Laut Josef Braml haben die Demokraten in den USA mittlerweile begriffen, dass sie ohne religiösen Beistand – am besten von ihnen nahe stehenden Graswurzel-Organisationen – in »God’s own country« nur sehr schwer Wahlen gewinnen können. Ihnen geht es in erster Linie darum, der religiösen Rechten die Definitionshoheit über so genannte »moralische Werte« streitig zu machen. Während die Christliche Rechte Moral im Sinne von Sexualmoral begreift und Themen wie Abtreibung und Homo-Ehe problematisiert, versucht die im entstehen begriffene Religiöse Linke auch die Probleme des Klimawandels und der sozialen Armut in ein religiös-moralisches Gewand zu kleiden und politisch zu mobilisieren.
