von Geschichte.

2. Februar 2006

Der Staatspräsident der Republik Georgien, Michail Saakaschwili, sprach über die außenpolitischen und innenpolitischen Prioritäten georgischer Politik. Eines der wichtigsten Vorhaben Georgiens ist es, bereits in wenigen Jahren der NATO beizutreten. Saakaschwili äußerte die Hoffnung, dabei auch von Deutschland unterstützt zu werden, ebenso wie bei den Konflikten um Abchasien und Südossetien. Sein Land sehe er als Stabilitätsfaktor im östlichen Schwarzmeer-Raum, der für die Wirtschaft und Energiesicherheit immer bedeutender wird. Laut Saakaschwili hat das neue Georgien nach der «Rosenrevolution« ein liberales Wertemodell und somit mehr politische und wirtschaftspolitische Gemeinsamkeiten mit den mittelosteuropäischen Staaten als mit seinen unmittelbaren kaukasischen Nachbarstaaten.

15. Februar 2006

Viktor Iwanow über die strategische Partnerschaft zwischen Russland und der Europäischen Union
Viktor Iwanow, der einflussreiche Berater des russischen Präsidenten, sprach sich auf einer Vortragsveranstaltung des Körber-Zentrums Russland/GUS für eine Fortsetzung der strategischen Partnerschaft zwischen Russland und EU in den so genannten »vier gemeinsamen Räumen« aus. Aus der Sicht von Generaloberst Iwanow, zuständig für die Koordination des »Gemeinsamen Raums für innere Sicherheit und Recht«, gibt es in Bereichen wie Grenzkontrollen, Bekämpfung der internationalen Kriminalität, des internationalen Terrorismus, der illegalen Migration und Abbau von Visumsbarrieren Erfolge zu verzeichnen. Iwanow berichtete über die Reform des russischen Justizsystems und die Angleichung des russischen Rechtsraumes an europäische Standards.

16. Februar 2006

Nicolas Sarkozy, französischer Innenminister und Parteivorsitzender der Regierungspartei UMP,erläuterte auf einer Veranstaltung der DGAP und der Konrad-Adenauer-Stiftung seine Europa-Politik. Die erweiterte EU brauche einen neuen Motor, für den sich am ehesten die Gruppe der sechs größten Mitgliedstaaten eigne. Das Kapital der deutsch-französischen Zusammenarbeit müsse gleichwohl bewahrt und in diese Gruppe eingebracht werden. Sarkozy unterstrich, dass er sich stets für den Europäischen Verfassungsvertrag eingesetzt habe, der jedoch in der vorliegenden Fassung nicht in Kraft treten werde. Als Ausweg schlug er drei Etappen vor: sofortige Umsetzung derjenigen institutionellen Verbesserungen der Verfassung, für die es keines neuen Vertrages bedarf. Bis 2008 solle ein neuer, kurzer Vertrag über weiter reichende Reformen ausgehandelt werden. In einer dritten Phase, nach den nächsten Wahlen zum Europäischen Parlament, müsse sich ein großer Konvent dann mit weiteren zentralen Themen beschäftigen. Sarkozy betonte, dass die EU keine Mitglieder mehr aufnehmen dürfe, solange in der Frage der Vertiefung keine Fortschritte zu verzeichnen seien.

24. März 2006

Internationale Fachkonferenz zum Thema »Migration and Security«, veranstaltete in Zusammenarbeit mit dem World Policy Institute in New York und der Heinrich-Böll-Stiftung in Berlin. Sie bildete den Auftakt eines internationalen Netzwerks zum Thema Einwanderung und Sicherheit. In dessen Rahmen wird in den nächsten Jahren die dringend notwendige systematische und politikorientierte Analyse der Zusammenhänge zwischen diesen beiden Themen erarbeitet werden. Durch das Projekt sollen Wissenschaftler und Entscheidungsträger aus Wirtschaft, Politik und Medien zusammengeführt werden, und zwar zunächst aus den USA, Indien, Frankreich und Deutschland. Die Berliner Konferenz wurde unter anderem finanziell unterstützt von der Amerikanischen Botschaft, dem German Marshall Fund, Arnhold & S. Bleichroeder und der Mac Arthur Foundation.

28. März 2006

Podiumsdiskussionzum Thema »Analyse der ukrainischen Wahlen: Bleibt die Ukraine auf Westkurs?‹‹ mit Alexander Tschalyj,ehemaliger Vizeaußenminister der Ukraine, Vizepräsident des Konsortiums Industrial-Group; Dr. Klaus Mangold, Vorstandsvorsitzender des Ost-Ausschusses der Deutschen Wirtschaft.

24. April 2006

Umzug der BiDok
Der Lesesaal der Bibliothek- und Dokumentationsstelle der DGAP zog vom Hans von Dohnanyi-Saal in das Otto Wolf-Zimmer. Im ehemaligen Büro des stellvertretenden geschäftsführenden Präsidenten, dem Reinhold Würth-Zimmer, befindet sich nun der Handapparat der BiDok.

26. April 2006

S.E. Khurshid Mahmud Kasuri, Außenminister der Islamischen Republik Pakistan, zum Thema »Pakistan’s Role for Peace and Stability in Asia‹‹

26. April – 1. Mai 2006

Erste DGAP-Mitgliederreise im Europazug 2006
Die erste Mitgliederreise der DGAP im »Europazug 2006« führte durch Deutschland, Tschechien, Österreich, Slowenien, Ungarn, die Slowakei und Polen. Der »Europazug 2006« war ein gemeinsames Projekt des MitOst e.V., der DGAP (Programm Mitteleuropa) und der Edith-Stein-Gesellschaft Breslau. In einer europaweiten Ausschreibung waren 50 junge Menschen aus den durchreisten Ländern ausgewählt worden, die dann auf der Fahrt verschiedene Europa-Projekte durchführten, oft gemeinsam mit Partnern vor Ort. Auf 3500 Bahnkilometern fuhren 15 DGAP-Mitglieder und die anderen Passagiere von Berlin über Budweis (âeské Budûjovice), Linz, Marburg (Maribor), Fünfkirchen (Pécs), Kaschau (Kosiãe), Krakau (Kraków) und Görlitz (Zgorzelec) zurück nach Berlin. Vor Ort, im Rahmen von Europafestivals, wurden die vorbereiteten Projekte umgesetzt.

1. Mai 2006

Start der überarbeiteten Website der DGAP
Die Website der DGAP bietet Informationen übersichtlich und in einem überarbeiteten Design an.

Mai 2006

Jahrbuch »Internationale Politik 2003/2004« erscheint
Das Jahrbuch Internationale Politik kann inzwischen auf eine über 50-jährige Tradition zurückblicken. 2006 erschien die 25. Ausgabe.Es setzt in jeder Ausgabe einen oder zwei thematische Schwerpunkte, in denen die besonders relevanten weltpolitischen Entwicklungen analysiert werden. Zudem enthält es Analysen zu globalen politischen Herausforderungen sowie Beiträge über die wichtigsten weltpolitischen Akteure, insbesondere Staaten und internationale Organisationen.

9. – 22. Juli 2006

Zehnte Internationale Sommerschule
An der 10. DGAP Sommerschule zum Thema »Global Challenges, Global Actors – Sharing Responsibility for a Secure World« nahmen 25 Studierende aus 23 Ländern teil. Sie diskutierten mit führenden Experten aktuelle außen- und sicherheitspolitische Herausforderungen in Europa, Asien und dem Nahen Osten. Nach einführenden Vorträgen zu Themen wie Sicherheitssektorreform, Terrorismus, Energiepolitik und Staatszerfall analysierten sie regionalspezifische Problemstellungen und erarbeiteten Policy Papers mit konkreten Politikempfehlungen.

28. August 2006

Israelische Außenministerin Tzipi Livni zu Gast in der DGAP
Unter größten Sicherheitsvorkehrungen besuchte Tzipi Livni, stellvertretende Premierministerin und Außenministerin des Staates Israel die DGAP. Livni sprach zum derzeitigen Konflikt im Nahen Osten, insbesondere zum Libanon-Krieg, und zu den damit verbundenen Herausforderungen für Israel und der internationalen Gemeinschaft. Im Anschluss an ihren Vortrag beantwortete sie geduldig die Fragen der anwesenden Mitglieder und Pressevertreter.

12. September 2006

Eröffnung des Alfred von Oppenheim-Zentrum für Europäische Zukunftsfragen
Dr. Arend Oetker, Präsident der DGAP, und Prof. Dr. Erberhard Sandschneider sprachen in ihren Reden über den Abschluss der Modernisierung der DGAP durch die Einrichtung des Alfred von Oppenheim-Zentrums. Dr. John Hulsman, der erste Alfred von Oppenheim-Scholar, stellte das Ziel »Rebuilding Transatlantic Cooperation Towards the Greater Middle East« vor. Christopher von Oppenheim, der das Alfred von Oppenheim-Zentrum maßgeblich fördert, äußerte sich anerkennend über Hulsmans Ausführungen. Mit Ideen dieser Art könne und werde das Oppenheim-Zentrum einen wichtigen Beitrag zur europapolitischen Debatte leisten.

17. Oktober 2006

Gründung des Forums München der DGAP in den HighLightTowers der Roland Berger Strategy Consultants GmbH, mit anschließendem Vortrag von Georg Boomgaarden, Staatssekretär im Auswärtigen Amt, zum Thema «Deutschland, Europa und der Nahe und Mittlere Osten‹‹.

8. November 2006

Europapolitische Grundsatzrede von Bundeskanzlerin Frau Dr. Angela Merkel »Die Rolle der Europäischen Union auf der internationalen Bühne«
In ihrer ersten Rede vor der DGAP war es der Kanzlerin ein besonderes Anliegen, auf die gemeinsame Wertebasis der EU hinzuweisen. Diese müssten der dringend benötigten gemeinsamen Politik der bald 27 EU-Staaten zugrunde liegen. Die EU müsse nach außen künftig geschlossen auftreten. Die hohe Dringlichkeit des gemeinsamen Handelns demonstrierte Merkel anhand von vier Kernthemen ihres Präsidentschaftsprogramms: der gemeinsamen Außen- und Sicherheitspolitik (GASP), der Handelspolitik, des Klimaschutzes und der Energiepolitik. Zum Abschluss wünschte Merkel dem neu gegründeten Alfred von Oppenheim-Zentrum für Europäische Zukunftsfragen der DGAP viel Erfolg.

23. November 2006

Julia Timoschenko, ehemalige Premierministerin der Ukraine, sprach zum Thema »Ukraine und die Energiesicherheit für Europa‹‹. Zahlreiche Gäste kamen auf Einladung des Körber-Zentrums Russland/GUS der DGAP, um den Vortrag von Julia Timoschenko zu hören. Nach einem Grußwort von Hans-Ulrich Klose, MdB, sprach die Oppositionspolitikerin der Ukraine über die wirtschaftliche und politische Lage ihres Landes, vor allem aber über Fragen der Energieversorgung Europas.

27. November 2006

H.E. the Rt. Hon. Prime Minister A. T. Diamini,Königreich Swasiland, sprach zum Thema »Cotton, Coal and Copper – Swaziland’s Position in Global Economy«

8. Dezember 2006

Dr. Wolfgang Schäuble, Bundesminister des Innern, sprach zum Abschluss der Veranstaltungsreihe »Gesamtstaatliche Sicherheit« über die Sicht der Bundesregierung zu diesem Thema. Er erläuterte die Fortentwicklung des gesamtstaatlichen Sicherheitsnetzwerks in Deutschland. Im zweiten Teil der Abschlusskonferenz debattierten die BundestagsabgeordnetenJürgen Herrmann(CDU), Klaus Uwe Benneter(SPD), Elke Hoff(FDP), Silke Stokar von Neuforn(Grüne/B90) und Petra Pau(Linke/PDS) das Spannungsverhältnis zwischen Schutz und Bürgerrechten.