Kaliningrad direkt

Veröffentlicht am 2007-10-17.

Auf Einladung des Programms Russland/Eurasien der DGAP trafen sich am 17. Oktober 2007 Vertreter der deutschen Wirtschaft mit dem Gouverneur des Gebietes Kaliningrad, Georgij Boos, und seiner Delegation zu einem Abendessen im »Hotel Adlon«.

In entspannten Atmosphäre konnten die Brennpunkte der politischen und wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Deutschland und Russland besprochen und Perspektiven der Zusammenarbeit zwischen den Ländern Berlin-Brandenburg und dem Gebiet Kaliningrad diskutiert werden. Die Bedeutung der Kaliningrader Region ist in Russland und international enorm gestiegen – die Region erlebt einen regelrechten Wirtschaftsboom.  Auch in der Bevölkerung sind diese Veränderungen spürbar – so haben sich innerhalb von Jahren die Arbeitslöhne verdoppelt.
Die Region wird beim bevorstehenden EU-Gipfel in Lissabon auftreten, was ihre Bedeutung auch in der europäischen Dimension, unterstreicht.

Der Meinungsaustausch zwischen den Vertretern der Region und deutschen Unternehmern zeigte, dass es in der wirtschaftlichen Zusammenarbeit noch viel Raum für Verbesserungen gibt – vor allem im Bereich der Visa- und Zollregelungen sowie des Güterverkehrs. Als ein Schritt in diese Richtung kann das Pilotprojekt zwischen Deutschland und Russland zum Austausch der Informationen über die gelieferten Gütern angesehen werden. Vertreter der Region unterstrichen, dass viele Ängste und Befürchtungen der ausländischen Geschäftsleute in der Realität sich als grundlos erweisen. Es ist außerdem geplant, sich auch in der Visafrage entgegenzukommen und Visas mit 72-Stunden Gültigkeit an der Grenze zu vergeben. Beide Seiten stimmten darin überein, dass die Geschäftswelt so wenig wie möglich mit Bürokratie zu tun haben solle.

Gouverneur Georgij Boos sprach auch über das Königsberger Schloss, dem er eine besondere Bedeutung als historisches Erbe und für das Stadtbild Kaliningrads zumisst. Der Wiederaufbau des Schlosses, der im nächsten Jahr beginnen soll, wird Kaliningrad als ein touristisch attraktives Reiseziel aufwerten.

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