In entspannten Atmosphäre konnten die Brennpunkte der politischen und
wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Deutschland und Russland
besprochen und Perspektiven der Zusammenarbeit zwischen den Ländern
Berlin-Brandenburg und dem Gebiet Kaliningrad diskutiert werden. Die
Bedeutung der Kaliningrader Region ist in Russland und international
enorm gestiegen – die Region erlebt einen regelrechten
Wirtschaftsboom. Auch in der Bevölkerung sind diese Veränderungen
spürbar – so haben sich innerhalb von Jahren die Arbeitslöhne
verdoppelt.
Die Region wird beim bevorstehenden EU-Gipfel in Lissabon
auftreten, was ihre Bedeutung auch in der europäischen Dimension,
unterstreicht.
Der Meinungsaustausch zwischen den Vertretern der Region und deutschen Unternehmern zeigte, dass es in der wirtschaftlichen Zusammenarbeit noch viel Raum für Verbesserungen gibt – vor allem im Bereich der Visa- und Zollregelungen sowie des Güterverkehrs. Als ein Schritt in diese Richtung kann das Pilotprojekt zwischen Deutschland und Russland zum Austausch der Informationen über die gelieferten Gütern angesehen werden. Vertreter der Region unterstrichen, dass viele Ängste und Befürchtungen der ausländischen Geschäftsleute in der Realität sich als grundlos erweisen. Es ist außerdem geplant, sich auch in der Visafrage entgegenzukommen und Visas mit 72-Stunden Gültigkeit an der Grenze zu vergeben. Beide Seiten stimmten darin überein, dass die Geschäftswelt so wenig wie möglich mit Bürokratie zu tun haben solle.
Gouverneur Georgij Boos sprach auch über das Königsberger Schloss, dem er eine besondere Bedeutung als historisches Erbe und für das Stadtbild Kaliningrads zumisst. Der Wiederaufbau des Schlosses, der im nächsten Jahr beginnen soll, wird Kaliningrad als ein touristisch attraktives Reiseziel aufwerten.
